Die
Synode als Erfahrung von Begegnung
4.
Die Synode wurde ohne Zweifel als eine Begegnung mit dem Herrn erlebt.
Besonders gerne denke ich an die beiden feierlichen Konzelebrationen in der
Peterskirche zu Beginn und zum Abschluß der Synodenarbeit zurück, bei denen ich
selbst Hauptzelebrant war. Die Begegnung mit dem auferstandenen Herrn, der
wahrhaft, wirklich und wesenhaft in der Eucharistie anwesend ist, stellte das
geistige Klima her, welches es gestattete, daß sich alle Bischöfe während der
Synodensitzungen nicht nur gegenseitig als Brüder, sondern auch als Mitglieder
des Bischofskollegiums betrachteten, die unter der Leitung des Nachfolgers
Petri den Spuren des guten Hirten folgen wollten, indem sie sich in den Dienst
der Kirche stellten, die sich in allen Teilen des Kontinents auf der
Pilgerschaft befindet. Auffallend für alle war die Freude der
Synodenteilnehmer, die in dieser Synode eine außerordentliche Gelegenheit
sahen, dem Herrn, dem Stellvertreter Christi, und so vielen Bischöfen,
Priestern, Ordensleuten und Laien, die aus allen Teilen des Kontinents gekommen
waren, zu begegnen.
Ohne Zweifel
haben einige Faktoren im Vorfeld zwar nicht auf unmittelbare, aber doch auf
wirksame Weise zu dieser brüderlichen Atmosphäre auf der Synode beigetragen. In
erster Linie sind hier die Gemeinschaftserfahrungen hervorzuheben, die man
zuvor auf den Generalversammlungen des lateinamerikanischen Episkopates in Rio
de Janeiro (1955), Medellín (1968), Puebla (1979) und Santo Domingo (1992)
gemacht hatte. Dort hatten die Hirten der lateinamerikanischen Kirche gemeinsam
als Brüder jeweils die dringendsten Seelsorgefragen in diesem Teil des
Kontinents erörtert. Hinzu kamen die in regelmäßigen Abständen erfolgten
interamerikanischen Bischofsversammlungen, auf denen die Teilnehmer die Möglichkeit
hatten, sich dem Horizont des gesamten Kontinents zu öffnen, indem sie über die
gemeinsamen Probleme und Herausforderungen sprachen, die sich der Kirche in den
Ländern Amerikas stellen.
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