Orientalisch-katholische
Präsenz in Amerika
17.
Die bis in unsere heutige Zeit andauernde Einwanderung in Amerika ist seit
Beginn der Evangelisierung so etwas wie eine Konstante in seiner Geschichte
geworden. Innerhalb dieses komplexen Phänomens muß man hervorheben, daß
bestimmte Regionen Amerikas in der letzten Zeit zahlreiche Mitglieder
orientalisch-katholischer Kirchen aufgenommen haben, die aus verschiedenen
Gründen ihre Ursprungsländer verlassen haben. Eine erste Einwanderungswelle
erfolgte vor allem aus der Westukraine. Später hat sich diese
Auswanderungsbewegung auch auf die Länder des Mittleren Ostens ausgeweitet. So
entstand die pastorale Notwendigkeit, eine katholisch-orientalische Hierarchie
für diese Einwanderer und ihre Nachkommen zu errichten. Die auf dem Zweiten
Vatikanischen Konzil erlassenen Normen, an die die Synodenväter erinnerten,
anerkennen: die katholischen Ostkirchen „haben
das volle Recht und die Pflicht, sich jeweils nach ihren eigenen Grundsätzen zu
richten“, da sie beauftragt sind, von
einer altehrwürdigen lehrmäßigen, liturgischen und monastischen Tradition
Zeugnis abzulegen. Andererseits müssen besagte Kirchen ihre eigenen Disziplinen
bewahren, weil diese „den Gewohnheiten ihrer
Gläubigen besser entsprechen und der Sorge um das Seelenheil angemessener
erscheinen“ 46. Wenn die universale
ekklesiale Gemeinschaft der „Synergia“ [des Zusammenwirkens] zwischen den Teilkirchen des
Ostens und Westens bedarf, um mit beiden Lungen atmen zu können, muß man sich
in der Hoffnung, dies eines Tages einmal gänzlich durch die vollkommene Einheit
zwischen der katholischen Kirche und den getrennten Ostkirchen 47 tun
zu können, darüber freuen, daß in der jüngsten Zeit neben den seit Anbeginn
dort ansässigen Kirchen lateinischer Tradition auch die Ostkirchen einen Platz
eingenommen haben, denn so kommt die Katholizität der Kirche des Herrn noch
besser zum Ausdruck 48.
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