Die
Kirche im Bereich der Erziehung und des Sozialwesens
18.
Unter den Faktoren, die den Einfluß der Kirche bei der christlichen Erziehung
in Amerika begünstigen, ist ihre starke Präsenz im Bildungswesen hervorzuheben.
Das gilt ganz besonders für den wissenschaftlichen Bereich. Die zahlreichen
über den Kontinent verteilten katholischen Universitäten stellen ein
Charakteristikum des kirchlichen Lebens in Amerika dar. Auf gleiche Weise
bietet der Unterricht in den zahlreichen katholischen Grundschulen und höheren
Lehranstalten die Möglichkeit zur Evangelisierung im großen Rahmen, wobei
dieser stets vom entschiedenen Willen begleitet werden muß, eine wirklich
christliche Erziehung zu ermöglichen 49.
Ein weiterer
wichtiger Bereich, in dem die Kirche in ganz Amerika präsent ist, ist die
Caritas und das Sozialwesen. Die vielfältigen Initiativen zur Betreuung von
alten, kranken und hilfsbedürftigen Menschen in Altenheimen, Krankenhäusern,
ambulanten Krankenstationen, kostenlosen Essensausgaben und anderen
Sozialeinrichtungen sind ein greifbares Zeugnis der besonderen Liebe zu den
Armen, welches die Kirche in Amerika aus Liebe zu ihrem Herrn ablegt in dem
Bewußtsein, daß „Jesus sich mit ihnen
identifiziert hat (vgl. Mt 25, 31-46)“
50. Bei dieser Aufgabe, die keine Grenzen kennt, verstand es die
Kirche, ein Bewußtsein für konkrete Solidarität zwischen den verschiedenen
Gemeinschaften des Kontinents sowie auf weltweiter Ebene zu schaffen. Auf diese
Weise manifestierte sie ihre Brüderlichkeit, welche die Christen überall und
immer auszeichnen muß.
Der Dienst an
den Armen muß, um dem Evangelium zu entsprechen und um eine evangelisierende
Dimension anzunehmen, ein treues Abbild des Handelns Jesu sein, der kam, damit
er „den Armen eine gute Nachricht
bringe“ (Lk 4,18). Wenn das in
diesem Geist geschieht, wird dieser Dienst zu einer Bekundung der unendlichen
Liebe Gottes zu allen Menschen. So wird auf vielsagende Weise die Hoffnung auf
das Heil weitergegeben, das Christus in die Welt gebracht hat und das besonders
dann aufleuchtet, wenn es den von der Gesellschaft Verlassenen und
Ausgestoßenen gebracht wird.
Diese ständige
Fürsorge für die Armen und Mittellosen kommt in der Soziallehre der Kirche zum
Ausdruck, die nicht müde wird, die christliche Gemeinschaft einzuladen, sich
für die Überwindung jeglicher Form von Ausbeutung und Unterdrückung
einzusetzen. Denn es geht ja wirklich nicht nur darum, die schlimmsten und
dringlichsten Nöte durch individuelle und sporadische Aktivitäten zu lindern, sondern
auch darum, die Wurzel des Übels zu benennen, indem man solche Eingriffe
vorschlägt, die den sozialen, politischen und wirtschaftlichen Strukturen eine
gerechtere und solidarischere Gestalt verleihen.
|