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Johannes Paul II.
Ecclesia in America

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  • KAPITEL II DIE BEGEGNUNG MIT JESUS CHRISTUS IM HEUTIGEN AMERIKA « Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden » (Lk 12, 48)
    • Die Kirche im Bereich der Erziehung und des Sozialwesens
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Die Kirche im Bereich der Erziehung und des Sozialwesens 

18. Unter den Faktoren, die den Einfluß der Kirche bei der christlichen Erziehung in Amerika begünstigen, ist ihre starke Präsenz im Bildungswesen hervorzuheben. Das gilt ganz besonders für den wissenschaftlichen Bereich. Die zahlreichen über den Kontinent verteilten katholischen Universitäten stellen ein Charakteristikum des kirchlichen Lebens in Amerika dar. Auf gleiche Weise bietet der Unterricht in den zahlreichen katholischen Grundschulen und höheren Lehranstalten die Möglichkeit zur Evangelisierung im großen Rahmen, wobei dieser stets vom entschiedenen Willen begleitet werden muß, eine wirklich christliche Erziehung zu ermöglichen 49

Ein weiterer wichtiger Bereich, in dem die Kirche in ganz Amerika präsent ist, ist die Caritas und das Sozialwesen. Die vielfältigen Initiativen zur Betreuung von alten, kranken und hilfsbedürftigen Menschen in Altenheimen, Krankenhäusern, ambulanten Krankenstationen, kostenlosen Essensausgaben und anderen Sozialeinrichtungen sind ein greifbares Zeugnis der besonderen Liebe zu den Armen, welches die Kirche in Amerika aus Liebe zu ihrem Herrn ablegt in dem Bewußtsein, daß „Jesus sich mit ihnen identifiziert hat (vgl. Mt 25, 31-46)“ 50. Bei dieser Aufgabe, die keine Grenzen kennt, verstand es die Kirche, ein Bewußtsein für konkrete Solidarität zwischen den verschiedenen Gemeinschaften des Kontinents sowie auf weltweiter Ebene zu schaffen. Auf diese Weise manifestierte sie ihre Brüderlichkeit, welche die Christen überall und immer auszeichnen muß.

Der Dienst an den Armen muß, um dem Evangelium zu entsprechen und um eine evangelisierende Dimension anzunehmen, ein treues Abbild des Handelns Jesu sein, der kam, damit er „den Armen eine gute Nachricht bringe“ (Lk 4,18). Wenn das in diesem Geist geschieht, wird dieser Dienst zu einer Bekundung der unendlichen Liebe Gottes zu allen Menschen. So wird auf vielsagende Weise die Hoffnung auf das Heil weitergegeben, das Christus in die Welt gebracht hat und das besonders dann aufleuchtet, wenn es den von der Gesellschaft Verlassenen und Ausgestoßenen gebracht wird.

Diese ständige Fürsorge für die Armen und Mittellosen kommt in der Soziallehre der Kirche zum Ausdruck, die nicht müde wird, die christliche Gemeinschaft einzuladen, sich für die Überwindung jeglicher Form von Ausbeutung und Unterdrückung einzusetzen. Denn es geht ja wirklich nicht nur darum, die schlimmsten und dringlichsten Nöte durch individuelle und sporadische Aktivitäten zu lindern, sondern auch darum, die Wurzel des Übels zu benennen, indem man solche Eingriffe vorschlägt, die den sozialen, politischen und wirtschaftlichen Strukturen eine gerechtere und solidarischere Gestalt verleihen




49 Vgl. ebd., 23 und 24. 81



50 Ebd., 73. 






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