Die Last
der Auslandsschulden
22.
Die Synodenväter haben ihrer Sorge über die Auslandsschulden Ausdruck
verliehen, die viele Länder in Amerika belasten. Das kommt einer
Solidaritätsbekundung mit diesen Ländern gleich. Sie lenken zu Recht die
Aufmerksamkeit der öffentlichen Meinung auf die Komplexität dieses Themas und
anerkennen, „daß diese Schulden häufig das
Ergebnis von Korruption und schlechter Verwaltung sind“ 59. Es entspricht nicht dem Geist synodaler
Reflexion, durch diese Erkenntnis die gesamte Verantwortung eines Phänomens auf
einen einzigen Pol konzentrieren zu wollen, welches von seinem Ursprung her und
auch, was seine Lösung anbelangt, äußerst komplex ist 60.
In der Tat
zählen zu den vielseitigen Gründen, die zu einer so hohen Auslandsverschuldung
geführt haben, nicht nur die hohen Zinsen, die Folge einer spekulativen
Finanzpolitik, sondern auch die Verantwortungslosigkeit einiger
Regierungspolitiker, die bei der Aufnahme der Schulden nicht genügend über die
reellen Möglichkeiten der Rückzahlung nachgedacht haben. Erschwerend kommt noch
hinzu, daß aus internationalen Geldanleihen stammende ungeheure Summen manchmal
zur persönlichen Bereicherung einiger Personen dienten, anstatt zur Förderung
der für die Entwicklung des Landes notwendigen Veränderungen. Es wäre aber ungerecht,
daß diese unverantwortlichen Entscheidungen auf denen lasten, die sie nicht
getroffen haben. Der Ernst der Situation wird noch verständlicher, wenn man in
Betracht zieht, daß „schon allein die Abzahlung der
Zinsen die Wirtschaft der armen Länder stark belastet, und den Staaten dadurch
das für die soziale Entwicklung, für das Bildungs- und Gesundheitswesen und das
für die Schaffung von Arbeitsplätzen notwendige Geld fehlt“ 61.
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