Die Sorge
um die Umwelt
25.
„Gott sah, daß es gut war“ (Gen 1,25). Diese Worte, die wir im ersten
Kapitel des Buches Genesis lesen, zeigen den Sinn des göttlichen Schöpfungswerks
auf. Der Schöpfer vertraut dem Menschen, der Krönung der gesamten Schöpfung,
die Sorge um die Erde an (vgl. Gen 2,15). Daraus ergeben sich für jeden
ganz konkrete Verpflichtungen bezüglich der Umwelt, deren Erfüllung
voraussetzt, daß man sich einer ethischen und spirituellen Perspektive nicht
versperrt, denn nur so können egoistische Lebensauffassungen und „Lebensweisen überwunden werden, die zur Erschöpfung der
natürlichen Rohstoffe führen“ 66.
Selbst in
diesem heute so aktuellen Bereich ist die Mitwirkung der Gläubigen sehr
wichtig. Es bedarf einer Zusammenarbeit aller Menschen guten Willens mit den
gesetzgebenden Instanzen und der Regierung, um einen wirksamen Umweltschutz zu
erzielen, denn diese Umwelt wird als ein Geschenk Gottes betrachtet. Wie viel
Mißbrauch wird auch in vielen Gegenden Amerikas betrieben, und wie viel Schaden
wird auch dort der Umwelt zugefügt! Man denke nur an die unkontrollierte
Freisetzung von Giftstoffen oder an das dramatische Phänomen der Waldbrände,
die manchmal sogar durch Brandstiftung und aus egoistischem Interesse
entstehen. Diese Zerstörungen können nicht wenige Bereiche des amerikanischen
Kontinents in totale Wüsten verwandeln, was unvermeidlich zu Hunger und Not
führen würde. Das Problem stellt sich besonders intensiv in den
Amazonaswäldern, einer immensen Fläche, die verschiedene Länder wie Brasilien,
Guyana, Surinam, Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien umfaßt
67. Durch seine biologische Vielfalt ist er einer der am meisten
geschätzten natürlichen Lebensräume auf der Welt, da er für das ökologische
Gleichgewicht des ganzen Planeten lebensnotwendig ist.
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