Index | Wörter: alphabetisch - Frequenz - rückläufig - Länge - Statistik | Hilfe | IntraText-Bibliothek
Johannes Paul II.
Ecclesia in America

IntraText CT - Text

  • KAPITEL IV WEG ZUR GEMEINSCHAFT « Wie Du, Vater, in mir bist und ich in Dir bin, sollen auch sie in uns sein » (Joh 17, 21)
    • Die Kirche – das Sakrament der Gemeinschaft
zurück - vor

Hier klicken um die Links zu den Konkordanzen auszublenden

KAPITEL IV

WEG ZUR GEMEINSCHAFT

« Wie Du, Vater, in mir bist und ich in Dir bin,
sollen auch sie in uns sein »
(Joh 17, 21)

Die Kirche das Sakrament der Gemeinschaft 

33. „Angesichts einer geteilten und nach Einheit verlangenden Welt ist es notwendig, freudig und fest im Glauben zu verkünden, daß Gott Gemeinschaft ist; er ist Vater, Sohn und Heiliger Geist; er ist die Einheit in der Verschiedenheit; er beruft alle Menschen zur Teilhabe an dieser dreifaltigen Gemeinschaft. Es ist notwendig, zu verkünden, daß diese Gemeinschaft das großartige Projekt Gottes, des Vaters, ist, und daß der menschgewordene Jesus Christus der Mittelpunkt dieser Gemeinschaft ist und der Heilige Geist ständig wirkt, um Gemeinschaft zu schaffen oder sie wieder herzustellen, falls sie zerstört worden ist. Es ist auch notwendig, zu verkünden, daß die Kirche Zeichen und Werkzeug der von Gott gewollten Gemeinschaft ist, die in der Zeit begonnen hat und zur Vollendung geführt wird, wenn das Reich erfüllt sein wird“ 97. Die Kirche ist Zeichen dieser Gemeinschaft, weil ihre Glieder wie Rebzweige am Leben Christi, dem wahren Leben, teilhaben (vgl. Joh 15,5). Tatsächlich treten wir ja auch durch die Gemeinschaft mit Christus, dem Haupt des mystischen Leibes, in lebendige Gemeinschaft mit allen Gläubigen

Diese in der Kirche existierende und ihrer Natur nach wesentliche Gemeinschaft 98 muß durch konkrete Zeichen sichtbar werden. „Solche Zeichen können sein: das gemeinsame Gebet für andere, verstärkte Beziehungen zwischen den Bischofskonferenzen, die Verbindung unter den Bischöfen, brüderliche Beziehungen zwischen den Diözesen und den Pfarreien und die gegenseitige Kommunikation zwischen den Pastoralagenten für besondere missionarische Aufgaben99. Kirchliche Gemeinschaft heißt auch, das Glaubensgut in seiner Reinheit und in seinem vollen Umfang zu bewahren, was auch für die Einheit der Bischöfe unter der Autorität des Nachfolgers Petri gilt. In diesem Zusammenhang haben die Synodenväter hervorgehoben, daß „die Stärkung des petrinischen Amtes grundlegend für die Bewahrung der kirchlichen Einheit ist“, und daß „die volle Ausübung des Primates Petri grundlegend für die Identität und Vitalität der Kirche in Amerika ist“ 100. Es entspricht dem Auftrag des Herrn, daß Petrus und seine Nachfolger die Brüder im Glauben stärken (vgl. Lk 22,32) und die ganze Herde Christi weiden sollen (vgl. Joh 21,15-17). So ist der Nachfolger des Apostelfürsten berufen, der Fels zu sein, auf dem die Kirche erbaut ist, und das daraus hervorgegangene Amt des Verwalters der Schlüssel des Himmelreiches auszuüben (vgl. Mt 16,18-19). Der Stellvertreter Christi ist also „dauerhaftes Prinzip dieser […] Einheit und ein sichtbares Fundament“ der Kirche 101

Christliche Initiation und Gemeinschaft 

34. Die Gemeinschaft wird in der Kirche durch die christlichen Initiationssakramente der Taufe, der Firmung und der Eucharistie erlangt. Die Taufe ist „das Tor zum geistlichen Leben […] Durch sie werden wir nämlich zu Gliedern Christi und dem Leib der Kirche zugehörig102. Beim Empfang der Firmung werden die Getauftenvollkommener der Kirche verbunden und mit einer besonderen Kraft des Heiligen Geistes ausgestattet. So sind sie in strengerer Weise verpflichtet, den Glauben als wahre Zeugen Christi in Wort und Tat zugleich zu verbreiten und zu verteidigen103. Der Prozeß der christlichen Initiation wird vervollständigt und erfährt seinen Höhepunkt im Empfang der Eucharistie, wodurch der Getaufte vollkommen in den Leib Christi eingegliedert wird 104

„Diese Sakramente sind eine ausgezeichnete Gelegenheit für eine gute Evangelisierung und Katechese, wenn die Vorbereitung durch gläubige und kompetente Lehrer stattfindet105. Wenn auch in den verschiedenen amerikanischen Diözesen große Fortschritte bei der Vorbereitung auf die Sakramente christlicher Initiation erzielt wurden, beklagten die Synodenväter doch, daß es immer noch „sehr viele Menschen gibt, die diese Sakramente ohne hinreichende Unterweisung empfangen106. Im Falle der Kindertaufe sollte man sich auf jeden Fall bemühen, die Eltern und Paten zu unterweisen




97 Ebd. 40; vgl. Zweites Vatikanisches Konzil; Dogmatische Konstitution Lumen gentium, Über die Kirche, 2. 



98 Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Brief Communis notio an die Bischöfe der katholischen Kirche über einige Aspekte der Kirche als Gemeinschaft (28. Mai 1992), 3–6, in: AAS 85 81993) 839841



99 Propositio, 40.



100 Ebd.



101 Erstes Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Pastor aeternus, Über die Kirche Christi, Prolog: DS 3051



102 Konzil von Florenz, Unionsbulle Exsultate Deo (22. November 1439), in: DS 1314



103 Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, Über die Kirche, 11.



104 Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dekret Presbyterorum ordinis, Über Dienst und Leben der Priester, 5. 



105 Propositio, 41.



106 Ebd.






zurück - vor

Index | Wörter: alphabetisch - Frequenz - rückläufig - Länge - Statistik | Hilfe | IntraText-Bibliothek

Best viewed with any browser at 800x600 or 768x1024 on Tablet PC
IntraText® (V89) - Some rights reserved by EuloTech SRL - 1996-2007. Content in this page is licensed under a Creative Commons License