Die
Eucharistie – Mittelpunkt der
Gemeinschaft mit Gott und den Brüdern und Schwestern
35.
Die Realität der Eucharistie erschöpft sich nicht in der Tatsache, das
Sakrament zu sein, mit dem die christliche Initiation ihren Höhepunkt erfährt.
Während die unwiederholbaren Sakramente der Taufe und Firmung 107 die
Funktion erfüllen, in das Leben der Kirche einzuführen, ist die Eucharistie
weiterhin der lebendige und ständige Mittelpunkt, worum sich die ganze
kirchliche Gemeinschaft versammelt 108. Die verschiedenen Aspekte
dieses Sakraments zeigen seinen unerschöpflichen Reichtum auf. Es ist
gleichzeitig Sakrament-Opfer, Sakrament-Gemeinschaft und Sakrament-Gegenwart
109.
Die Eucharistie
ist der bevorzugte Ort der Begegnung mit dem lebendigen Christus. Deshalb
müssen sich die Hirten des Gottesvolkes in Amerika durch Predigt und Katechese
bemühen, „der Feier der sonntäglichen
Eucharistie neue Kraft zu verleihen, denn sie ist Quelle und Höhepunkt des
kirchlichen Lebens, Unterpfand ihrer Gemeinschaft im Leib Christi und
Aufforderung zur Solidarität als Ausdruck des Gebotes des Herrn: ‘Liebt einander, wie ich euch geliebt habe’ (Joh 13, 34)“
110. So legen auch die Synodenväter nahe, daß ein solches Bemühen
verschiedene grundlegende Dimensionen berücksichtigen muß. Vor allem sollten
sich die Gläubigen darüber bewußt werden, daß die Eucharistie ein unermeßliches
Geschenk ist und sie daher alles tun sollten, aktiv und würdig daran
teilzunehmen, zumindest aber an Sonn- und Feiertagen. Gleichzeitig müssen aber
auch „alle Anstrengungen der Priester
unterstützt werden, um diese Teilnahme zu erleichtern und sie in entlegenen
Gemeinschaften zu ermöglichen“ 111. Man wird
die Gläubigen auch daran erinnern müssen, daß „die
volle, bewußte und aktive Teilnahme an der Eucharistie, wenn auch vom Wesen her
verschieden vom Dienst des geweihten Priesters, eine Ausübung des gemeinsamen,
in der Taufe empfangenen Priestertums ist“
112.
Die
Notwendigkeit, daß die Gläubigen an der Eucharistie teilnehmen, und die
Schwierigkeiten, die vom Priestermangel herrühren, bringen die Dringlichkeit
ans Licht, Priesterberufungen zu fördern 113. Auch ist es notwendig,
der ganzen Kirche in Amerika die „Verbindung“, die zwischen der Eucharistie und der Nächstenliebe
besteht“ 114, in Erinnerung zu
rufen. Diese Verbindung brachte die Urkirche dadurch zum Ausdruck, daß sie das
eucharistische Mahl mit dem „Agape“-Mahl vereinte 115. Die Teilnahme an der
Eucharistie muß zu einer intensiveren caritativen Tätigkeit als Frucht der in
diesem Sakrament empfangenen Gnade führen.
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