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Johannes Paul II.
Ecclesia in America

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  • KAPITEL VI DIE SENDUNG DER KIRCHE  IN AMERIKA HEUTE: DIE NEUEVANGELISIERUNG « Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch » (Joh 20, 21)
    • Die Begegnung mit Christus führt zur Evangelisierung
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Die Begegnung mit Christus führt zur Evangelisierung 

68. Die Begegnung mit dem Herrn erzeugt eine tiefgreifende Verwandlung bei denen, die sich ihm nicht verschließen. Der erste Impuls, der von dieser Umwandlung ausgeht, ist, daß man den anderen den Reichtum, den man in dieser Begegnung erfahren hat, gerne mitteilen möchte. Es geht dabei nicht einfach nur darum zu zeigen, was man kennengelernt hat, son-dern man will, wie die Samariterin, daß auch die anderen Jesus persönlich begegnen: „Kommt, und seht“ (Joh 4,29). Das Ergebnis wird dann dasselbe sein, wie schon damals in den Herzen der Menschen aus Samaria, die zu der Frau sagten: „Nicht mehr aufgrund deiner Aussage glauben wir, sondern weil wir ihn selbst gehört haben und nun wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt“ (Joh 4,42). Zu den zentralen Aufgaben der Mission der Kirche, die von der ständigen und geheimnisvollen Gegenwart ihres auferstandenen Herrn lebt, gehört es, „alle Menschen zur Begegnung mit Jesus Christus zu führen“ 253

Wir sind berufen zu verkünden, daß Christus wirklich lebt, das heißt, daß der menschgewordene Gottessohn gestorben und auferstanden ist, daß er der einzige Retter aller Menschen sowie des Menschen in seiner Gesamtheit ist, und daß er als Herr der Geschichte weiterhin durch seinen Heiligen Geist in der Kirche und in der Welt bis zum Ende der Zeiten wirkt. Die Gegenwart des Auferstandenen in der Kirche ermöglicht auch dank des unsichtbaren Wirkens seines lebensspendenden Geistes die Begegnung mit ihm. Diese Begegnung ereignet sich durch den in der Kirche empfangenen und gelebten Glauben, denn die Kirche ist der mystische Leib Christi. Deshalb hat diese Begegnung auch eine wesentliche kirchliche Dimension und führt dazu, daß man sein Leben aufopfert. Und tatsächlich „bedeutet, dem lebendigen Christus zu begegnen, in erster Linie dessen Liebe anzunehmen, sich für ihn zu entscheiden, freiwillig sich zu seiner Person und zu seinem Projekt, das Gottesreich zu verkün-den und zu verwirklichen, zu bekennen“ 254

Dieser Ruf führt dazu, daß wir Jesus suchen: „Rabbi – das heißt übersetzt: Meister –, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit ihm und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm“ (Joh 1,38-39). „Dieses ‘Bei-Ihm-Bleiben’ beschränkt sich nicht nur auf jenen Tag, an dem er sie eingeladen hatte, sondern es erstreckt sich auf das ganze Leben. Ihm zu folgen heißt, so zu leben, wie er es tat, seine Botschaft anzunehmen, seine Kriterien zu übernehmen, sein Schicksal anzunehmen, an seinem Vorhaben, dem Plan des Vaters, teilzunehmen, nämlich alle zur Gemeinschaft mit der Dreifaltigkeit und zur Gemeinschaft mit den Brüdern und Schwestern in einer gerechten und solidarischen Gesellschaft einzuladen“ 255. Der brennende Wunsch, die anderen zur Begegnung mit Ihm einzuladen, dem wir begegnet sind, steht am Anfang der Evangelisierungsmission, die der ganzen Kirche zugrunde liegt und die ganz besonders im heutigen Amerika an Dringlichkeit gewinnt, nachdem man dort den fünfhundertsten Jahrestag der ersten Evangelisierung begangen hat und während wir im Begriff sind, dankbar der 2000 Jahre seit der Ankunft des eingeborenen Gottessohnes auf dieser Welt zu gedenken. 




253 Ebd., 2.



254 Ebd.



255 Ebd.






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