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Johannes Paul II.
Ecclesia in America

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  • KAPITEL III DER WEG DER UMKEHR « Also kehrt um, und tut Buße » (Apg 3, 19)
    • Buße und Versöhnung
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Buße und Versöhnung 

32. Die Umkehr („metánoia“), zu der jedermann berufen ist, führt dazu, daß man jene neue Mentalität, die das Evangelium vorgibt, annimmt und sich zu eigen macht. Das heißt aber, die Denk- und Handlungsweise der Welt aufgeben, die oftmals das Dasein beeinflußt. Die Heilige Schrift erinnert daran, daß der alte Mensch sterben und der neue Mensch geboren werden muß, mit anderen Worten: daß alles menschliche Sein erneuert werden muß, und zwar „nach dem Bild seines Schöpfers […], um ihn zu erkennen“ (Kol 3,10). Auf diesem Weg der Umkehr und Suche nach Heiligkeit „soll auch die Askese gefördert werden, die immer schon zur Praxis der Kirche gehörte und ihren Höhepunkt im Sakrament der Vergebung erreicht, wenn dies mit der richtigen dazugehörigen Einstellung gespendet und empfangen wird“. 92 Nur wer sich mit Gott versöhnt, ist auch Protagonist einer echten Versöhnung mit seinen Brüdern und Schwestern. 

32. Die derzeitige Krise des Bußsakramentes, von der auch die amerikanische Kirche nicht ausgenommen ist und die seit Beginn meines Pontifikates auch immer Gegenstand meiner Besorgnis war 93, kann nur durch eine ständige und geduldige Seelsorge überwunden werden. 

Diesbezüglich fordern die Synodenväter zu Recht, „daß die Priester zur Spendung des Bußsakramentes die nötige Zeit aufwenden, und daß sie die Gläubigen beharrlich und nachdrücklich zum Empfang dieses Sakramentes einladen, ohne daß sie selbst dabei die eigene, häufige Beichte vernachlässigen“. 94 Die Bischöfe und Priester erfahren dabei auf geheimnisvolle Weise die persönliche Begegnung mit Christus, der durch das Bußsakrament Vergebung schenkt. Sie sind privilegierte Zeugen seiner barmherzigen Liebe. 

Zur katholischen Kirche gehören Menschen „aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen“ (Offb 7,9), und sie ist berufen, „in einer Welt, die von ideologischen, ethnischen, wirtschaftlichen und kulturellen Trennungen gezeichnet ist, ein lebendiges Zeichen der Einheit der Menschenfamilie zu sein“. 95 Es gibt in Amerika sowohl im Hinblick auf die komplexe Realität einer jeden Nation und die Vielfalt ethnischer Gruppen als auch im Hinblick auf die Merkmale, die den ganzen Kontinent auszeichnen, viele Unterschiede, die nicht ignoriert werden dürfen, sondern die man in Betracht zu ziehen hat. Dank einer wirkungsvollen Integrierungsarbeit bei allen zum Volk Gottes gehörigen Menschen sowie bei den Teilkirchen in den verschiedenen Ländern können die Unterschiede von heute auch zu einer Quelle gegenseitiger Bereicherung werden. Die Synodenväter sagen zu Recht, daß es „äußerst wichtig sei, daß die Kirche in ganz Amerika ein lebendiges Zeichen einer versöhnten Gemeinschaft und einen permanenten Aufruf zur Solidarität darstellt. Sie soll ein immerwährendes Zeugnis in unseren verschiedenen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Systemen bilden“ 96. Es ist dies ein bedeutender Beitrag, den die Gläubigen zur Einheit des amerikanischen Kontinents leisten können. 

 




92 Propositio, 33.



93 Vgl. Johannes Paul II. Enzyklika Redemptor hominis (4. März 1979), 20, in: AAS 71 (1979) 309–316. 



94 Propositio, 33.



95 Ebd.



96 Ebd.






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