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40. Jedoch man fragt
149), von wem eine
solche Auffassung von jenen Dingen vermittelt werde, daß sie zur Entstehung von
Häresien dienen. Vom Teufel, versteht sich, dessen Rolle es ja ist, die Wahrheit
zu verdrehen, der sogar die Handlungen der göttlichen Sakramente in seinen
Götzenmysterien nachäfft. Er tauft auch ---- natürlich seine Gläubigen und
Getreuen; er verheißt Nachlassung der Sünden in Kraft eines Taufbades, und wenn
ich noch des Mithras gedenke 150), so bezeichnet er dort seine Kämpfer auf der Stirn,
feiert auch eine Darbringung von Brot, führt eine bildliche Vorstellung der
Auferstehung vor und nimmt unter dem Schwerte einen Kranz hinweg 151). Was soll man ferner dazu sagen, wenn - 696 -
er auch den
obersten Priester in einer einmaligen Ehe leben läßt? 152) Er hat auch seine Jungfrauen und seine
Enthaltsamen. Endlich, wenn wir uns die frömmlerischen Gebräuche eines Numa
Pompilius im Geiste vorführen, wenn wir die priesterlichen Verrichtungen,
Abzeichen und Auszeichnungen, die Dienstleistungen, Geräte und Gefäße beim
Opfer, ferner die Sonderbarkeiten der Sühnungen und Angelobungen betrachten,
ist es da nicht einleuchtend, daß der Teufel die mit dem jüdischen Gesetze
verbundene ängstliche Pedanterie darin nachgeahmt hat? Wer also sogar die
Handlungen, wodurch die Sakramente Christi vollzogen werden, in den
Verrichtungen des Götzendienstes in so böswilliger Weise zum Ausdruck zu
bringen bemüht war, gewiß verlangt der auch darnach und ist imstande, mit
derselben Schlauheit die Urkunden der hl. Geschichte und der heiligen Männer
des Christentums 153) seinem
profanen und nachgeäfften Glauben anzupassen, den Sinn nach dem Sinn, die Worte
nach den Worten, Parabeln nach den Parabeln. Und deshalb darf weder jemand
daran zweifeln, daß die geistige Bosheit, aus welcher die Häresien stammen, vom
Teufel eingegeben sei, noch daran, daß die Häresien dem Götzendienst
gleichstehen, da sie von demselben Ursprünge und das Werk desselben Wesens
sind, wie der Götzendienst. Entweder fingieren sie einen ändern Gott gegenüber
dem Schöpfer, oder wenn sie nur den einen Gott als Schöpfer bekennen, so lehren
sie anders von ihm, als es sich in Wahrheit verhält. Daher ist jede falsche Lehre
hinsichtlich Gottes gewissermaßen eine Art Götzendienst.
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