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5. Wenn ferner Paulus die Spaltungen und
Trennungen, welche ohne Zweifel Übel sind, tadelt, so fügt - 657 -
er sofort die Häresien bei 20). Was er aber anderen Übeln zugesellt, das erklärt er
damit sicherlich auch für ein Übel, und zwar für ein noch größeres, weil er
sich ausdrückt, er habe gerade deshalb dem Bericht in Betreff 21) der Schismen und Spaltungen geglaubt, weil
er wisse, daß es sogar Häresien geben müsse. Er gibt nämlich zu erkennen, daß
er im Hinblick auf das Kommen eines noch größeren Übels leicht an die
geringeren geglaubt habe. Sicherlich hat er nicht deshalb an das Vorhandensein
von Übeln geglaubt, weil Häresien etwas Gutes wären, sondern um im voraus zu
mahnen, daß man sich auch über Versuchungen einer noch schlimmeren Art nicht
wundern dürfe, deren Ziel er dahin charakterisierte, die Bewährten an den Tag
zu bringen, nämlich die, welche sich nicht haben verführen lassen. Endlich,
wenn der ganze Abschnitt die Absicht verrät, die Einheit zu erhalten und
Trennungen zu verhüten, die Häresien aber nicht weniger als Schismen und
Spaltungen von der Einheit losreißen, dann hat er ohne Zweifel auch die
Häresien auf dieselbe Stufe der Verwerflichkeit gesetzt wie die Schismen und
Spaltungen. Und damit hat er für Bewährte nicht diejenigen erklärt, welche zu
Häresien übergehen. Er schärft vielmehr dringend ein, sich von solchen gerade
fernzuhalten, und lehrt, daß alle nur ein Bekenntnis und dieselbe Gesinnung
haben sollen, was die Häresien eben nicht zulassen.
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