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25. Es ist aber, wie
schon bemerkt, ein ebenso großer Unsinn, wenn sie zwar zugeben, den Aposteln
sei alles bekannt gewesen und die einzelnen hätten keine verschiedenen Lehren
gepredigt, dann aber doch behaupten, daß sie nicht allen alles mitgeteilt
hätten. Einiges nämlich hätten sie öffentlich und der Gesamtheit, einiges aber
im geheimen und nur wenigen anvertraut, weil sich Paulus dem Timotheus
gegenüber auch folgenden - 678 -
Ausdruckes bediente: „O Timotheus, bewache das Hinterlegte" 86), und wiederum: „Bewahre das hinterlegte
edle Gut!" 87) Was ist das
für ein hinterlegtes Gut? Ist es so geheim, daß man es für eine völlig andere
Lehre halten kann? Oder gehört es zu jener Anweisung, von der er sagt: „Diese
Anweisung lege ich dir ans Herz, mein lieber Sohn Timotheus" 88), und ebenso zu jener Vorschrift, von der er
sagt: „Ich befehle dir vor Gott, der alles lebendig macht, und vor Jesus
Christus, der unter Pontius Pilatus das gute Bekenntnis abgelegt hat, daß du
das Gebot haltest" 89). Welche
Vorschrift aber und welches Gebot ist das? Aus den vorausgegangenen und
nachfolgenden Worten konnte man ersehen, daß mit diesem Ausspruch nicht etwa
eine versteckte Hindeutung auf weiß Gott was für eine Geheimlehre gegeben ist,
sondern vielmehr eingeschärft wird, keine andere Lehre zuzulassen neben der,
die er von ihm gehört hatte, und, wie ich meine, sagt er: „vor vielen
Zeugen" 90). Wenn sie
unter diesen „vielen Zeugen" die Kirche nun einmal nicht verstehen wollen,
so verschlägt uns das nichts; denn was „vor vielen Zeugen" vorgebracht
wurde, das wird doch wohl nichts Geheimes gewesen sein. Wenn er aber den
Timotheus ermahnt, „dieses treuen Menschen anzuvertrauen, welche geeignet
wären, auch andere zu lehren", so ist auch dieser Ausdruck nicht zu
deuten, als sei er ein Beweis für das Vorhandensein irgendeines verborgenen
Evangeliums. Denn wenn er sagt „dieses", so bezeichnet er damit das, was
der Gegenstand seines gegenwärtigen Schreibens war, für etwas Verborgenes aber,
als etwas Fernliegendes, hätte er sich in seinem Bewußtsein nicht des Ausdrucks
„dieses", sondern „jenes" bedient.
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