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26. Ferner, es war etwas
in sich Begründetes, daß Paulus, als er einem die Verwaltung des Evangeliums
anvertraute, ihm ausdrücklich bemerkte, dieselbe sei - 679 -
nicht indiskret noch unbedachtsam zu führen, gemäß dem Ausspruche des
Herrn, „die Perle nicht den Schweinen und das Heilige nicht den Hunden
vorzuwerfen" 91). Der Herr
hat öffentlich seine Lehre vorgetragen, ohne Hindeutung auf irgendeine
versteckte Geheimlehre. Er selbst hatte vorgeschrieben, „was sie im dunkeln und
im geheimen gehört hätten, am Tage und von den Dächern zu predigen"
92). Er selbst hatte
durch ein Gleichnis es vorher versinnbildet, daß sie nicht einmal „ein
Pfund" 93), d. h. ein
einziges seiner Worte ohne Gewinn im verborgenen verwahren sollten. Er selbst
hatte gelehrt, „daß man das Lämpchen nicht unter dem Scheffel zu verbergen,
sondern auf den Kandelaber zu stellen pflege, damit es allen leuchte, die im
Hause sind" 94). Das alles
haben die Apostel entweder in den Wind geschlagen oder nicht verstanden, wenn
sie es nicht erfüllten und etwas von dem Lichte, d. h. von dem Worte Gottes und
dem Geheimnis Christi, verborgen hielten. Soviel ich weiß, fürchteten sie
niemanden, weder die Gewalttätigkeit der Juden noch die der Heiden. Um wieviel
mehr war also ihre Verkündigung in der Kirche eine unbefangene, da sie nicht
einmal in den Synagogen und auf den öffentlichen Plätzen schwiegen! Ja noch
mehr; sie hätten weder die Juden bekehren noch die Heiden aufnehmen können,
wenn sie nicht, was von diesen geglaubt werden sollte, der Reihe nach dargelegt
hätten. Noch weniger würden sie den schon gläubigen Gemeinden etwas entzogen
haben, um es einigen wenigen ändern besonders anzuvertrauen. Aber auch dann,
wenn sie über einige Dinge sozusagen nur wie in der Familie redeten, darf man
doch nicht glauben, es sei etwas gewesen, wodurch nebenbei noch eine andere
abweichende Glaubensregel eingeführt wurde, die verschieden und derjenigen entgegengesetzt
war, welche sie als katholisch in die Öffentlichkeit brachten, so daß sie also
einen ändern Gott in der Kirche bekannten, einen ändern in ihrer Herberge,
etwas anderes vor dem Publikum als - 680 -
Wesenheit Christi bezeichneten, etwas anderes im geheimen, eine andere
Hoffnung der Auferstehung verkündeten vor der Gesamtheit und eine andere vor
einer Minderheit; während sie doch selbst in ihren Briefen bitten und
beschwören, „alle sollten ein und dasselbe bekennen und es sollten keine Schismen
und Spaltungen in der Kirche sein" 95), da, sei es nun Paulus, seien es die ändern, alle
dasselbe predigten 96). Ohnedies
waren sie der Mahnung eingedenk: „Eure Rede sei: Ja, ja und nein, nein, was
darüber ist, ist vom Übel" 97), um nicht in die Versuchung zu kommen, das Evangelium
in verschiedener Weise zu behandeln.
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