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| Quintus Septimius Florens Tertullianus Über die einmalige Ehe. IntraText CT - Text |
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5. Soviel über die Bezeugung dieser Sache durch den Urständ, die Bestätigung durch die Art unseres Ursprungs und das durch die göttliche Einrichtung von vornherein abgelegte Urteil. Sie ist jedenfalls ein Gesetz und zwar damals eben als solche 38); denn wenn es von Anbeginn an so gehalten wurde, dann finden wir es erklärlich, daß wir von Christus auf den Uranfang hingewiesen werden. Wenn er z. B. bei der Frage über den Scheidebrief sagt, daß derselbe den Juden wegen ihrer Herzenshärte von Moses gestattet worden, daß es aber von Anfang an nicht so gewesen sei, dann führt er ohne Zweifel die Unteilbarkeit der Ehe auf ihren anfänglichen Zustand zurück. Und deshalb, weil Gott von Anfang die zwei zu einem Fleische verbunden hat, darf der Mensch sie jetzt nicht trennen 39). Auch der Apostel sagt in seinem Briefe an die Epheser, daß Gott bei sich den Ratschluß gefaßt habe, um die Zeiten zur Fülle zu führen, alles zum Haupte, d. h. zu seinem Anfang zurückzuführen in Christo, was im Himmel und auf der Erde ist in ihm 40). Daher hat der Herr die beiden griechischen Buchstaben, den ersten und den letzten des Alphabets, für sich gewählt als Symbole des Anfangs und des Endes, die beide in ihm zusammentreffen, so daß er also, wie man von Α bis Ω fortzählt und von Ω, bis Α zurückgeht, in derselben Weise an den Tag lege, daß in ihm der Verlauf vom Anfang bis zum Ende und der Rücklauf vom Ende bis zum Anfang enthalten sei, so daß jegliche Veranstaltung auf den ziele, durch den sie angefangen hat----durch das Wort Gottes nämlich, das Fleisch geworden ist, fing sie an----und ebenso endige, wie sie angefangen hat. Und so findet denn in Christo alles seine Zurückbeziehung auf den Anfang, so in Bezug auf den Glauben, der von der Beschneidung zurückkehrt auf die Unversehrtheit des Fleisches, wie es zu Anfang war, so in Bezug auf die Freiheit beim Genuß von Speisen und die Enthaltung von Blut allein, wie es zu Anfang war, so auch in Bezug auf die Untrennbarkeit der Ehe, wie sie von Anfang an war, und das Verbot des Scheidebriefs, der von Anfang an nicht war. Zuletzt wird dann der ganze Mensch in das Paradies zurückgerufen, wo er von Anfang war. Warum sollte Christus den Adam nicht wenigstens als Monogamus dahin zurückbringen, da er ihn in derselben Unversehrtheit nicht herstellen kann, in der er von dort weggeschickt wurde? 41) Was also die Wiederherstellung des Uranfangs betrifft, so fordert das innere Wesen des Ratschlusses und deiner Hoffnung von dir das, was von Anfang an war und was der zweite Anfang war 42), das, worin deine erste Abstammung von Adam und worin deine zweite Abstammung von Noë bestand. Du hast nun zu wählen, welchen von ihnen du für dich als Anfang gelten lassen willst. In beiden nimmt dich die Monogamie mit strenger Sentenz für sich in Anspruch. Aber auch wenn der Anfang so zum Ende hinübergeht (wie das Α zum Ω) wie das Ende auf den Anfang zurückgeht (wie das Ω zum Α), und wenn so unser Ursprung auf Christus hinübergeleitet wird, der psychische in den pneumatischen, weil nicht das Pneumatische das erste ist, sondern das Psychische und darnach erst das Pneumatische 43), wollen wir ebenso zusehen, ob du nicht auch diesem zweiten Ursprung ganz dasselbe schuldest, ob nicht der letzte Adam in derselben Art dich überführt 44) wie der erste; denn der letzte Adam, d. h. Christus, ist überhaupt gänzlich unverheiratet, geradeso wie der erste vor seiner Ausweisung. Aber nachdem der vollkommenere Adam, d. h. Christus, deiner Schwäche das Vorbild seines Fleisches geschenkt, er, der auch darin vollkommener ist, daß er unversehrter ist, tritt er dir, wofern du nur willst, als Verschnittener entgegen in Bezug auf das Fleisch. Wenn hierzu aber deine Kraft nicht ausreicht 45), so tritt er dir als Monogamus entgegen in Bezug auf den Geist, da er ja zur einzigen Braut die Kirche hat, gemäß dem Vorbilde in Adam und Eva, welches der Apostel auf jenes große Geheimnis deutet 46), ,,auf Christus und die Kirche", so daß sie zu der leiblichen Monogamie geeignet waren durch eine geistige 47). Du siehst also, wenn du deinen Stand in Christus erneuerst, so kannst du ihn nicht, ohne dich zur Monogamie zu bekennen, in die Rollen eintragen lassen 48), wenn du nicht im Fleische bist, was jener im Geiste ist, obwohl du auch, was er im Fleische war, gerade so sein solltest 49).
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