abend-jager | jede-weich | weide-zwist
Fettdruck = Main text
Akt, Szene Grau = Kommentar
501 | jede
502 1, 2 | allerliebstes Kind~Schlug jeden Antrag in den Wind,~Lacht'
503 | jedes
504 1, 2 | der Dorfbewohner, die ihn jedoch bald bemerken und ihn begrüßen.
505 | jenem
506 vor | Wißenschaft. ~Heiling~Was soll mir jenes Buch?~Was soll sein Zauberspruch,~
507 2, 2 | beobachtend.) ~Gertrude:~Heil'ge Jungfrau! Welch'ein Glanz,~Er verblendet
508 3, 2 | Gott! ~Heiling (mit starrer Kälte):~Als Rächer komm ich her! ~
509 3, 2 | Wiederkehr versprochen!~(Er kämpft mit sich selbst.)~Ich komme
510 2, 2 | Und in Leiden für dich käpfen,~Mit dir weiden!~Nur die
511 vor | Königin ein schön verziertes Kästchen; sie öffnet es.)~Schimmernde
512 1, 2 | als ein schmuckes Gräflein kam,~Sie flugs sich ihn zum
513 2, 1 | Friede mir im Herzen,~Ich kannte keine Sehnsucht, keine Schmerzen,~
514 1, 2 | begehren! ~Konrad (für sich):~Kaum kann ich dem Zorne wehren... ~
515 vor | nachstreckend)~Mein Sohn!~Mein Sohn, kehrst du mir niemals wieder, nie? ~
516 1, 1 | Feste gehn. ~Anna (mit der Kette spielend und unherhüpfend):~
517 2, 2 | läßt Juwelen und goldne Ketten hervornblitzen, die Gertrude
518 vor | die sie dem ungetreuen Kinde weint;~so nimm denn meine
519 2, 2 | Konrad:~|O wollt Eurer Kinder Glück gewähren,~|Ihr sollt
520 1, 1 | Buch zu und schließt die Klammern.)~Umfange mich mit Liebesarmen
521 1, 1 | verbirgt sein Gesicht in ihrer Kleidung. Anna richtet ihn auf und
522 1, 2 | gewähren,~Gönnet ihr die kleine Lust. ~Heiling:~Nein! ~Anna:~
523 vor | An den zackigen Wänden klettern Zwerge und putzen die Erdadern,
524 3, 2 | wütend auf Heiling. Die Klinge bricht. Heiling steht unbeweglich
525 2, 1 | unterirdisch):~Aus der Klüfte Schlund,~Durch der Erde
526 3, 1 | ihr Geister aus Höhl' und Kluft,~Herauf, der Meister, der
527 3, 2 | mich!~(Sie stürzt in die Knie, mit ausgebreiteten Armen
528 vor | Juwelen herbei, welche sie knieend der Königin und Heiling
529 vor | zur Königin und beugt sich knieendüber ihre Hand.)~Leb' wohl, du
530 3, 2 | Mehrere Mädchen liegen auf den Knien, die Gesichter verbergend.
531 3, 2 | unter den Frauen. Konrad kniet im Kreise der Mädchen, die
532 1, 2 | Burzelbäume flink voran,~Ein Kobold war ihr Mann!~(Während der
533 3, 2 | Gnomen mit Feuerbränden und Kobolde an mehreren Stellen unter
534 2, 2 | du, frei,~|Ich lach' des Kobolds Wut!~|~|Anna und Gertrude:~|
535 3, 1 | So rächet ihr denn eures Königs Schmach,~Zur Hochzeit gehen
536 2, 2 | Es hätte ja morgen sin können.~(Sie singt.)~Des Nachts
537 1, 1 | Könntest du je von mir laßen,~Könnte je dein Herz erkalten,~Weh!
538 2, 2 | Andern eine Stimme laut~Und könntet Ihr ein Herz voll unbegrenzter~
539 3, 2 | starrer Kälte):~Als Rächer komm ich her! ~Anna:~Weh mir! ~
540 | konnte
541 2, 1 | Seel' an Seel' erglüht.~An Konrads Liebe denk' ich mit Entzücken,~
542 1, 2 | Mit kurzen Beinen, dickem Kopf,~Springt der Herr Graf,
543 2, 2 | geglaubt,~Daß du so mich kränken könntest,~Mir so ungehorsam
544 vor | Seelen verbunden,~acht'ich Kron' und Zepter nicht. ~Chor~
545 3, 1 | Tiefe Geister,~Wer ist so kühn und nennt sich ihren Meister? ~
546 2, 2 | Meine sein?~|Gertrude:~|Ei, Kunz, wo denkt Ihr hin!~|Was
547 1, 2 | andern Zwergen tanzt.~Mit kurzen Beinen, dickem Kopf,~Springt
548 2, 2 | Frei, bist du, frei,~|Ich lach' des Kobolds Wut!~|~|Anna
549 2, 2 | plötzlich nach Konrad und stürzt lachend ab.)~Hei hei! hei hei!~Anna (
550 vor | mich fort, ich kann nicht länger bleiben,~Hinauf zur liebeblüh'
551 3, 2 | geschehen?~Welch ein Glanz läß dort sich sehen? ~Königin (
552 2, 2 | is dunkel, eine brennende Lampe steht auf dem Tish. Feuer
553 2, 1 | Gehorsam sein!~(Sie versinken langsam) ~Konrad (hinter der Szene):~
554 vor | Heiling~Still, Mutter, still!~Lass meine Zweifel schlafen,~
555 1, 2 | den Mind haltend):~Nein, lasst es vergeßen sein.~Nicht
556 3, 2 | Mädchen schreien laut auf und laufen erschrocken davon. )~Nun
557 3, 2 | rasch ab.) ~Stephan:~Nun lauft mit ihm was ihr könnt,~Versteckt
558 1, 2 | Musik aus der Schenke wird lauter gehört.)~Ha jubelt! jubelt,
559 vor | knieendüber ihre Hand.)~Leb' wohl, du arme kinderlose
560 3, 1 | mächt'ge Weibesliebe,~Der Lebenspuls von allem Menschentreiben?~
561 vor | scheint dir niedrig bald und leer.~Bald wird dich die Reue
562 2, 2 | trotziges Erfrechen,~Nur er lehrt sie so sprechen,~Sein Verderben
563 per | Mutter~Konrad, burggräflicher Leibschütz~Stephan, Schmied des Dorfes~
564 3, 2 | Pein erfahren,~Hast deine Leidenschaft gebüßt,~Erherbe dich nun
565 2, 2 | mehr trübe~Keiner, keiner leidvoll sein.~Sorgsam will ich alle
566 1, 1 | das düstre Grübein ein,~|lernet froh und lustig sein!~|~|
567 vor | Zeit.]~Königin ~Der Mutter letzte Gabe is bereit.~(Zwerge
568 2, 1 | Felsengegend; das Abendrot leuchtet durch die Bäume) ~Anna:~
569 vor | länger bleiben,~Hinauf zur liebeblüh'nden Erde wieder. ~Königin~
570 3, 2 | Weibchen im grünen Gefild,~Ihr lieben Gesellen, ach ratet mir
571 1, 2 | begütigend):~Nicht doch, lieber Freund,~Es war ja nicht
572 1, 1 | Klammern.)~Umfange mich mit Liebesarmen nun,~du reiche Erde und
573 2, 1 | ihn frei~Aus dem Netz der Liebeszauberei.~Denn auf Erden blühet ihm
574 1, 1 | nachgegeben.~Doch gilt es dir ein Liebeszeichen,~so muß mein Widerwille
575 1, 1 | Heiling (Er will Anna liebkosend in den Arm nehmen):~Erhole
576 3, 1 | und sitzet~Warm in seines Liebschens Arm! ~Heiling:~So wär' ich
577 2, 2 | Heiling deutend):~Wenn du mich liebst so schütze mich!~Er ist
578 3, 2 | Weibchen bist,~Wirst du dein Liebsten finden. ~Anna:~Ach wer dem
579 2, 1 | packt mich an! ~Konrad:~Ihr liebt ihn nicht? ~Anna:~Nie hab'
580 3, 2 | gedrängt. Mehrere Mädchen liegen auf den Knien, die Gesichter
581 3, 2 | mir gebrochen?~Vor meiner Lieve konnte dir schon grauen?~
582 vor | niedergesunken, ihre Hand heftig an Lippen und Augen drückend)~Laß
583 3, 2 | bau bau, hetz hetz!~Er lockte das hohe und niedere Wild,~
584 1, 1 | schleudert es auf den Herd, eine lohende Flamme schlägt auf und verschlingt
585 1, 2 | meiner grenzenlosen Liebe Lohn!~Ach! ach, sie hat mich
586 vor | und plagen,~das ist unser Loos!~ Rastlos geschafft,~mit
587 3, 1 | Geister:~Hast dich ja von uns losgesagt,~Geh'hin, und prüfe deine
588 2, 2 | hei! Wie sie droh'n~|Welch lustiger Hohn!~(Er sticht plötzlich
589 2, 1 | Dem rächenden Grimme~Der mächtigen Geister,~Sie fordern den
590 3, 1 | genügt.~Des höhern Geistes mächtiges Verlangen~Kann nur getäuscht
591 3, 2 | hohe und niedere Wild,~Die Männchen und Weibchen im grünen Gefild,~
592 3, 2 | versteckt sich unter den Männern, Anna unter den Frauen.
593 2, 1 | Leben,~Wie stärkt mich sein männlicher Mut! ~Konrad:~Doch rash
594 1, 2 | gesagt,~Nimmer werd' ich Eure Magd! ~Heiling (mit einer Bewegung
595 vor | zurück.~Darum bewahre die magische Kraft~die Geister zu binden,~
596 3, 2 | wunderbare Rede,~Wird er auf die Mahnung hören? ~Heiling (der immer
597 1, 2 | Sie flugs sich ihn zum Manne nahm,~Juchheisa hopsasa!~
598 3, 2 | Feuerbränden und Kobolde an mehreren Stellen unter den Hochzeitsleuten
599 3, 2 | Anna):~Und wärst du tausend Meilen weit,~Ich wollte dich schon
600 | meines
601 1, 2 | zunächst unbemerkt in der Menge der Dorfbewohner, die ihn
602 3, 1 | Der Lebenspuls von allem Menschentreiben?~Haha! Haha! O Unsinn darauf
603 3, 1 | Schwächte,~Weit von mir jedes menschliche Gefühl!~Zum Geisterkönig
604 3, 2 | Mutter Rede,~Wird er sich zur Milde kehren? ~Chor der Hochzeitleute:~
605 1, 2 | Anna (die Hand ihm auf den Mind haltend):~Nein, lasst es
606 vor | drückend)~Laß ab, laß ab!~Mißgönnst du mir mein Glück?~Warum
607 1, 2 | Konrad (diese Bewegung missverstehend):~Halt! Verietzet nicht
608 2, 1 | Mut beginnt zu wanken~Und miteinander streiten dir Gedanken.~Einst
609 vor | vorzeigen. Diese sitzen in der Mitte auf einer Thronerhöhung.
610 3, 1 | meine Brüder!~Der Erde müde, kehr' ich wieder,~Ich hab'
611 3, 1 | bin am Ziel. Hier ruht ihr müden Gleider,~Zu Ende ist nun
612 1, 2 | Das Tragen und Hacken,~Das Mühen und Placken~Hört heut' einmal
613 3, 1 | is Nacht. Heiling steigt mühsam und verstört über die Felsen.) ~
614 vor | Felsblöcke, usw.) ~Chor(Mürisch) ~Rastlos geschafft~mit
615 vor | meine Zweifel schlafen,~Ich muss vertrauen, wenn ich leben
616 2, 2 | zu Anna):~Mein Kind, du mußt zur Sühne sprechen,~sonst
617 3, 2 | nur an,~Bin ich nicht ein Muster als Ehemann?~Denn dickfellig
618 2, 1 | Anna:~|Er will mich mutig beschützen,~|Mich soll sein
619 1, 1 | Zärtlichkeit~|sich mein Mutterherz erfreut,~|ja, in solchen
620 1, 2 | Drum lustig, Gevattern~Und Nachbarn, stosst an,~Es lebe der
621 vor | er Hört uns nicht. ~(Ihm nachdrohend)~Wehe dem, der Treue bricht! ~
622 1, 2 | Konrad ab.) ~Heiling (ihr nachrufend):~Anna! Anna!~Sie hört mich
623 vor | Brüder!~Königin (ihm die Arme nachstreckend)~Mein Sohn!~Mein Sohn, kehrst
624 3, 2 | gelogen,~In Eure grause Nähe mich gezogen,~Mit Eitelkeit
625 vor | sich um, dann tritt ihr näher)~Wenn mein Kranz verblüht, ~
626 2, 2 | ich wohl freud'ge Hoffnung nähren?~|Ich muß an allem Glück
627 3, 2 | Verrucher,~Die Rache ist nah!~Rufe deine Geister,~Schwarzer
628 1, 1 | glänzend und schön,~wie sie nahen und weichen,~wie ich['s]
629 1, 2 | flugs sich ihn zum Manne nahm,~Juchheisa hopsasa!~Ihr
630 2, 2 | Brautschmuck gar nicht seh'n?~(Er naht sich Anna damit.) ~Anna (
631 2, 2 | Ihr hört es!~Schon sein Nam' ist ihr ein Abscheu,~Und
632 3, 2 | deinem Herzen will ich diesen Namen reißen! ~Anna (flieht nov
633 1, 1 | Anna liebkosend in den Arm nehmen):~Erhole dich, laß deine
634 3, 1 | trieb das Glüuck der Erde~Neidenswerrt zu finden.~Der Mensch allein
635 1, 1 | dein holder Mund gebeut,~|nenn' ich dich erst Teure mein,~|
636 3, 1 | Geister,~Wer ist so kühn und nennt sich ihren Meister? ~Heiling:~
637 2, 1 | zurück!~Laß ihn frei~Aus dem Netz der Liebeszauberei.~Denn
638 1, 1 | tausend Dank!~| Ihr habt neues Leben~| Mit zurückgegeben.~|
639 3, 2 | Er lockte das hohe und niedere Wild,~Die Männchen und Weibchen
640 vor | zurück! ~Heiling (ist vor niedergesunken, ihre Hand heftig an Lippen
641 vor | enges Treiben~scheint dir niedrig bald und leer.~Bald wird
642 3, 2 | Wald, den Hintergrund nimmt eine hohe Felswald ein,auf
643 3, 2 | Namen reißen! ~Anna (flieht nov ihm wankenden Schritts):~
644 vor | nicht, ich will sie rastlos nütsen,~den Sohn auf immer wieder
645 | Ob
646 3, 1 | Heiling, Chor der Geister~ ~(Ödes, rings geschlossenes Felsenthal.
647 2, 1 | vermichtet nieder.) ~Königin:~Öffne dein Ohr~Für die warnende
648 2, 2 | Dann ist der Himmel mir offen,~Wonne der Seligen mein!~
649 2, 1 | nieder.) ~Königin:~Öffne dein Ohr~Für die warnende Stimme,~
650 3, 2 | Frieden! ~Vorhang~Ende des Oper.~
651 vor | bist du sicher dass die Overwelt~Mit ihren Zaubern Treue
652 3, 2 | Allmächtiger, segne dies Paar,~Schütze ihr Haupt in jeder
653 2, 1 | schweigt von ihm. Ensetzen packt mich an! ~Konrad:~Ihr liebt
654 per | PERSONEN~ ~Die Königin der Erdgeister~
655 3, 2 | Bären trat,~Du zottiger Petz gib mir guten Rat!~Bau bau,
656 2, 2 | alle Freuden~Dir auf deinem Pfad vereinen,~Und in Leiden
657 vor | Geister zu binden,~bewahre das Pfand deiner Wißenschaft. ~Heiling~
658 1, 2 | und Hacken,~Das Mühen und Placken~Hört heut' einmal auf.~Drum
659 vor | tragen,~uns tummeln und plagen,~das ist unser Loos!~ Rastlos
660 1, 2 | Anna, Heiling, Gertrude~ ~(Platz vor der Schenke unter Bäumen.
661 3, 2 | Bühne verfinstert sich. Plötlich steigen Gnomen mit Feuerbränden
662 2, 2 | lustiger Hohn!~(Er sticht plötzlich nach Konrad und stürzt lachend
663 1, 1 | Gertrude (außen an der Tür pochend)~Meister Heiling! ~Heiling (
664 3, 2 | tollen Mädchen,~Laßt die Possen sein,~So kommt doch, wollt
665 1, 1 | Anna: ~| O herrlich, o prächtig,~| das ist schön!~| O herrlich,
666 3, 1 | an!~Wie Meister Heiling prahlen kann!~Der Jäger ist frisch,~
667 2, 2 | Blick, die Hände zusammen pressend. Konrad steht mit verschränkten
668 3, 1 | losgesagt,~Geh'hin, und prüfe deine Macht! ~Heiling:~Sprecht
669 vor | Wänden klettern Zwerge und putzen die Erdadern, tragen geschäftig
670 vor | heut' mit bitt'rer Reue quält.~Du weißt es, daß dir das
671 3, 2 | Rache schauen! ~Anna:~So räche dich, Entsetzlicher!~Doch
672 2, 1 | Sonst bist du verfallen~Dem rächenden Grimme~Der mächtigen Geister,~
673 3, 2 | mit starrer Kälte):~Als Rächer komm ich her! ~Anna:~Weh
674 3, 1 | angetraut! ~Heiling:~So rächet ihr denn eures Königs Schmach,~
675 2, 2 | Totengeripp!~(sprechend):~Still, raschelt es nicht an der Tür?~(Sie
676 3, 1 | ist nun eire Erdenfahrt. O rasende~Verblendung, die mich trieb
677 1, 1 | Argwohn und Bangen,~mit rasendem Verlangen!~(Er wirft sich
678 1, 2 | gehört.)~Ha jubelt! jubelt, rast in toller Lust.~Ihr weckt
679 3, 2 | zottiger Petz gib mir guten Rat!~Bau bau, hallo, trara,
680 3, 2 | Ihr lieben Gesellen, ach ratet mir fein,~Wie muß mein Betragen
681 vor | haltet mich nicht!~Gebt Raum! Euer König befiehlt! ~(
682 3, 2 | mir das getan? ~Anna:~O, rechnet mir nicht Euren Jammer an! ~
683 1, 1 | macht das Gechmeide~mir erst rechts Freude,~Denn heimlich und
684 vor | deiner Brüder? ~Heiling (recit.)~Ich muß es ja!~denn will
685 1, 1 | Haus zu zeigen. Gertrude redet ihrer Tochter zu, einen
686 1, 1 | mit Liebesarmen nun,~du reiche Erde und halte Wort mir,~
687 vor | Thronerhöhung. Heiling mit reichem Mantel und blitzender Krone,
688 1, 1 | ihrer Tochter zu, einen so reichen und gelehrten Mann zu erhören,
689 3, 1 | Geister (Ihm den Zepter reichend):~So nimm ihn hin!~Wir rächen
690 2, 2 | ich dir bringe.~(Heiling reicht Anna den Schmuck hin. Anna
691 3, 2 | Herzen will ich diesen Namen reißen! ~Anna (flieht nov ihm wankenden
692 2, 2 | Er faßt ihre Hand. Anna reisst sich los und flieht.) ~Anna (
693 vor | mich noch heut' mit bitt'rer Reue quält.~Du weißt es,
694 3, 2 | Heil'gen alle,~Schützet, rettet mich!~(Sie stürzt in die
695 3, 2 | Sohn, die Rache darf nicht richten,~Laß mich den Streit in
696 1, 1 | in ihrer Kleidung. Anna richtet ihn auf und beruhigt ihn.
697 3, 1 | Chor der Geister:~Wer rief uns? Wer beschwört der Tiefe
698 3, 1 | Chor der Geister~ ~(Ödes, rings geschlossenes Felsenthal.
699 2, 2 | dein Wort,~Fremder Eifer riss dich fort;~'s ist dein Leibgedinge~
700 2, 2 | Gertrude sitzt mit dem Rocken in der Tiefe.) ~Gertrude (
701 vor | sich. Unterirdische, von rötlich trübem Licht erhellte Höle.
702 3, 2 | Schwarzer Hexenmeister!~Rolle nur wütend den Blick,~Hier
703 3, 2 | Verrucher,~Die Rache ist nah!~Rufe deine Geister,~Schwarzer
704 vor | die Macht besitzen;~ich ruhe nicht, ich will sie rastlos
705 3, 1 | Ich bin am Ziel. Hier ruht ihr müden Gleider,~Zu Ende
706 vor | Anna mich stehlen~euren Sabbath hier zu feiern. ~Chor~Ho
707 3, 1 | Wo deine Herrscherstab?~Sag' wo ist dein Buch,~Dessen
708 2, 2 | Was würde Meister Heiling sagen?~|~|Konrad:~|O wollt Eurer
709 2, 2 | Wäre nur Anna erst da!~Ich sagte es gleich,~Es wäre heute
710 2, 2 | Was ich vorhin im Walde sah,~Er stammt aus dem Reich
711 2, 1 | Was seh' ich, Anna!~Um Sankt Hubertus willen, was tut
712 vor | ewiger Nacht,~herauf in den Schacht!~Ohne Ruh,~immer zu,~hin
713 3, 2 | Gatten nur! ~Heiling:~Ha, Schädliche! So wagst du ihn zu heißen?~
714 3, 1 | Chor der Geister:~Dein Schätzchen ist des Jägers Braut,~Und
715 vor | Macht,~treulich bewacht.~Die Schätze, die schliefen~in ewiger
716 3, 2 | Außicht in das mit allen Schätzen der Erde glänzend geschmückte
717 1, 1 | willen,~vernichtet das Buch, schafft['s zur/mir] Ruh'! ~Heiling:~
718 2, 2 | hartherziger Mann,~Den Schatz zu heben kommt er an.~(sprechend):~
719 2, 2 | Anna den Schmuck hin. Anna schauder zusammen und senkt den Blick,
720 2, 2 | den Sturm heulen.~'s ist schaurig kalt.~(Sie schüttelt sich.
721 1, 1 | ja, in solchen Glückes Schein~|wird mein Alter sorglos
722 2, 2 | frei,~|Trotz seinem tück'schen Droh'n!~|Frei, bist du,
723 1, 2 | Anna mit Konrad lachen und scherzen sieht, wirft voller Eifersucht
724 3, 1 | nur getäuscht an seinem Schimmer hangen.~Und was ist diese
725 vor | Kästchen; sie öffnet es.)~Schimmernde Demanten,~wie glühend hell
726 3, 2 | Die Schützen stellen sich schirmend vor die Gruppen.) ~Heiling
727 vor | still!~Lass meine Zweifel schlafen,~Ich muss vertrauen, wenn
728 vor | Geschlecht~Willst du dich schlagen,~nimmer unsre Krone tragen?~
729 1, 1 | mich dringen.~(Die Blätter schlangen sich von selbst um.)~[Immer
730 3, 1 | der Geister:~Du trafst ihn schlecht,~Er lebt und sitzet~Warm
731 1, 1 | Flamme dich verzehren!~(Er schleudert es auf den Herd, eine lohende
732 3, 2 | mich den Streit in Liebe schlichten.~(Die Königin steigt herab
733 vor | bewacht.~Die Schätze, die schliefen~in ewiger Nacht,~herauf
734 1, 1 | schließt.) ~Heiling~Auf ewig schließe dich, du dunkler Gang,~ich
735 1, 2 | guckt sie einst durch's Schlüßelloch,~Sieht wie ihr Mann zwei
736 2, 1 | unterirdisch):~Aus der Klüfte Schlund,~Durch der Erde Grund~Drängt
737 1, 1 | vergeh' vor Pein! ~(Sie schmeigt sich ängstlich an Heiling.) ~
738 per | burggräflicher Leibschütz~Stephan, Schmied des Dorfes~ Chor der Erdgeister~
739 1, 2 | Freier aus.~Doch als ein schmuckes Gräflein kam,~Sie flugs
740 vor | verschönen. ~Mit meinem Jammer schmückest du dein Glück~und ganz verlaßen
741 3, 1 | Heiling:~Das Lachen hat sich schnell gewandt;~Ihr Buhle fiel
742 2, 2 | verwerfen? ~Anna:~Konrad, ach schonet mein,~Ich bin ein armes
743 1, 1 | Ich liebe dich so ohne Schranken,~Ich liebe dich mit tausend
744 3, 2 | fliehend mehrere Gruppen des Schreckens bilden. Zwei größere sind
745 2, 1 | denk' ich mit Entzücken,~Da schreckt mich Heilings Bild mit Vorwurfsblicken,~
746 3, 2 | ergreift sie. Die Mädchen schreien laut auf und laufen erschrocken
747 3, 2 | Mädchen! Ha! ~Was soll das Schrein?~Ihr tollen Mädchen,~Laßt
748 3, 2 | flieht nov ihm wankenden Schritts):~Ihr Heil'gen alle,~Schützet,
749 2, 2 | nimmermehr bereuen!~|~|Anna (schüchtern):~|Darf ich wohl freud'ge
750 1, 1 | Er legt den Schmuck weg, schürt die Glut des Feuers, usw.) ~
751 2, 2 | ist schaurig kalt.~(Sie schüttelt sich. Singend):~Und wie
752 3, 2 | Schritts):~Ihr Heil'gen alle,~Schützet, rettet mich!~(Sie stürzt
753 2, 1 | meiner Brust~Mir keiner Schuld bewußt.~Wohin, wohin soll
754 3, 2 | Bergknappen-Musikanten, der Schulmeister, Bauern mit Fahnen, Brautjungfern,
755 vor | wirft den Mantel von der Schulter und legt Krone und Zepter
756 2, 1 | sollt' nicht mehr beben!~Schutz will ich gegen die Hölle
757 3, 1 | mir stoss'ich die unwüd'ge Schwächte,~Weit von mir jedes menschliche
758 3, 2 | nah!~Rufe deine Geister,~Schwarzer Hexenmeister!~Rolle nur
759 1, 2 | Tanzen~Ist meine Lust!~Zu schweben und drehen~Im wogenden Kranz:~
760 2, 1 | nicht beschützt? ~Anna:~O schweigt von ihm. Ensetzen packt
761 1, 1 | Himmel trägst du über meine Schwelle,~zum erstenmale unter meinem
762 1, 1 | Gestalten~treiben und walten,~schwellen wie Wellen,~wie sie sich
763 2, 1 | Wort gibt erneuertes Leben,~Schwellet mir mächtig den Mut.~Trauet
764 1, 1 | Immer mehr! Immer mehr!~Sie schwindeln und drehn, die Sinne mir
765 3, 1 | Dich uns ganz zu eigen schwören~Soll dieser Zepter wieder
766 1, 1 | zum erstenmal war meiner Seele Drang.~Aus trüber, freudenloser
767 vor | Anna gefunden,~seit unsre Seelen verbunden,~acht'ich Kron'
768 vor | Zauberspruch,~der mir noch keinen Segen trug?!~In Annas Busen wohnt
769 vor | dich die Reue finden~und du sehnest dich zurück.~Darum bewahre
770 2, 1 | Herzen,~Ich kannte keine Sehnsucht, keine Schmerzen,~War so
771 | sehr
772 | seine
773 | seinen
774 | Seiner
775 | seines
776 vor | auf der Bühne und in den Seitenhölen. Der Vorhang fällt.) ~ ~
777 2, 2 | Himmel mir offen,~Wonne der Seligen mein!~Willst du die Meine
778 2, 2 | Anna schauder zusammen und senkt den Blick, die Hände zusammen
779 vor | eilet, euer Wirken fort zu setzen,~gehorsam, gehorsam unsern
780 3, 2 | hetz!~Da brumette der Bär: Sieh mich nur an,~Bin ich nicht
781 2, 2 | weit,~Es hätte ja morgen sin können.~(Sie singt.)~Des
782 2, 2 | Was kommt Euch in den Sinn?~|Wollt' ich auf Eure Worte
783 1, 1 | schwindeln und drehn, die Sinne mir vergehn,~Entsetzlich!
784 2, 1 | fordern den Meister~Sie sinnen un spinnen~Grau'n und Entsetzen.~
785 1, 2 | Halt! Verietzet nicht die Sitte! ~Heiling (wütend):~Wagt
786 vor | Heiling vorzeigen. Diese sitzen in der Mitte auf einer Thronerhöhung.
787 3, 1 | ihn schlecht,~Er lebt und sitzet~Warm in seines Liebschens
788 3, 2 | Krone,~Und treue Liebe ihrem Sohne Verheißt~Der Mutter Herz.~
789 2, 2 | Abscheu,~Und Ihr wollt sie zu solchem Bündis zwingen?~O sagt mir,
790 1, 1 | Mutterherz erfreut,~|ja, in solchen Glückes Schein~|wird mein
791 1, 1 | sein!~|~|Gertrude:~|Wie an solcher Zärtlichkeit~|sich mein
792 1, 1 | Schein~|wird mein Alter sorglos sein.~|~|Heiling:~|Ja, ich
793 2, 2 | Keiner, keiner leidvoll sein.~Sorgsam will ich alle Freuden~Dir
794 1, 2 | Sieht wie ihr Mann zwei Spannen hoch~Mit andern Zwergen
795 1, 1 | verdrießen!~Ha ha! Welchen Spaß gibt es da! ~Gertrude: Seht
796 3, 2 | geweiht.~(Anna und Konrad spielen nun Brautsuchen. Beiden
797 1, 1 | gehn. ~Anna (mit der Kette spielend und unherhüpfend):~Nun macht
798 per | Bäuerinnen, Hochzeitsleute, Spielleute, und Schützen ~
799 1, 2 | kurzen Beinen, dickem Kopf,~Springt der Herr Graf, der arme
800 1, 2 | Konrad und Bauernchor:~Ein sprödes, allerliebstes Kind~Schlug
801 1, 1 | gen Zeichen, durch deren Spruch~ich alle Geister [zwinge/
802 2, 1 | Ist es ein Mensch, ein Spuk der bösen Geister?~Nur frisch
803 vor | gedankenvoll ein goldnes Stäbchen in der Hand. Gnomen wältzen
804 2, 1 | freudig mein Leben,~Wie stärkt mich sein männlicher Mut! ~
805 2, 2 | versuche ich~Den blanken Stahl an dir! ~Heiling:~Alles
806 2, 1 | der Berge!~Er gehört dem Stamm~Der Gnomen und der Zwerge! ~
807 2, 2 | vorhin im Walde sah,~Er stammt aus dem Reich der Zwerge,~'
808 3, 2 | ihren Hörnen, Bauern mit Stangen, Bergknappen-Musikanten,
809 1, 1 | ist es! Sie!~( Er eilt die stark verriegelte Türe zu öffnen
810 1, 2 | mich nie geliebt!~(Er steht starr in sich versunken. Die Musik
811 3, 2 | ger Gott! ~Heiling (mit starrer Kälte):~Als Rächer komm
812 1, 2 | Anna, und Gertrude auf. Sie stehen auf einer Seite bei den
813 vor | nicht mehr von Anna mich stehlen~euren Sabbath hier zu feiern. ~
814 1, 1 | Willkommen mir auf dieser Stelle,~den Himmel trägst du über
815 3, 2 | beschieden was gescheh'n,~Kein sterblich Auge soll mich wiederseh'
816 2, 2 | Fenster)~Es ist auch kein Sternchen am Himmel.~Heihei, das stümt
817 1, 1 | Heiling:~Wirst du mir stets zur Seite sein,~so soll
818 2, 2 | Gertrude:~|Gott steh' uns bei!~|Stille das feindliche Droh'n!~|
819 1, 1 | dich, laß deine Angst mich stillen. ~Anna (reißt sich los):~
820 3, 1 | auf immer!~Weil von mir stoss'ich die unwüd'ge Schwächte,~
821 1, 2 | Gevattern~Und Nachbarn, stosst an,~Es lebe der heilige
822 3, 1 | ihn, die Hände über ihn streckend.) ~Chor der Geister:~Jetzt
823 3, 2 | Anna im Kreise herum. Sie streckt die Hand aus. Heiling tritt
824 3, 2 | nicht richten,~Laß mich den Streit in Liebe schlichten.~(Die
825 2, 1 | zu wanken~Und miteinander streiten dir Gedanken.~Einst was
826 3, 1 | bricht,~Die Geister halten streng am Pflicht!~Wills du wieder
827 2, 1 | will ich in den tiefsten~Strom mich betten. ~Konrad:~Ha,
828 1, 2 | Mann!~(Während der letzten Strophe treten Heiling, Anna, und
829 2, 2 | Sternchen am Himmel.~Heihei, das stümt ja,~Als wäre das wilde Heer
830 2, 1 | umgarnen,~Und ins Verderben stürzest du dich blind. ~Anna (sehr
831 3, 1 | genießen,~Weil dem beschränkten Stumpfsinn es genügt.~Des höhern Geistes
832 2, 2 | sprechend):~Wie die Hunde in den Sturm heulen.~'s ist schaurig
833 1, 1 | Meister Heiling! ~Heiling (stutzt)~Wer ruft? ~Anna~Meister
834 2, 1 | unglückselig.~(Sie verliert such sinnend in Gedanken)~Wohin,
835 2, 2 | Mein Kind, du mußt zur Sühne sprechen,~sonst wird der
836 3, 2 | gefallen.~(Während der folenden Szenerie weichen die Hochzeitsleute
837 3, 1 | hingeopfert.~Still! Der Erde Täuschung liegt weit~Hinter mir, Ich
838 1, 2 | hoch~Mit andern Zwergen tanzt.~Mit kurzen Beinen, dickem
839 1, 1 | deb Festlichkeiten im Dorf teilnehmen, Falls sie gehen, besteht
840 vor | kinderlose Mutter! ~Chor (Teilnehmend)~O arme kinderlose Mutter!~
841 1, 1 | gebeut,~|nenn' ich dich erst Teure mein,~|werd' ich fröhlich,
842 3, 2 | Königin steht auf einer Thronehöhung, Zwerge sind um sie gruppiert.
843 vor | sitzen in der Mitte auf einer Thronerhöhung. Heiling mit reichem Mantel
844 vor | bricht! ~Königin (ist auf des Thrones Stufen hingesunken)~O arme
845 1, 1 | daß Ihr mir den Gefallen thut! ~Gertrude:~Seht nur, das
846 3, 2 | Anna:~Weh mir! ~Heiling (tief bewegt):~Anna! warum hast
847 vor | stätiger Kraft.~Die Waßer der Tiefen~gewältigt mit Macht,~treulich
848 2, 1 | mehr. Eh' will ich in den tiefsten~Strom mich betten. ~Konrad:~
849 2, 1 | dir Gedanken.~Einst was so tieger Friede mir im Herzen,~Ich
850 1, 2 | Niklas und Bauern trinkend an Tischen, usw.) ~Bauernchor:~Juchheisa!
851 2, 2 | brennende Lampe steht auf dem Tish. Feuer auf dem Herd. Der
852 1, 1 | zeigen. Gertrude redet ihrer Tochter zu, einen so reichen und
853 2, 2 | würge ich dich jetzt zu Tod.~Des Nachts wohl auf der
854 1, 1 | tut. ~Heiling:~Auch der törichte Übermut,~wie steht er Euch
855 3, 2 | Was soll das Schrein?~Ihr tollen Mädchen,~Laßt die Possen
856 3, 1 | alles ist verloren.~O des Toren.~(Er stürzt nieder, Die
857 3, 1 | mich gerächt-~Ihr Buhl' ist tot!~Mag sie verderben nun in
858 2, 2 | steigt empor,~ein bleiches Totengeripp!~(sprechend):~Still, raschelt
859 1, 1 | dieser Stelle,~den Himmel trägst du über meine Schwelle,~
860 vor | so nimm denn meine heißen Tränen~zum Brautschmuck, meine
861 3, 1 | Ihr? ~Chor der Geister:~Du trafst ihn schlecht,~Er lebt und
862 3, 2 | Jäger zuerst zu dem Bären trat,~Du zottiger Petz gib mir
863 2, 1 | Schwellet mir mächtig den Mut.~Trauet auf mich, Ihr sollt' nicht
864 vor | Verderben.~(Die Königin sitzt traurig sinnend auf dem Thron, die
865 vor | beendet euer emsig Treiben.~Es treibt mich fort, ich kann nicht
866 3, 2 | dir verbinden,~Wenn du ein treues Weibchen bist,~Wirst du
867 vor | Tiefen~gewältigt mit Macht,~treulich bewacht.~Die Schätze, die
868 2, 1 | sein ganzes Leben~An meinem Treuversprechen!~Kann ich das je brechen?~
869 1, 1 | fröhlich, selig sein.~(Heiling trifft Anstalten, Gertrude und
870 1, 2 | Stephan, Niklas und Bauern trinkend an Tischen, usw.) ~Bauernchor:~
871 1, 2 | der Herr Graf, der arme Tropf,~Hophop, heisa, hophop!~
872 vor | Er will fort) ~Chor: (trotzig, umgibt ihn)~Du sollst nicht
873 2, 2 | Heiling (für sich):~Welch trotziges Erfrechen,~Nur er lehrt
874 2, 2 | Dann soll dir kein~Tag mehr trübe~Keiner, keiner leidvoll
875 vor | Unterirdische, von rötlich trübem Licht erhellte Höle. An
876 vor | zum Chor)~Fahrt wohl! ihr trüben, freudelosen Brüder!~Königin (
877 1, 1 | meiner Seele Drang.~Aus trüber, freudenloser Nacht~Bin
878 vor | der mir noch keinen Segen trug?!~In Annas Busen wohnt in
879 | tu
880 2, 2 | du, frei,~|Trotz seinem tück'schen Droh'n!~|Frei, bist
881 1, 1 | eilt die stark verriegelte Türe zu öffnen und führt Anna
882 vor | Gehorchen und tragen,~uns tummeln und plagen,~das ist unser
883 1, 2 | Zeigt ihr Euch schon als Tyrann,~Und seid doch noch nicht
884 3, 1 | hi hi hi hi!~Willst dich überheben~Auf der Erde leben,~Nur
885 1, 1 | Heiling:~Auch der törichte Übermut,~wie steht er Euch so gut! ~
886 1, 1 | erwacht.~Du, ja du, hast üverschwenglich selig mich gemacht!~(innig,
887 1, 1 | schließt die Klammern.)~Umfange mich mit Liebesarmen nun,~
888 2, 1 | Das Unglüuck droht dich zu umgarnen,~Und ins Verderben stürzest
889 vor | will fort) ~Chor: (trotzig, umgibt ihn)~Du sollst nicht entweichen, ~
890 1, 1 | trägt, und die er ihr nun umlegt.) ~Heiling:~An jenem Tag,
891 vor | aufstehend) ~Nein! Nein! ~Nicht umsonst will ich die Macht besitzen;~
892 1, 1 | diese Hände faßen. ~Anna (unbefangen): ~Und gestern habt den
893 2, 2 | könntet Ihr ein Herz voll unbegrenzter~Treu' und Zärtlichkeit verwerfen? ~
894 3, 2 | Klinge bricht. Heiling steht unbeweglich und lacht gellend auf. Die
895 3, 2 | Zepter in der Hand, ein ungebetener und unwillkommener Gast.
896 2, 2 | kränken könntest,~Mir so ungehorsam sein.~Doch will es dir verzeih'
897 vor | Abschiedszähren, ~die sie dem ungetreuen Kinde weint;~so nimm denn
898 2, 2 | mein,~Ich bin ein armes unglücksel'ges Mädchen! ~Konrad:~Gönne
899 2, 1 | gekommen dich zu warnen,~Das Unglüuck droht dich zu umgarnen,~
900 1, 1 | mit der Kette spielend und unherhüpfend):~Nun macht das Gechmeide~
901 vor | verlaße uns nicht!~(Ihn enger unkreisend)~Heiling~Wagt ihr zu droh'
902 | unsern
903 3, 1 | Menschentreiben?~Haha! Haha! O Unsinn darauf zu bauen!~Ein einz'
904 2, 2 | Konrad (für sich, mit unterdrücktem Zorn):~Gelüstet es dem Frechen~
905 2, 1 | usw. ~Chor der Geister (unterirdisch):~Aus der Klüfte Schlund,~
906 vor | Der Vorhang hebt sich. Unterirdische, von rötlich trübem Licht
907 1, 1 | sieht Heiling aus einem unterirdischen Gange heraufsteigen, das
908 3, 2 | frei,~Gott steh' uns bei!~(Unterirdischer Donner. Die Bühne verfinstert
909 3, 2 | Wehe! Entsetzlich!~Er ist unverletzlich! ~Heiling:~Geister herbei,~
910 3, 2 | Hand, ein ungebetener und unwillkommener Gast. Er hö dem Gesang zu.) ~
911 3, 1 | Weil von mir stoss'ich die unwüd'ge Schwächte,~Weit von mir
912 3, 2 | ausgebreiteten Armen ruft sie in Verz*uuml;ckung zum Himmel.)~In deine
913 1, 1 | geben,~| Nichts ist mir für dich zu teuer!~| ~| Anna:~|
914 3, 2 | den Knien, die Gesichter verbergend. Die Schützen stellen sich
915 1, 1 | wirft sich Anna zu Füßeb und verbirgt sein Gesicht in ihrer Kleidung.
916 2, 2 | Jungfrau! Welch'ein Glanz,~Er verblendet mich noch ganz. ~Heiling:~
917 3, 1 | eire Erdenfahrt. O rasende~Verblendung, die mich trieb das Glüuck
918 1, 1 | grüßen,~Manche auch wird es verdrießen!~Ha ha! Welchen Spaß gibt
919 1, 1 | Ei ja, es hat mich recht verdroßen,~daß Ihr Euch abermals verschloßen,~
920 2, 2 | Freuden~Dir auf deinem Pfad vereinen,~Und in Leiden für dich
921 vor | der Mutter Wahn sich dir vererbt,~der mich noch heut' mit
922 2, 1 | verlaßenen Thron!~Sonst bist du verfallen~Dem rächenden Grimme~Der
923 3, 2 | Unterirdischer Donner. Die Bühne verfinstert sich. Plötlich steigen Gnomen
924 3, 2 | Konrad (zu Heiling):~Weiche, Verflucher!~Ihr Retter ist da!~Weh
925 3, 2 | Braut gennant. ~Heiling:~Verflücht!~Du hast du keine Treue
926 1, 2 | kann sie nicht gewähren~Die verführend wilde Lust! ~Heiling und
927 1, 1 | und drehn, die Sinne mir vergehn,~Entsetzlich! Entsetzlich!
928 1, 2 | sollst du ehren~Nicht was mir verhaßt begehren! ~Konrad (für sich):~
929 3, 2 | treue Liebe ihrem Sohne Verheißt~Der Mutter Herz.~Hieher
930 2, 2 | beschwört sie, die Hochzeit zu verhindern.) ~Konrad:~Ihr hört es!~
931 1, 2 | Bewegung missverstehend):~Halt! Verietzet nicht die Sitte! ~Heiling (
932 3, 1 | gedacht,~Da dein Mädchen dich verlacht? ~Heiling:~Das Lachen hat
933 1, 1 | So hat dein Herz nach mir verlangt? ~Anna:~Ei ja! Ei ja, es
934 vor | schmückest du dein Glück~und ganz verlaßen bleibe ich zurück! ~Heiling (
935 2, 1 | Sohn,~Gib ihn zurück~Dem verlaßenen Thron!~Sonst bist du verfallen~
936 2, 1 | Bin ich unglückselig.~(Sie verliert such sinnend in Gedanken)~
937 1, 1 | Wahnsinn~trieb dich an?~Hinweg! Vermeßene! ~Gertrude:~Was ist dir?
938 2, 1 | Allmächt'ger Gott!~(Sie sinkt vermichtet nieder.) ~Königin:~Öffne
939 1, 1 | Sie!~( Er eilt die stark verriegelte Türe zu öffnen und führt
940 3, 2 | besiegt,~|Die Gefahren sind verronnen. ~Heiling (er erhebt sich):~
941 3, 2 | Retter ist da!~Weh dir, Verrucher,~Die Rache ist nah!~Rufe
942 1, 1 | wie Wellen,~wie sie sich verschlingen,~mächtig auf mich dringen.~(
943 1, 1 | lohende Flamme schlägt auf und verschlingt das Buch. Es donnert dumpf.
944 1, 1 | verdroßen,~daß Ihr Euch abermals verschloßen,~was, ja was habt gestern
945 2, 2 | Wllst du mein Geschenk verschmäh'n,~Deinen Brautschmuck gar
946 vor | Brautschmuck, meine Feindin zu verschönen. ~Mit meinem Jammer schmückest
947 2, 2 | pressend. Konrad steht mit verschränkten Armen finstern Blicks beobachtend.) ~
948 2, 1 | nicht~Gehorsam sein!~(Sie versinken langsam) ~Konrad (hinter
949 3, 1 | Alles, alles will ich euch versprechen,~Laßt mich meine Schmach
950 2, 1 | dennoch hab' ich jetzt es erst verstanden~Was so mit mächt'gen Banden~
951 2, 1 | nicht! ~Anna:~Wehe mir! Ich versteh' euch nicht! ~Königin und
952 3, 1 | Heiling steigt mühsam und verstört über die Felsen.) ~Heiling (
953 1, 1 | Geister [zwinge/banne], verstummt auf immerdar.~(Er schlägt
954 2, 2 | von hier,~Sonst, bei Gott, versuche ich~Den blanken Stahl an
955 1, 2 | Er steht starr in sich versunken. Die Musik aus der Schenke
956 vor | auf dem Thron, die Geister verteilen sich geschäftig auf der
957 2, 1 | Arm unterstützen,~|Ja ich vertrau' Euch in jeder Gefahr!~ ~
958 2, 1 | Anna (für sich):~Ja ihm vertraue ich freudig mein Leben,~
959 2, 2 | unbegrenzter~Treu' und Zärtlichkeit verwerfen? ~Anna:~Konrad, ach schonet
960 3, 2 | ausgebreiteten Armen ruft sie in Verz*uuml;ckung zum Himmel.)~
961 2, 2 | Ich muß an allem Glück verzagen!~(Heiling tritt unbemerkt
962 1, 1 | Händen.)~Mag die Flamme dich verzehren!~(Er schleudert es auf den
963 2, 2 | ungehorsam sein.~Doch will es dir verzeih'n,~Bald bist du mein Weib
964 1, 1 | sich besinnend, zu Anna):~Verzeihe mir! ~Gertrude:~Ach mein
965 vor | bringen der Königin ein schön verziertes Kästchen; sie öffnet es.)~
966 3, 1 | Reu' folgt nach! ~Heiling (verzweifelnd):~Ha! Das Geisterreich stößt
967 3, 1 | Zu Heiling):~Hör' uns an, verzweifle nicht!~Ob auch der Menschen
968 | vielleicht
969 | vier
970 2, 2 | Und könntet Ihr ein Herz voll unbegrenzter~Treu' und Zärtlichkeit
971 1, 2 | und scherzen sieht, wirft voller Eifersucht den Krug zu Boden.
972 1, 1 | zu, und stößt Annas Hand vonsich. Anna sinkt in Gertrudes
973 1, 2 | Schlägt Burzelbäume flink voran,~Ein Kobold war ihr Mann!~(
974 3, 2 | steht auf der einen Seite im Vordergrunde. Anna, Gertrude und Konrad
975 2, 2 | das war es ja,~Was ich vorhin im Walde sah,~Er stammt
976 | vorn
977 vor | VORSPIEL~ ~(Der Vorhang hebt sich.
978 2, 1 | schreckt mich Heilings Bild mit Vorwurfsblicken,~Und doch bin ich in meiner
979 vor | der Königin und Heiling vorzeigen. Diese sitzen in der Mitte
980 vor | Stäbchen in der Hand. Gnomen wältzen Felsblöcke, usw.) ~Chor(
981 vor | erhellte Höle. An den zackigen Wänden klettern Zwerge und putzen
982 3, 1 | Liebschens Arm! ~Heiling:~So wär' ich nicht gerächt, nicht? ~
983 3, 2 | Konrad (zu Anna):~Und wärst du tausend Meilen weit,~
984 3, 2 | Heiling:~Ha, Schädliche! So wagst du ihn zu heißen?~Aus deinem
985 2, 2 | Ich, der Bräutigam deiner Wahl,~Bald dein Herr und dein
986 vor | Königin~So hat der Mutter Wahn sich dir vererbt,~der mich
987 1, 1 | Gertrudes Arme.)~Welch' toller Wahnsinn~trieb dich an?~Hinweg! Vermeßene! ~
988 1, 2 | es vergeßen sein.~Nicht wahr, ihr kommt mit hinein?~(
989 1, 1 | Wirre Gestalten~treiben und walten,~schwellen wie Wellen,~wie
990 3, 2 | reißen! ~Anna (flieht nov ihm wankenden Schritts):~Ihr Heil'gen
991 3, 1 | schlecht,~Er lebt und sitzet~Warm in seines Liebschens Arm! ~
992 2, 1 | Ich bin gekommen dich zu warnen,~Das Unglüuck droht dich
993 2, 1 | Öffne dein Ohr~Für die warnende Stimme,~Gib ihn mir wieder,~
994 vor | mit stätiger Kraft.~Die Waßer der Tiefen~gewältigt mit
995 vor | Leben,~der Liebe Zauber weben,~dem hab' ich mich allein
996 1, 2 | rast in toller Lust.~Ihr weckt den finstern Geist in meiner
997 2, 2 | ich nicht, daß sie die Wege kennt,~Mir wäre bange um
998 3, 2 | dickfellig muß man bein Weibern sein,~Und brummen und brummen
999 3, 1 | Und was ist diese mächt'ge Weibesliebe,~Der Lebenspuls von allem
1000 3, 2 | Konrad (zu Heiling):~Weiche, Verflucher!~Ihr Retter
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