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Bastien und Bastienne

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  • Sechster Auftritt. Bastienne, Bastien
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Sechster Auftritt. Bastienne, Bastien

 

N.12 Arie

 

BASTIENNE

Er war mir sonst treu und ergeben,

Mich liebte Bastien allein,

Mein Herze nur war sein Bestreben,

Nur ich, sonst niemand nahm ihn ein.

Das schönste Bild gefiel ihm nicht,

Auf mich nur war sein Blick gericht,

Ich konnt vor andern allen

Ihm reizen, ihm gefallen.

Auch Damen wurden nicht geschätzt,

Die oft sein Blick in Glut gesetzt.

Wenn sie Geschenke gaben,

Mußt ich dieselben haben;

Mich liebte er, nur mich allein.

Doch nun will er sich andern weihn,

Vergebens die sonst süßen Triebe

Und wird ein Flattergeist.

 

N.13 Arie

 

BASTIEN

Geh hin!

Dein Trotz soll mich nicht schrecken.

Ich lauf aufs Schloß,

Das schwör ich dir,

Und will der Edelfrau entdecken,

Mein Herz gehöre gänzlich ihr.

Läßt sie wie sonst sich zärtlich finden,

Will ich mich gleich mit ihr verbinden.

 

BASTIENNE

Ich will!

Ich will mich in die Stadt begeben,

Anbeter treff ich da leicht an:

Wie eine Dram' will ich dort leben,

Die hundert  Herren fesseln kann.

 

BASTIEN

Ich werd in Gold und Silber prahlen,

Und eine Liebste voller Pracht

Wird die Gewogenheit bezahlen,

Wodurch mein Blick sie glücklich macht.

Mir ihre Schätze zu verbinden,

Soll sie mich gar nicht spröde finden.

 

BASTIENNE

Den Schönen sind die Kostbarkeiten

In Städten zu erwerben leicht.

Es braucht, um selbe zu erbeuten,

Nichts, als daß man sich freundlich neigt.

 

N.14 Rezitativ

 

BASTIEN

Dein Trotz vermehrt sich durch mein Leiden?

Wohlan! den Augenblick

Hol ich zu deinen Freuden

Mir Messer, Dolch und Strick.

 

BASTIENNE

Viel Glück!

 

BASTIEN

Ich geh mich zu erhängen.

Ich lauf, ohn' alle Gnad,

Im Bach mich zu ertränken.

 

BASTIENNE

Viel Glück zum kalten Bad!

 

N.15 Duett

 

BASTIENNE

Geh! Herz von Flandern!

Such nur bei andern

Zärtlich verliebt Gehör,

Denn dich, denn ich

Lieb ich nicht mehr.

 

BASTIEN

Wohl, ich will sterben;

Denn zum Verderben

Zeigt mir dein Haß die Spur;

Drum laß ich Dorf und Flur.

 

BASTIENNE

Falscher! Du fliehest?

 

BASTIEN

Ja, wie du siehest.

Weil dich ein andrer nimmt,

Ist schon mein Tod bestimmt.

Ich bin mir selbst zur Qual,

Kein Knecht con dem Rival.

 

BASTIENNE

Bastien! Bastien!

 

BASTIEN

Wie? du rufst mich?

 

BASTIENNE

Du irrest dich.

In deinem Blick

Wird nun mein Glück

Nicht mehr gefunden.

 

BASTIEN

Wo ist die süße Zeit,

Da dich mein Scherz erfreut?

 

BASTIEN, BASTIENNE

Sie ist anjetzt verschwunden,

Geh! falscher Seele!

Fort! ich erwähle

Für meine zarte Hand

Ein andres Eheband.

Wechsel im Lieben

Tilgt das Betrüben

Und reizet, wie man sieht,

Zur Lust den Appetit.

 

BASTIEN

Doch wenn du wolltest…

 

BASTIENNE

Doch wenn du solltest…

 

BASTIEN

Schatz mich noch nennen…

 

BASTIENNE

Dies Herz erkennen…

 

BASTIEN, BASTIENNE

Wär meine Zärtlichleit

Aufs neue dir geweiht.

 

BASTIEN

Ich bliebe dein allein.

 

BASTIENNE

Ich würde dein auf ewig sein.

 

BASTIEN

Gib mir zu meinem Glück

Dein Herz zurück,

Umarme mich,

Nur dich lieb ich.

 

BASTIENNE

O Lust, o Lust

Für die entflammte Brust!

 

BASTIEN, BASTIENNE

Komm, nimm aufs neue

Neigung und Treue!

Ich schwör dem Wechsel ab

Und lieb dich bis ins Grab.

Wir sind versöhnet,

Die Liebe krönet

Uns nach dem bangen Streit

Durch treue Zärtlichkeit.

 




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