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3. EINZUG DES
KAISERS
Die Doktores
Wir sind Die Doktores und sitzen zu Gericht.
(Sie setzen sich)
Die Anderen Männer
Heil! Heil!
Alle
Segen.
Kaiser Altoum, umgeben und gestützt von
Pantalone und Tartaglia, zieht ein.
Alle
Segen auf sein Haupt, dem edlen Kaiser
Altoum,
dem Weisen, dem Gütigen;
Segen auf sein Haupt für immerdar!
Heil! Heil! Heil! Heil! Heil!
(Sie fallen sämtlich dreimal auf die Nasen vor Altoum)
Altoum
Das Zerimoniell wirkt immer erhebend.
Danke, danke, meine Lieben!
Aber seht, Kinder, hier drinnen nagt ein
Druck, der mir selbst die schöne Hofetikette
verleidet. Denn seht, Kinder, ich kann nicht
anders, ich muß meine Tochter lieben;
aber ich bin nicht für Grausamkeiten
geschaffen!
Pantalone
Euer Majestät Herz ist wie Fließpapier in
Honig getränkt -
Tartaglia
Ba, Ba, Baumwolle mit Schmalz -
Altoum
(vorwurfsvoll)
Pantalone?...Tartaglia?...
(die beiden ducken sich)
Ach, wie lange soll ich dem noch zusehen?
Es bringt mich vorzeitig unter die Erde.
Pantalone
Bei uns, in Italien, Majestät, da ist
jedermann entzückt, wenn's auf dem
Theater mit Mord und Totschlag zugeht.
Aber ich sehe ein, daß es von grausigem
Geschmack zeugt.
Tartaglia
Liebe Mama-Majestät, ich kenn' ein
englisches Stück, darin ein
pechschwarzer Neger
eine lilienweiße Dame umbringt.
Da-da-das ist aber Zucker und Marzipan
gegen eine Prinzessin,
die sieben Männer hi-hi-hintereinander
hi-hi-hinrichten läßt.
Altoum
Ich kann' s nicht ändern.
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