Zweites Bild
1. INTRODUKTION
UND ARIETTA
Truffaldino tritt vor
dem Vorhange auf, den er
eigenhändig offen zieht, und klatscht in die
Hände. Auf dieses Zeichen erscheinen
mehrere Sklaven.
Die Bühne stellt den Thronsaal im Kaiserpalast
vor. Man erblickt Truffaldino, Haupt der
kaiserlichen Eunuchen, eifrig beschäftigt, den
Sklaven anzubefehlen, den Raum für die
bevorstehende Sitzung anzuordnen.
Truffaldino
Rechts zunächst der große Thron
links darauf der kleine Thron,
in die Mitte stellt acht Sessel
für den Richter Weisheitkessel;
fegt mir flink den Boden rein,
leget Teppich' groß und klein,
macht, daß Lampen sei'n bereit
zur Erhellung dunkler Zeit,
hurtig, nicht den Takt verlieren,
wollt' ihr's nicht am Hint'ren spürn,
regt die Beine, spannt die Schenkel,
Schurken, Diebe, Faule, Bengel!
Nun wird's lustig, wird's ergötzlich,
meldet sich ein neuer plötzlich!
Sind's doch drei Stunden kaum,
wie schnell man so vergißt,
da wurd' der letzte aufgespießt;
diese Gecken, Narren, Laffen,
die sich jämmerlich vergaffen,
's ist viel zu wenig noch,
dem Himmel sei's geklagt,
wenn nur der Kopf ihnen wird abgehackt,
ha, ha, ha, ha, -
Was bin ich, damit verglichen,
für ein Muster der Eunüchen,
mir wird das Hirn nicht warm
vor einem Weiberschwarm,
hier wurzelt meiner Halbheit Scharm,
ob der Hahn sich noch so blähe,
mich lockt nicht das Bett der Ehe.
La tralala tralala tralala
tralala -wie steh ich da!
Das ist des Kastraten Segen,
daß sein Geist bleibt überlegen.
Schrum tututum tututum tututum
tututututum, ich bin nicht dumm!
Hurtig, nicht den Takt verlier'n,
wollt ihr's nicht am Hint'ren spürn,
spannt die Schenkel, regt die Beine,
Schurken, Diebe, Affen, Schweine,
jetzt hinaus, jetzt hinaus, jetzt hinaus,
jetzt hinaus, jetzt hinaus, jetzt hinaus,
jetzt hinaus, jetzt hinaus,
piff, paff, piff, paff, piff, paff, piff, paff!
Er prügelt rechts und links
und treibt die
Sklaven aus dem Saale.
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