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7. DUETT
Turandot
Adelma, meine Freundin, sage du,
daß ich recht tat, mich so zu geben...
Adelma
(gesprochen)
Glaubt ihr, Prinzessin, daß euer Vater,
Seine Majestät allein die
wissenswerten Namen kenne...?
Turandot
Adelma, wohin zielest du?
Adelma
(spricht)
O, ich meine, ob niemand andrer im Palast,
ebenso gebildet sei, in diesem Punkte, als
Kaiser Altoum...?
Turandot
Wer könnt' es sein?
Adelma
Sucht nicht zu weit!
Turandot
Die beiden Minister?
Adelma
Sucht nicht zu hoch!
Turandot
Du scheinst etwas zu verbergen; -
Adelma
Vielleicht zu enthüllen...
Turandot
Adelma?
Adelma
Ihr nennt mich Freundin, ja, ich bin's zu euch,
ich darf es sein, da ich von Kön'gen stamme;
doch hält ihr mich als Sklavin, gebt mich frei, ihr sollt
erfahren, was ihr glühend wünscht zu kennen!
Denn ich, ich weiß des Fremden Kunst und
Namen. Ich schenk euch Freiheit,
schenkt mir drum die meine:
zwei kluge Mädchen kommen leicht ins reine,
Freiheit gegen Freiheit!
Turandot
Das wär Verrat!
Adelma
(gepreßt)
Er hat mich einst verlacht,
als ich, ein Kind, die Arme nach ihm
streckte...
ich hab'es nie verwunden!
Nun ist an mir die Reihe, ja nun ist's an mir,
nun ist's an mir, willigt ein!
Turandot
Du hast gelitten...! Du hast erduldet...!
das macht allein dich zur Fürstin,
(zärtlich)
Sei fortan meine Schwester.
Adelma
O Dank
(beiseite)
O mein Triumph!
Und jetzt, Prinzessin Turandot,
süßeste Schwester, horch auf...
(Sie flüstert Turandot in das Ohr)
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