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Es ist jedoch darauf zu
achten, daß zur Ordnung des Filmwesens die gebührende Vorbildung der Zuschauer,
von der wir gesprochen haben, nicht völlig genügt. Die einzelnen Stücke müssen
dem Grad der geistigen, gemüts und gefühlsmäßigen sowie sittlichen Entwicklung
jedes Alters und seinem Sittenzustand entsprechen. Dieses Problem erhält
deswegen eine besondere Dringlichkeit, weil die Funk und besonders die
Fernsehsendungen, die leicht innerhalb des eigenen Heims empfangen werden
können, die Schranken niederzureißen drohen, durch die eine gesunde
Kindererziehung unbedingt geschützt sein muß, bis der junge Mensch die
notwendige Kraft sich aneignet, um die Stürme des Lebens siegreich bestehen zu
können. Dazu haben wir vor drei Jahren an die Bischöfe Italiens geschrieben:
"Wie sollten wir nicht erschrecken bei dem Gedanken, daß durch das
Fernsehen auch in das Familienheim jene vergiftete Luft des Materialismus, der
Oberflächlichkeit und der Sucht nach Lust eindringen kann, wie man sie nur zu
häufig in den Lichtspielsälen einatmet?32.
Wir kennen die Werke
öffentlicher Behörden wie privater Kreise, die im Rahmen der Jugenderziehung
darauf ausgehen, die Jugendlichen nach Möglichkeit von solchen Stücken wegzuhalten, die ihrem Alter nicht entsprechen, obwohl sie häufig
nicht ohne schweren Schaden besucht werden. Was immer zu diesem lobenswerten
Zweck geschieht, findet unsere betonte Billigung. Nur
achte man darauf, daß mehr noch als physiologische und
psychologische Verkrampfungen, die daraus entstehen können, die Gefahren für
die Sitten der Jugendlichen verhütet werden müssen; Gefahren, die sich, falls
man ihnen nicht rechtzeitig zuvorkommt und sie unwirksam macht, viel zum
Schaden und Verderb der menschlichen Gesellschaft selbst beitragen können.
Die uns so teure Jugend
ermahnen wir deshalb väterlich in der Hoffnung, daß sie christliches Maßhalten
und christliche Klugheit zeigen werde, wenn es sich um ein Stück handelt, in
denen ihre Unschuld Gefahr laufen könnte. Es ist ihre schwere Pflicht, jenes
angeborene und ungezügelte Verlangen, alles zu sehen und alles zu hören, zu
beherrschen und zu meistern und das Herz freizuhalten von maßloser irdischer
Lust und es auf Gott zu lenken.
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