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Bei der gestellten Aufgabe,
das Filmwesen auf bessere Grundlagen zu stellen, tragen die Filmschauspieler
einen nicht geringen Teil an Verantwortung. Im
Bewußtsein ihrer Menschen und Künstlerwürde mögen sie wissen, daß
es ihnen nicht erlaubt ist, sich für unsittliche Darstellungen herzugeben, mag
es sich nun um Einzelszenen oder um ganze Streifen handeln. Jeder Schauspieler,
der sich durch seine künstlerische Begabung einen Namen erworben hat, muß das
Ansehen, das er genießt, benützen, um im Gemüt des Volkes edle und erhebende
Empfindungen zu wecken. Auch muß er daran denken, daß es vor allem seine
Pflicht ist, den Mitmenschen in seinem Privatleben das
gute Beispiel eines Tugendlebens zu geben. In einer Ansprache an die
Schauspieler haben wir gesagt: "Jedermann begreift die heftige
Gemütsbewegung, die euch erfaßt und mit Freude und Hochgefühl durchströmt vor
einem Publikum, das auf euch schaut, nach euch verlangt, euch zujubelt, euch
umtobt"42. Obwohl solches Empfinden erlaubt und recht ist, darf es
doch nicht dazu führen, daß der christliche Schauspieler vom Publikum Ovationen
entgegennimmt, die schon fast an Götzendienst erinnern; denn auch ihm gilt, was
unser Erlöser sagt: "So leuchte euer Licht vor den Menschen, daß sie eure
guten Werke sehen und euren Vater preisen, der im Himmel ist"43.
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