3.
Die
liturgische Sicht des Konzils beschränkt sich nicht auf den
innerkirchlichen Bereich, sondern öffnet sich zum Horizont der ganzen
Menschheit. In der Tat, Christus vereint sich in seinem Lob an den Vater mit
der ganzen Menschengemeinschaft, und er tut es in so einzigartiger Weise gerade
durch die auf dem Gebet gründende Sendung der Kirche: »… sie lobt den
Herrn ohne Unterlaß und tritt bei ihm für das Heil der ganzen Welt
ein, nicht nur in der Feier der Eucharistie, sondern auch in anderen Formen,
besonders im Vollzug des Stundengebetes.« (8)
In der Sicht
von Sacrosanctum Concilium erhält das liturgische Leben der Kirche eine kosmische
und universale Dimension, indem es die Zeit und den Raum des Menschen tief
prägt. Von diesem Blickwinkel aus versteht man auch die neue
Aufmerksamkeit, die die Konstitution für das liturgische Jahr zeigt,
für den Weg, durch den die Kirche das Gedächtnis des
Ostergeheimnisses Christi feiert und wiedererlebt (9).
Wenn die
Liturgie all dies ist, dann bekräftigt das Konzil zu Recht, daß jede
liturgische Handlung »in vorzüglichem Sinn heilige Handlung [ist], deren
Wirksamkeit kein anderes Tun der Kirche an Rang und Maß erreicht« (10).
Zugleich gibt das Konzil zu verstehen: »In der heiligen Liturgie erschöpft
sich nicht das ganze Tun der Kirche.« (11) Denn die Liturgie setzt
einerseits die Verkündigung des Evangeliums voraus, anderseits verlangt
sie das christliche Zeugnis in der Geschichte. Das in der Predigt und Katechese
aufgezeigte Geheimnis muß, wenn es im Glauben aufgenommen und in der
Liturgie gefeiert wird, das ganze Leben der Gläubigen formen, die berufen
sind, seine Boten in der Welt zu werden (12).
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