10.
Das
geistliche Leben der Gläubigen wird von der liturgischen Feier
genährt. Ausgehend von der Liturgie, soll das Prinzip angewandt werden,
das ich im Apostolischen Schreiben Novo millennio ineunte aufgezeigt habe: »Es
braucht ein Christentum , das sich vor allem durch die Kunst des Gebets auszeichnet.«
(27) bringt diese
Dringlichkeit prophetisch zum Ausdruck, wenn die christliche Gemeinschaft
angespornt wird, das Gebetsleben nicht nur durch die Liturgie, sondern auch
durch die »Andachtsübungen« zu verstärken, sofern sie mit der
Liturgie im Einklang stehen und gewissermaßen aus ihr hervorgehen und zu
ihr hinführen (28). Die pastorale Erfahrung der letzten Jahrzehnte
hat diese Gedanken gefestigt. Wertvoll war in diesem Sinn der Beitrag, den die
Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung durch das »Direktorium über die
volkstümliche und liturgische Frömmigkeit« angeboten hat (29).
Ich selbst wollte dann durch das Apostolische Schreiben Rosarium Virginis Mariae (30) und durch
die Ausrufung des »Jahres des Rosenkranzes« die kontemplativen
Reichtümer dieses traditionellen Gebetes hervorheben, denn es ist unter
dem Volk Gottes weit verbreitet, und ich habe seine Wiederentdeckung als
bevorzugten Weg zur Betrachtung des Antlitzes Christi in der Schule Marias
empfohlen.
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