|
Die Kirche als Garant der wahren Werte des Menschen
18. Es ist vorauszusehen, daß vielleicht
nicht alle diese überkommene Lehre ohne weiteres annehmen werden; es werden
sich, verstärkt durch die modernen Kommunikationsmittel, zu viele Gegenstimmen
gegen das Wort der Kirche erheben. Die Kirche aber, die es nicht überrascht,
daß sie ebenso wie ihr göttlicher Stifter gesetzt ist "zum Zeichen, dem
widersprochen wird22", steht dennoch zu ihrem Auftrag,
das gesamte Sittengesetz, das natürliche und evangelische, demütig, aber auch
fest zu verkünden.
Die Kirche ist ja nicht Urheberin dieser beiden Gesetze;
sie kann deshalb darüber nicht nach eigenem Ermessen entscheiden, sondern nur
Wächterin und Auslegerin sein; niemals darf sie etwas für erlaubt erklären, was
in Wirklichkeit unerlaubt ist, weil das seiner Natur nach dem wahren Wohl des Menschen
widerspricht.
Indem sie das eheliche Sittengesetz unverkürzt wahrt,
weiß die Kirche sehr wohl, daß sie zum Aufbau echter menschlicher Kultur
beiträgt; darüber hinaus spornt sie den Menschen an, sich nicht seiner
Verantwortung dadurch zu entziehen, daß er sich auf technische Mittel verläßt;
damit sichert sie die Würde der Eheleute. Indem die Kirche so dem Beispiel und
der Lehre unseres göttlichen Erlösers getreu vorgeht, zeigt sie, daß ihre
aufrichtige und uneigennützige Liebe den Menschen begleitet: sie will ihm
helfen in dieser Welt, daß er wirklich als Kind am Leben des lebendigen Gottes
teilhat, der aller Menschen Vater ist23.
|