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Johannes Paul II.
An die katholische Bevölkerung Ungarns zur Feier des »Ungarischen Jahrtausends«

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4. Im Laufe dieser tausend Jahre war König Stephan immer ein leuchtendes Beispiel im Familienleben. Nur einer seiner Söhne, Emerich, erreichte das Jugendalter. Der hl. Stephan kümmerte sich in besonderer Weise um seine Erziehung und war darum bemüht, ihm das damals nötige Wissen angedeihen zu lassen. Mit Umsicht sorgte er für die Ausbildung seines Sohnes, wofür er ihn bedeutenden Lehrern anvertraute – darunter dem hl. Gerhard, dem künftigen Bischof von Szeged-Csanad –, und er veranlaßte für ihn die Abfassung eines Büchleins, das seine Betrachtungen und Lebensregeln enthalten sollte. Hierdurch bereitete er seinen Sohn aufs Leben vor in einer Weise, die ihn sowohl aufgrund seines Wissens als auch seiner Lebensführung für die Leitung des Staates würdig machen sollte. Da Emerich aber noch in jungen Jahren starb, konnte er seinem Vater nicht nachfolgen. 

Die Familie von König Stephan zeichnete sich in der Tat durch ihre Heiligkeit aus. Von seiner Frau, der sel. Gisela, und von seinem heiligen Sohn Emerich befolgt, konnte sich diese Tugend auch in der Aufeinanderfolge der Generationen verbreiten, so daß man mit Recht annehmen konnte, die Arpadendynastie habe der Kirche unzählige Heilige und Selige geschenkt. Diese strahlenden Lichter des Christentums treiben uns auch heute noch an, damit wir den Spuren Christi auf dem rechten Weg folgen. Zehn Jahrhunderte später sind sie auch unserer Generation eine Ermahnung, damit die Tugenden des Familienlebens hoch geachtet werden und der Auftrag der Kindererziehung nicht vernachlässigt werde. Daher möchte ich an dieser Stelle angebrachterweise wiederholen, was ich den Vertretern von Kultur und Wissenschaft anläßlich meines Pastoralbesuchs in Ungarn sagte: »Einer der wichtigsten Kulturfaktoren ist die Erziehung. Sie besteht allerdings nicht nur in der Weitergabe eines knappen Konpendiums der wissenschaftlichen Errungenschaften und realisierten Techniken an die jüngeren Generationen. … Eine gleiche, ja noch größere Anstrengung muß jedoch auf dem Gebiet der erzieherischen Bildung unternommen werden, um die Reifung der Persönlichkeit der jungen Menschen in ihrer Welt, in ihrem Wertesystem, in ihren persönlichen Beziehungen zu fördern.« (Johannes Paul II., Ansprache an die Vertreter von Kultur und Wissenschaft, 17. August 1991, 6; in: O.R. dt., 37, 6, 13.9.1991. ) 




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