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Hinweise zur
kirchlichen Einordnung und Bewertung der Enzyklika
Die Enzyklika
„Aeterni Patris Unigenitus“ Papst Leos XIII. vom 4. August 1879 stellte der
falschen Philosophie, die Ursprung privater wie sozialer Übel ist, die
„gesunde“ entgegen, die den Glauben vorbereitet, seine Annahme als vernünftig
erweist, ihn tiefer erfassen lässt und verteidigt. Besonders wird auf die
Philosophie des Thomas von Aquin hingewiesen, der das Erbe der Väter und die
Philosophie der Antike aufgenommen und geistig durchdrungen hat. Die Kirche
erkennt ihm einen Primat der Lehre zu. Die Enzyklika gab der Neuscholastik
starke Impulse. Vgl. W. Kluxen, Aeterni Patris Unigenitus, in: LThK3
I 187.
Papst Johannes
Paul II. hat in der Enzyklika „Fides et ratio“ vom 14.
September 1998 wichtige Feststellungen über den Zusammenhang von Glaube und
Vernunft getroffen und erneut auf die Bedeutung der Philosophie insgesamt sowie
im besonderen der philosophischen Denkweise des hl. Thomas von Aquin
hingewiesen. In „Fides et ratio“ (Nr. 57-58) heißt es: „Das Lehramt hat sich
freilich nicht darauf beschränkt, nur die Irrtümer und Abweichungen der
philosophischen Lehren aufzudecken. Mit derselben Aufmerksamkeit hat es die
Grundprinzipien für eine echte Erneuerung des philosophischen Denkens
unterstrichen und auch konkret einzuschlagende Wege aufgezeigt. In diesem Sinn
vollzog Papst Leo XIII. mit seiner Enzyklika Aeterni Patris einen Schritt von
wahrhaft historischer Tragweite für das Leben der Kirche. Jener Text war bis
zum heutigen Tag das einzige päpstliche Dokument auf solcher Ebene, das
ausschließlich der Philosophie gewidmet war. Der große Papst griff die Lehre
des I. Vatikanischen Konzils über das Verhältnis von Glaube und Vernunft auf
und entwickelte sie weiter, indem er zeigte, daß das philosophische Denken ein
grundlegender Beitrag zum Glauben und zur theologischen Wissenschaft ist. Nach
über einem Jahrhundert haben viele in jenem Text enthaltene Hinweise sowohl
unter praktischem wie unter pädagogischem Gesichtspunkt nichts von ihrer
Bedeutung eingebüßt; das gilt zuallererst für die Bedeutung in bezug auf den
unvergleichlichen Wert der Philosophie des hl. Thomas. Das Denken des Doctor
Angelicus neu vorzulegen, erschien Papst Leo XIII. als der beste Weg, mit der
Philosophie wieder so umzugehen, daß sie mit den Ansprüchen des Glaubens
übereinstimmt. Der Papst schrieb: ‚Im selben Augenblick, in dem er (der hl.
Thomas), wie es sich gehört, den Glauben vollkommen von der Vernunft
unterscheidet, vereint er die beiden durch Bande wechselseitiger Freundschaft:
er sichert jeder von ihnen ihre Rechte zu und schützt ihre Würde’. Die
glücklichen Folgen, die jene päpstliche Aufforderung nach sich zog, sind
bekannt. Die Forschungen über das Denken des hl. Thomas und anderer
scholastischer Autoren erfuhren einen neuen Aufschwung. Starken Auftrieb
erhielt die historische Forschung mit der Wiederentdeckung der bis dahin
weithin unbekannten Schätze des mittelalterlichen Denkens zur Folge; außerdem
entstanden neue thomistische Schulen. Durch die Anwendung der historischen
Methode machte die Kenntnis des Werkes des hl. Thomas große Fortschritte;
zahlreiche Gelehrte brachten mutig die thomistische Überlieferung in die
Diskussionen über die damaligen philosophischen und theologischen Probleme ein.
Die einflußreichsten katholischen Theologen dieses Jahrhunderts, deren Denken
und Forschen das II. Vatikanische Konzil viel zu verdanken hat, sind Kinder
dieser Erneuerung der thomistischen Philosophie. So stand der Kirche im Laufe
des 20. Jahrhunderts eine starke Gruppe von Denkern zur Verfügung, die in der
Schule des Doctor Angelicus herangebildet worden waren.“
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