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3.
Die Priester
29. Die Priester, die
als tüchtige, sorgsame und notwendige Mitarbeiter des bischöflichen
Standes66 zum Dienst am Volk Gottes gerufen sind, bilden zusammen mit
ihrem Bischof ein Presbyterium,67 auch wenn ihnen unterschiedliche
Aufgaben übertragen sind. «In den einzelnen örtlichen Gemeinden der Gläubigen
machen sie den Bischof, mit dem sie in vertrauensvoller und hochherziger
Gesinnung verbunden sind, gewissermaßen gegenwärtig; sie übernehmen zu ihrem
Teil seine Aufgaben und seine Sorge und stellen sich täglich in ihren Dienst. [...]
Um dieser Teilhabe an Priestertum und Sendung willen sollen die Priester den
Bischof wahrhaft als ihren Vater anerkennen und ihm ehrfürchtig
gehorchen».68 «Auf das Wohl der Kinder Gottes immer bedacht, sollen sie
darüber hinaus bestrebt sein, ihren Anteil beizutragen zur Hirtenarbeit in der
ganzen Diözese, ja in der ganzen Kirche».69
30. Groß ist die
Verantwortung vor allem der Priester, «denen es zukommt, der Eucharistiefeier in
persona Christi vorzustehen. Sie sichern ein Zeugnis und einen
Gemeinschaftsdienst nicht nur für die unmittelbar an der Feier teilnehmende
Gemeinde, sondern auch für die Gesamtkirche, die mit der Eucharistie immer in
Beziehung steht. Leider ist zu beklagen, daß es – vor allem seit den Jahren der
Liturgiereform nach dem II. Vatikanischen Konzil – infolge einer falsch
verstandenen Auffassung von Kreativität und Anpassung nicht an Mißbräuchen
gefehlt hat, die Leiden für viele verursacht haben».70
31. In Übereinstimmung
mit dem, was sie im Ritus der heiligen Weihe gelobt haben und jedes Jahr
während der Chrisammesse erneuern, sollen die Priester «die Mysterien Christi,
besonders im Opfer der Eucharistie und im Sakrament der Versöhnung, gemäß der
kirchlichen Überlieferung zum Lobe Gottes und zum Heil des christlichen Volkes
in gläubiger Ehrfurcht»71 feiern. Sie dürfen dem eigenen Dienst nicht
seine tiefgehende Bedeutung nehmen, indem sie die liturgische Feier durch
Änderungen, Kürzungen oder Hinzufügungen willkürlich entstellen.72 Der
heilige Ambrosius hat gesagt: «Nicht in sich, [...] sondern in uns wird die
Kirche verwundet. Sorgen wir daher dafür, daß unsere Sünde nicht zur Wunde für
die Kirche wird».73 Die Kirche Gottes soll also durch die Priester, die
sich so feierlich dem Dienst geweiht haben, nicht verwundet werden. Die
Priester sollen vielmehr unter der Autorität des Bischofs treu darauf achten,
daß solche Entstellungen auch nicht durch andere vorgenommen werden.
32. «Der Pfarrer hat
Sorge dafür zu tragen, daß die heiligste Eucharistie zum Mittelpunkt der
pfarrlichen Gemeinschaft der Gläubigen wird; er hat sich darum zu bemühen, die
Gläubigen durch eine ehrfürchtige Feier der Sakramente zu weiden, in besonderer
Weise aber darum, daß sie häufig die Sakramente der heiligsten Eucharistie und
der Buße empfangen; ebenso hat er darauf bedacht zu sein, daß sie auch in den
Familien zur Verrichtung des Gebetes geführt werden sowie bewußt und tätig an der
heiligen Liturgie teilnehmen, die der Pfarrer unter der Autorität des
Diözesanbischofs in seiner Pfarrei leiten und überwachen muß, damit sich kein
Mißbrauch einschleicht».74 Obwohl es angemessen ist, daß er sich zur
besseren Vorbereitung der liturgischen Feiern, vor allem der heiligen Messe,
von verschiedenen Christgläubigen helfen läßt, darf er ihnen jedoch in keiner
Weise jene Vorrechte in der Sache abtreten, die seinem Amt eigen sind.
33. Schließlich sollen
alle Priester «die Wissenschaft und die Kunst der Liturgie in rechter Weise
pflegen, damit durch ihren liturgischen Dienst von den ihnen anvertrauten
Gemeinden Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist, immer
vollkommeneres Lob werde».75 Sie sollen vor allem von jenem Bewundern
und Staunen durchdrungen sein, das durch die Feier des österlichen Mysteriums
in der Eucharistie in den Herzen der Gläubigen geweckt wird.76
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