|
3. Die sakralen Gefäße
117. Die sakralen
Gefäße, die zur Aufnahme des Leibes und Blutes des Herrn bestimmt sind, müssen
streng gemäß der Norm der Tradition und der liturgischen Bücher hergestellt
werden.205 Den Bischofskonferenzen ist die Befugnis gegeben, darüber zu
entscheiden, ob es angebracht ist, daß die sakralen Gefäße auch aus anderen
festen Materialien angefertigt werden. Diese Entscheidung bedarf der Rekognoszierung
durch den Apostolischen Stuhl. Es wird jedoch streng erfordert, daß diese
Materialien gemäß dem allgemeinen Empfinden des jeweiligen Gebietes wirklich
edel sind,206 so daß durch ihre Verwendung dem Herrn Ehre erwiesen und
gegenüber den Gläubigen jede Gefahr vermieden wird, die Lehre über die
wirkliche Gegenwart Christi in den eucharistischen Gestalten abzuschwächen.
Daher ist jedweder Brauch zu verwerfen, zur Meßfeier gewöhnliche Gefäße, Gefäße
mit schlechter Qualität, Gefäße ohne jeden künstlerischen Wert, einfache Körbe
oder andere Gefäße aus Glas, Ton, Lehm oder anderen leicht zerbrechlichen
Materialien zu verwenden. Dies gilt auch für Metalle und andere Materialien,
die leicht unbrauchbar werden.207
118. Bevor die sakralen
Gefäße in Gebrauch kommen, müssen sie gemäß den in den liturgischen Büchern
vorgeschriebenen Riten von einem Priester gesegnet werden.208 Sehr zu
begrüßen ist die Segnung durch den Diözesanbischof, der beurteilen wird, ob
sich die Gefäße für den Gebrauch eignen, zu dem sie bestimmt sind.
119. Nach der
Kommunionausteilung kehrt der Priester zum Altar zurück, reinigt am Altar oder
am Kredenztisch über dem Kelch die Patene oder die Hostienschale, reinigt dann
den Kelch gemäß den Vorschriften des Meßbuches und trocknet ihn mit dem
Kelchtüchlein. Wenn ein Diakon anwesend ist, kehrt er mit dem Priester zum
Altar zurück und reinigt die Gefäße. Es ist aber erlaubt, daß der Priester oder
der Diakon die zu reinigenden Gefäße, vor allem wenn es viele sind, auf dem
Altar oder dem Kredenztisch, angemessen bedeckt, auf einem Korporale stehen
läßt und sofort nach der Messe, nachdem das Volk entlassen wurde, reinigt. Auch
der rechtmäßig beauftragte Akolyth hilft dem Priester oder dem Diakon beim
Reinigen und Zusammenstellen der sakralen Gefäße am Altar oder am Kredenztisch.
Wenn kein Diakon anwesend ist, bringt der rechtmäßig beauftragte Akolyth die
sakralen Gefäße zum Kredenztisch, wo er sie auf gewohnte Weise reinigt,
trocknet und zusammenstellt.209
120. Die Hirten sollen
dafür Sorge tragen, daß die Altartücher, besonders jene, auf die die heiligen
Gestalten gelegt werden, immer sauber bleiben und gemäß überliefertem Brauch
häufig gewaschen werden. Es ist zu begrüßen, daß das Wasser der ersten
Reinigung, die mit der Hand vorzunehmen ist, in das Sacrarium der Kirche
oder an einen geziemenden Ort auf die Erde gegossen wird. Danach kann auf
gewohnte Weise eine weitere Säuberung vorgenommen werden.
|