Erzählung
1 Hungerk| Ein Hungerkünstler~In den letzten Jahrzehnten
2 Hungerk| die ganze Stadt mit dem Hungerkünstler; von Hungertag zu Hungertag
3 Hungerk| Teilnahme; jeder wollte den Hungerkünstler zumindest einmal täglich
4 Hungerk| besonders die Kinder, denen der Hungerkünstler gezeigt wurde; während er
5 Hungerk| hatten, Tag und Nacht den Hungerkünstler zu beobachten, damit er
6 Hungerk| Eingeweihten wußten wohl, daß der Hungerkünstler während der Hungerzeit niemals,
7 Hungerk| offenbaren Absicht, dem Hungerkünstler eine kleine Erfrischung
8 Hungerk| hervorholen konnte. Nichts war dem Hungerkünstler quälender als solche Wächter;
9 Hungerk| die Tage und Nächte beim Hungerkünstler ununterbrochen als Wächter
10 Hungerk| gehungert worden war; nur der Hungerkünstler selbst konnte das wissen,
11 Hungerk| die nötigen Messungen am Hungerkünstler vorzunehmen, durch ein Megaphon
12 Hungerk| worden waren, und wollten den Hungerkünstler aus dem Käfig ein paar Stufen
13 Hungerk| Augenblick wehrte sich der Hungerkünstler immer. Zwar legte er noch
14 Hungerk| hungern, nicht nur der größte Hungerkünstler aller Zeiten zu werden,
15 Hungerk| unmöglich - die Arme über dem Hungerkünstler, so, als lade er den Himmel
16 Hungerk| bedauernswerten Märtyrer, welcher der Hungerkünstler allerdings war, nur in ganz
17 Hungerk| anderem Sinn; faßte den Hungerkünstler um die dünne Taille, wobei
18 Hungerk| zu schütteln, so daß der Hungerkünstler mit den Beinen und dem Oberkörper
19 Hungerk| gewordenen Damen. Nun duldete der Hungerkünstler alles; der Kopf lag auf
20 Hungerk| vor der Berührung mit dem Hungerkünstler zu bewahren, dann aber,
21 Hungerk| von dem der Impresario dem Hungerkünstler während eines ohnmachtähnlichen
22 Hungerk| Impresario angeblich vom Hungerkünstler zugeflüstert worden war;
23 Hungerk| zu sein, niemand, nur der Hungerkünstler, immer nur er.~So lebte
24 Hungerk| Hungerzeit, geschehn, daß der Hungerkünstler mit einem Wutausbruch antwortete
25 Hungerk| anwandte. Er entschuldigte den Hungerkünstler vor versammeltem Publikum,
26 Hungerk| den Bildern sah man den Hungerkünstler an einem vierzigsten Hungertag,
27 Hungerk| vor Entkräftung. Diese dem Hungerkünstler zwar wohlbekannte, immer
28 Hungerk| eines Tages der verwöhnte Hungerkünstler von der vergnügungssüchtigen
29 Hungerk| Trost. Was sollte nun der Hungerkünstler tun? Der, welchen Tausende
30 Hungerk| Beruf zu ergreifen, war der Hungerkünstler nicht nur zu alt, sondern
31 Hungerk| Zeit gebrauchen, auch einen Hungerkünstler, bei entsprechend bescheidenen
32 Hungerk| besonderen Fall nicht nur der Hungerkünstler selbst, der engagiert wurde,
33 Hungerk| wolle, im Gegenteil, der Hungerkünstler versicherte, daß er, was
34 Hungerk| Zeitstimmung, welche der Hungerkünstler im Eifer leicht vergaß,
35 Hungerk| Grunde aber verlor auch der Hungerkünstler den Blick für die wirklichen
36 Hungerk| unvermeidlich, daß es beim Hungerkünstler vorüberkam und ein wenig
37 Hungerk| auch der Grund, warum der Hungerkünstler vor diesen Besuchszeiten,
38 Hungerk| welche - sie wurde dem Hungerkünstler bald die peinlichere - ihn
39 Hungerk| mit dem Finger auf den Hungerkünstler zeigte, ausführlich erklärte,
40 Hungerk| Vielleicht, so sagte sich der Hungerkünstler dann manchmal, würde alles
41 Hungerk| Aufmerksamkeit für einen Hungerkünstler beanspruchen zu wollen,
42 Hungerk| und so hungerte zwar der Hungerkünstler weiter, wie er es früher
43 Hungerk| niemand, nicht einmal der Hungerkünstler selbst wußte, wie groß die
44 Hungerk| erfinden konnte, denn nicht der Hungerkünstler betrog, er arbeitete ehrlich,
45 Hungerk| Hilfe der Ziffertafel an den Hungerkünstler erinnerte. Man rührte mit
46 Hungerk| das Stroh auf und fand den Hungerkünstler darin. »Du hungerst noch
47 Hungerk| mir alle«, flüsterte der Hungerkünstler; nur der Aufseher, der das
48 Hungerk| Hungern bewundert«, sagte der Hungerkünstler. »Wir bewundern es auch«,
49 Hungerk| nicht bewundern«, sagte der Hungerkünstler. »Nun, dann bewundern wir
50 Hungerk| nicht anders«, sagte der Hungerkünstler. »Da sieh mal einer«, sagte
51 Hungerk| Weil ich«, sagte der Hungerkünstler, hob das Köpfchen ein wenig
52 Hungerk| Aufseher, und man begrub den Hungerkünstler samt dem Stroh. In den Käfig
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