1823-bubch | buchs-flitt | floss-gutig | gulde-kopfn | kopfu-myrrh | myrte-schie | schif-tausc | tages-wande | waren-zypre
Teil, Kap.
1 Vor | Titel »Tragödien« im Jahr 1823 erschien und meinem Oheim
2 Vor | Geschrieben zu Paris im Frühjahr 1837.~Heinrich Heine~
3 Vor3 | zu Paris den 20. Februar 1839.~Heinrich Heine.~
4 Vor5 | zu Hamburg den 21. August 1844.~Heinrich Heine.~
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13 JLei, Son | Sonette~[I]~An A. W. v. Schlegel~Im Reifrockputz
14 Nordsee, 2 | erhob sich~Und flog, wie ein Aar, hinauf in den Himmel!~Schweigt,
15 Vor | der Lesewelt den erneueten Abdruck dieses Buches. Es hat mir
16 Vor3 | behufs eines erneueten Abdrucks, einige Nachfeile zu erteilen,
17 Nordsee, 1 | Vorgängerin im Reich.~II~Abenddämmerung~Am blassen Meeresstrande~
18 Heimk, I | Stadt mit ihren Türmen,~In Abenddämmrung gehüllt.~Ein feuchter Windzug
19 Nordsee, 2 | Der Gesang der Okeaniden~Abendlich blasser wird es am Meer,~
20 Heimk, DClar| Donna Clara~In dem abendlichen Garten~Wandelt des Alkaden
21 LyrInt | Blumen schmachten~Im goldnen Abendlicht,~Und zärtlich sich betrachten~
22 Heimk, I | schauten nach der See;~Die Abendnebel kamen,~Und stiegen in die
23 Nordsee, 2 | dunkeln Nacht,~Nur noch die Abendröte~Überstreut sie mit goldnen
24 Heimk, I | weit hinaus,~Im letzten Abendscheine;~Wir saßen am einsamen Fischerhaus,~
25 JLei, Roman| Alexander,~Da bläst schon zur Abfahrt der Postillion,~Und bläst
26 Vor | erzwungenes Schweigen, als ein Abfall von mir selber erscheinen.
27 Vor5 | vorhergehende Durchsicht abgedruckt. Eine Versäumnis solcher
28 Heimk, I | bekümmertes Weib,~Verwelkt und abgefallen~Der sonst so blühende Leib.~
29 Heimk, I | Hat früher sich auch damit abgegeben.~Er sagte, meine Freundschaft
30 Vor | Millionär«. Sobald die Jugend abgeht, sieht man, wie die Person
31 LyrInt | ist~Der Kuß, den ich dir abgeküßt!~Den hab ich, und dran glaub
32 JLei, Son | verstummen.~3~Ich lache ob den abgeschmackten Laffen,~Die mich anglotzen
33 LyrInt | ist blind,~Wird täglich abgeschmackter!~Sie spricht von dir, mein
34 Heimk, Ratc | Zimmer,~Und zeigt', mit abgewandtem Angesicht,~Nach der Gestalt,
35 Nordsee, 2 | liljenweiße Schlafmütz,~Und ein abgewelktes Gesicht.«~V~Der Gesang der
36 Vor | wunderliche Gefühl mich davon abhält, dergleichen Vorworte, wie
37 Vor | Zeitgenossen eine ähnliche Abneigung. Es will mich bedünken,
38 Heimk, I | Ein ewig Jammern,~Ein ewig Abschiednehmen, ewges Trennen!~Konnt denn
39 Heimk, I | sogar verweigert~Am Ende den Abschiedskuß.~Glaub nicht, daß ich mich
40 Vor | hie und da, in der ersten Abteilung, wurden einige Verse verbessert.
41 Nordsee, 2 | Weisheit konntest du nicht~Abwehren das Götterverderben?~Auch
42 Vor | alles kleinliche Bedenken abweisend, jene Briefe veröffentlichte,
43 Nordsee, 2 | Schattenleichen am Styx,~Die Charon abwies vom nächtlichen Kahn.~Armes,
44 Nordsee, 2 | schwere Welt von den Schultern abwirft~In die ewige Nacht.~So scholl
45 JLei, Son | hübsche Blum- und Schnitzwerk abzubrechen.~Doch mag man immerhin die
46 Vor | Schätze; er würde sie gering achten, wenn die Natur sie gleich
47 Vor | zugeeignet worden. Die hohe Achtung, die ich diesem großartigen
48 Vor | habens gesehen, nicht bei Adalbert Chamisso, der mit jedem
49 JLei, Roman| Und zählte jede Welle.~Ade! mein schönes Vaterland!~
50 Heimk, Gott | wühlen, ~Und deine tausend Adern seh ich bluten,~Und seh,
51 JLei, Roman| glühen liebestrunken~Für die adlig holde Maid.~Welchem aber
52 Harzr, 2 | gleichgeboren,~Sind ein adliges Geschlecht.~Er verscheucht
53 Vor3 | Marmorbild,~der Stein begann zu ächzen -~Sie trank meiner Küsse
54 Nordsee, 1 | Nordwind,~Und heimlich, mit ächzend gedämpfter Stimme,~Wie '
55 JLei, Traum| heult es verworren, und ächzet und girrt,~Und brauset und
56 Heimk, I | du bleicher Geselle!~Was äffst du nach mein Liebesleid,~
57 Vor3 | schon lange her, und ein ähnliches Beispiel tät wieder not...
58 Nordsee, 2 | ist die Rose der Rosen,~Je älter sie wird, je lieblicher
59 LyrInt | klein.~Das wird sich bei dir ändern,~Du Vielgeliebte mein!~Der
60 Vor | wenig wie an der Zeitfolge änderte ich an den Gedichten selbst.
61 LyrInt | gespendet~In meinen Nöten und Ängsten.~Du gabest mir Trank und
62 Heimk, I | Sie flattert und will gar ängstiglich~Ein Unglück prophezeien.~
63 LyrInt | Traum.~X~Die Lotosblume ängstigt~Sich vor der Sonne Pracht,~
64 Vor | oft nicht wenig für mich ängstigte, in jener Zeit meiner jugendlichen
65 Heimk, I | stolzes Wogen.~Doch ein ängstliches Geflüster~Zieht sich durch
66 Nordsee, 2 | dahintanzt den schlimmsten Tanz!~Äolus schickt ihm die flinksten
67 JLei, Lied | stieß?~Alles Unheil brachten Äpfel!~Eva bracht damit den Tod,~
68 JLei, Traum| Die Braut ein hübsches Äpflein nahm,~Und reicht es hin
69 LyrInt | Das Mädchen heiratet aus Ärger~Den ersten besten Mann,~
70 Nordsee, 1 | vom Schiffsrand,~Und rief, ärgerlich lachend:~Doktor, sind Sie
71 LyrInt | Liebe viel.~Die Herren waren ästhetisch,~Die Damen von zartem Gefühl.~
72 JLei, Lied | Wie ein Lavastrom, der dem Ätna entquillt,~Hervorgestürtzt
73 Nordsee, 1 | Und tauche sie ein~In des Ätnas glühenden Schlund, und mit
74 JLei, Traum| dumpfer Widerhall!~Wie ferner Äxtenschläge Schall;~Ich eil durch Busch
75 JLei, Son | lache ob den hochgelahrten Affen,~Die sich aufblähn zu stolzen
76 JLei, Son | wespengleich geschnüret:~So war die Aftermuse ausstaffieret,~Als sie einst
77 JLei, Lied | schlimme Apfelgabe~Unsern Ahn ins Elend stieß?~Alles Unheil
78 Nordsee, 2 | Halsstarrig bist du wie dein Ahnherr,~Der hohe Titane, der himmlisches
79 Nordsee, 1 | horcht auf des Wasserkessels~Ahnungssüßes, heimliches Summen,~Und
80 LyrInt | süßes Liebchen, so süß und aimabel.~XXIX~Und als ich so lange,
81 JLei, Roman| Station,~Herzliebster Prinz Alexander,~Da bläst schon zur Abfahrt
82 Heimk, DClar| abendlichen Garten~Wandelt des Alkaden Tochter;~Pauken- und Trommetenjubel~
83 Heimk, DClar| Myrtenlaube~Führt er die Alkadentochter.~Mit den weichen Liebesnetzen~
84 Nordsee, 2 | diamantenblitzend,~Und allgeliebt und allbewundert~Von allen Weltkreaturen,~
85 Vor | erscheinen Jugend und Alter als allegorische Personen, und das Lied welches
86 Nordsee, 2 | gemeinen Leuten,~Nein, in der allerbesten Gesellschaft,~lebte beständig
87 LyrInt | alles geglaubt.~Jedoch das Allerschlimmste,~Das haben sie nicht gewußt;~
88 JLei, Traum| mir ein Traumgebild,~Die allerschönste Maid.~Sie war wie Marmelstein
89 Nordsee, 2 | geschlagener Sahne;~Und das Allersüßeste kost ich,~Süße Liebe und
90 Nordsee, 2 | Und diamantenblitzend,~Und allgeliebt und allbewundert~Von allen
91 JLei, Traum| der Liebe Lust,~Der Liebe Allgewalt.~Mir blüht kein Rot auf
92 Nordsee, 1 | dämmernde Nebel,~Jedoch allmählich farbenbestimmter,~Kirchenkuppel
93 JLei, Son | Lebenslicht,~Mein schönes Lieb, allüberall umschweben,~In ihrem selig
94 Vor3 | verzeihen... Denn du bist ein allwissender Gott, und du weißt sehr
95 JLei, Roman| Herze, brich mir nicht~Vor allzugroßem Wehe.~XV~Das Liedchen von
96 Vor | als sei in schönen Versen allzuviel gelogen worden, und die
97 Nordsee, 2 | Recht,~Und vor euren hohen Altären,~Den wiedergebauten, den
98 JLei, Traum| Spiegels Rahmen.~Vor einem Altar stand das Männchen da,~Mein
99 JLei, Roman| morgen~Wird Fernando, am Altare,~Dich als Ehgemahl begrüßen -~
100 Vor | Jugend liebt, und trotz der Alterschwäche noch immer Teil nimmt an
101 Nordsee, 1 | sonnenklar, eine ganze Stadt,~Altertümlich niederländisch,~Und menschenbelebt.~
102 Harzr, 3 | dem Geisterberge,~Nach dem altverfallnen Turm.~Dort hat einst ein
103 Heimk, Alman| Alkolea~Wohnet Clara de Alvares,~In Navarra kämpft ihr Vater,~
104 Nordsee, 2 | Für euch und eur gutes, ambrosisches Recht,~Und vor euren hohen
105 Heimk, I | wir!~Denn zwischen uns saß Amor,~Der blinde Passagier.~LXX~
106 Nordsee, 1 | Lachten unter dem Wasser~Amphitrite, das plumpe Fischweib,~Und
107 Nordsee, 2 | nimmermehr~Fällt er Heben ins Amt,~Und schenkt geschäftig,
108 JLei, Roman| verbrennen.~Schon hatte der Amtmann viel Dinte verklext,~Doch
109 Nordsee, 2 | werden -~Ich weinte vor Andacht, und endlich~Erschlossen
110 Heimk, Kevla| war, sie wußte nicht wie;~Andächtig sang sie leise:~Gelobt seist
111 Heimk, I | trug sie auf dem Arme,~Ein andres führt sie an der Hand,~Und
112 Vor | meiner Seele erlitten, auf Angaben beruht, die ich ebenso verachten
113 Nordsee, 1 | Ob seiner Herrlichkeit~Angebetet und vielbesungen~Von stolzen,
114 Harzr, 2 | verleidet,~Tag und Nacht uns angegrinst.~Tausend Ritter, wohlgewappnet,~
115 Nordsee, 1 | Weltenmeer;~Luftgebilde, rosig angehaucht,~Wallen ihr nach; und gegenüber,~
116 Heimk, I | Knabe fährt im Kahne,~Und angelt und pfeift dazu.~Jenseits
117 Heimk, Ratc | Wangenmuskeln~Des weißen Angesichtes lederschlaff -~Ach, jenes
118 Vor | Schriftsteller vor unseren Augen, angesichts des ganzen Publikums, allmählig
119 Heimk, I | wurden die Lichter~Allmählig angesteckt,~Und in der weiten Ferne~
120 Heimk, Ratc | fahlen Lilakleid,~Nachlässig angezogen, Busen schlotternd,~Die
121 JLei, Son | abgeschmackten Laffen,~Die mich anglotzen mit den Bocksgesichtern;~
122 LyrInt | Mit Händeringen und mit Angstgewimmer.~Jungfraun und Ritter ragen
123 Nordsee, 2 | gefunden das Herz,~Worin sie ankern wollten -~Und er stöhnt
124 Vor | Neid die jüngeren Geister ankläfft,~oder ein matter Jammermensch,
125 Heimk, I | meinem weiten Ruhme,~Meiner Anmut, meinen Witzen;~Eifrig und
126 Heimk, I | schwebt vor mir ein süßes,~Anmutig liebes Bild.~Wenn mir der
127 LyrInt | das Gehirne.~Wie sie mich ansah, streng und wunderlich,~
128 Vor | sind,~für die kostbarsten ansieht. Den Edelstein, der im Schoße
129 Heimk, I | Liebste mein?~Euch hab ich sie anvertrauet,~Ihr solltet mir Bürge sein.~
130 Harzr, 1 | Geheimnis~Hat sie mir schon anvertraut.~»Aber seit die Muhme tot
131 Vor | dazu nötigen Handschuhe anzieht. Und dann sollten wir nur
132 JLei, Traum| Kaum wagt ich noch sie anzuschaun,~Sie war so schön und doch
133 LyrInt | fallen seh.~Es fallen vom Apfelbaume~Der Blüten und Blätter viel!~
134 JLei, Lied | Paradies,~Die durch schlimme Apfelgabe~Unsern Ahn ins Elend stieß?~
135 Nordsee, 2 | Götterverderben?~Auch dich erkenn ich, Aphrodite,~Einst die goldene! jetzt
136 Nordsee, 2 | des Heils,~Wo die zwölf Apostel, die heilgen Stückfässer,~
137 Heimk, Alman| sich bis unten~Des Korans arabsche Sprüche,~Klug und blumenhaft
138 Heimk, I | Ich will durch Fleiß und Arbeit~Dir schaffen Speis und Trank.~
139 JLei, Son | Liebsten wieder;~Sie sitzt am Arbeitstisch, im roten Mieder,~Und Stille
140 Nordsee, 2 | Dort, der schreckliche Ares.~Es schaut so traurig Phöbos
141 Heimk, I | der Hand,~Und sichtbar ist Armut und Trübsal~Am Gang und
142 Heimk, I | Büchlein ist die Urne~Mit der Asche meiner Liebe.~
143 Nordsee, 1 | freudig entgegenstieg~Der Atem der Götter,~Und der leuchtende
144 Heimk, DClar| kluger Myrten~Und der Blumen Atemholen.~Aber Pauken und Trommeten~
145 Heimk, I | hört ein Plätschern~Und ein Atmen in der Stille.~Dorten an
146 JLei, Roman| Die auf lieblich grüner Aue~Funkeln hell im Morgentaue?~
147 Nordsee, 2 | gedrängt bis ans Meer~Und frei aufatmend begrüß ich das Meer,~Das
148 JLei, Son | hochgelahrten Affen,~Die sich aufblähn zu stolzen Geistesrichtern;~
149 Heimk, DClar| schaute auf den Boden;~Wie sie aufblickt, steht der schöne,~Unbekannte
150 Vor | schnell - um desto schneller auferstehen zu können. Sie mahnt mich
151 JLei, Traum| grüß es mir, wenn du es aufgefunden --~Dem luftgen Schatten
152 Nordsee, 1 | Wunden~Von lieben Lippen aufgeküßt,~Und täten wieder bluten -~
153 Heimk, Alman| wo der Türmer~Zum Gebete aufgerufen,~Tönet jetzt der Christenglocken~
154 Nordsee, 2 | laut, daß die weißen Möwen,~Aufgescheucht aus den sandigen Nestern,~
155 Nordsee, 2 | spielenden Rosenlichter,~Die aufgescheuchten Möwenzüge~Flatterten fort,
156 JLei, Son | ich dein Büchlein hastig aufgeschlagen,~Da grüßen mir entgegen
157 Heimk, Ratc | Und vor Entsetzen bin ich aufgewacht.~
158 Nordsee, 2 | zackige Wetterstrahl,~Rasch aufleuchtend und rasch verschwindend,~
159 Heimk, Gott | wie deine Wunde klaffend aufreißt, ~Und wild hervorströmt
160 Nordsee, 2 | flinksten Gesellen,~Die wild aufspielen zum fröhlichen Reigen;~Der
161 Nordsee, 1 | die weißen Meerkinder~Hoch aufspringen und jauchzen,~Übermutberauscht.~
162 Vor3 | Schloß,~Die Giebel hoch aufstiegen.~Verschlossene Fenster,
163 JLei, Son | Zauber bald, bei deinem Gruße~Aufwachte lächelnd Deutschlands echte
164 JLei, Roman| der Hand?~Gräfin Lauras Augenfunken~Zündeten den Brüderstreit.~
165 Heimk, I | Wehmutstränen~Erglänzte ihr Augenpaar.~Auch meine Tränen flossen~
166 JLei, Lied | sink ich hin und klage:~Ausblieb sie auch heut.~In der Nacht
167 JLei, Roman| Postillion,~Und bläst uns schon auseinander.~XX~Wahrhaftig~Wenn der
168 LyrInt | Schönheitsglanz,~Denn sie ist das auserkorene~Bräutchen eines fremden
169 Vor | Vorrede~Diese neue Ausgabe des Buchs der Lieder kann
170 LyrInt | Verzweifl ich fast den Ausgang je zu finden.~Da komm ich
171 LyrInt | vielverschlungne Zimmer.~Die Ausgangspforte sucht der bleiche Troß,~
172 JLei, Roman| Blumengarten~Liegt Toledo ausgebreitet.~Prachtgebäude und Paläste~
173 Nordsee, 1 | komme hinab zu dir,~Und mit ausgebreiteten Armen~Stürz ich hinab an
174 Harzr, 1 | Hütte steht ein Lehnstuhl,~Ausgeschnitzelt wunderlich,~Der darauf sitzt,
175 Harzr, 2 | gekreuzigt ward.~Jetzo, da ich ausgewachsen,~Viel gelesen, viel gereist,~
176 JLei, Roman| dazwischen.~Doch, mit Ehrfurcht ausgewichen,~In des Volkes Mitte wandelt~
177 Nordsee, 2 | einer Leiche,~Die grollend ausgeworfen das Meer,~Lieg ich am Strande,~
178 JLei, Roman| sorgen,~Daß die Muhme nicht auspickt die Augen mein,~Wenn ich
179 Nordsee, 2 | Wie der Alte sein Weib ausschilt:~>Runde Metze des Weltalls!~
180 JLei, Son | geschnüret:~So war die Aftermuse ausstaffieret,~Als sie einst kam, dich
181 Heimk, I | jetzt sich spalten,~Und eine Auster, frisch und klar,~Soll jeder
182 Heimk, I | Oft traktiert er mich mit Austern,~Und mit Rheinwein und Likören.~
183 Vor | Ich hätte ihnen so leicht ausweichen können, ohne darum einen
184 JLei, Son | liebestrunken.~[II]~An meine Mutter B. Heine, geborene v. Gelderen~
185 JLei, Roman| Dukaten,~Schwimmt nicht in des Baches Well,~Funkelt nicht auf
186 Heimk, I | Dorten an dem Bach alleine,~Badet sich die schöne Elfe;~Arm
187 Harzr, Pro | die dunklen Tannen ragen,~Bäche rauschen, Vögel singen,~
188 LyrInt | Wald herum.~Ich hab die Bäum aus dem Schlaf gerüttelt;~
189 Nordsee, 1 | Welln, wutschäumend und bäumend,~Türmen sich auf, und es
190 Nordsee, 1 | qualvoll,~Trostlos unendliche Bahnen,~Und können nicht sterben,~
191 JLei, Roman| munter~Vom beteppichten Balkon,~Doch die rechte ist nicht
192 Heimk, I | dein Wort,~Und heut ist Ball auf dem Kirchhof,~Komm mit,
193 JLei, Traum| lustig bunt bemalt.~Viel Balsamduft aus Kräutern rinnt,~Die
194 LyrInt | Warum steigt denn aus dem Balsamkraut~Hervor ein Leichenduft?~
195 Nordsee, 1 | furchtbar,~Und mir selber bangt~Ob der eignen Heimkehr.~
196 Heimk, I | Gemüt,~Und um ihre Angst zu bannen,~Singen sie ein lautes Lied.~
197 Harzr, 2 | Schwerter blitzen,~Ihre guten Banner wehn!~Ei, du möchtest wohl,
198 Nordsee, 2 | in Turban und schwarzem Barett,~Perückenhäupter und tausend
199 LyrInt | gütig~Die Tasse dem Herrn Baron.~Am Tische war noch ein
200 LyrInt | erschafft der Dichter nicht.~Basilisken und Vampire,~Lindenwürm
201 Heimk, I | Linde,~Hoch auf der alten Bastei.~Da drunten fließt der blaue~
202 LyrInt | mache dein Haupt gesund.«~Es bat so sanft, so lieblich,~Ich
203 Heimk, Gott | ich hab durchschaut~Den Bau der Welt, und hab zu viel
204 Vor | ich glaube es heißt »Der Bauer als Millionär«. Sobald die
205 JLei, Roman| holde Mädchengestalt~Durch Baumeszweige lauschen.~Der Junker spricht:
206 Heimk, Alman| verschlungen.~Mohrenkönge bauten weiland~Dieses Haus zu Allahs
207 Nordsee, 1 | nicht dein liebes Leben beängstgen~Mit allzu bedenklichem Schaukeln.~
208 Heimk, Gott | meinen bleichen Engel,~Beäugelt grinsend seine edlen Glieder,~
209 Heimk, I | In die Saiten greift er bebend~Und beginnt zu phantasieren, -~
210 JLei, Son | Geschminkten Katzen und bebrillten Pudeln,~Die mir den blanken
211 Nordsee, 1 | niederländisch,~Und menschenbelebt.~Bedächtige Männer, schwarzbemäntelt,~
212 Vor | ich ebenso verachten wie bedauern muß. Nur gewissen bornierten
213 Heimk, Gott | mit dem freudgen Grüne zu bedecken~Der Mai vergeblich strebt.
214 Vor | daß er, alles kleinliche Bedenken abweisend, jene Briefe veröffentlichte,
215 Vor | hätte jener Gedanken eine bedenkliche Umwandlung in meiner Seele
216 Nordsee, 1 | Leben beängstgen~Mit allzu bedenklichem Schaukeln.~Denn du, Poetlein,
217 JLei, Traum| Maid,~Was diese Grube hier bedeut't?~Da sprach sie schnell: »
218 Nordsee, 2 | Wie oft, wie bitteroft~Bedrängten dich des Nordens Barbarinnen!~
219 Nordsee, 1 | Sogar am hellen Tag mich bedrohest -~Bleib du dort unten, in
220 JLei, Son | feigen Bösewichtern,~Die mich bedrohn mit giftgetränkten Waffen.~
221 Heimk, I | XXXIX~Das Herz ist mir bedrückt, und sehnlich~Gedenke ich
222 Vor | Abneigung. Es will mich bedünken, als sei in schönen Versen
223 LyrInt | herum,~In dumpfen Träumen befangen.~Er war so hölzern, so täppisch,
224 Vor | zu erscheinen.~Nicht ohne Befangenheit übergebe ich der Lesewelt
225 Heimk, I | Hats mich doch von Angst befreit.~II~Ich weiß nicht was soll
226 Nordsee, 1 | Schiff,~Und es jauchzt die befreite Seele.~XII~Frieden~Hoch
227 JLei, Son | hämisch mich beschnüffeln und begaffen.~Ich lache ob den hochgelahrten
228 Heimk, I | zum deutschen Professor begeben.~Der weiß das Leben zusammenzusetzen,~
229 Heimk, I | über den Marktplatz,~Und da begegnet sie mir,~Und sieht mich
230 Nordsee, 1 | Palmzweigtragende,~Und wo sich zwei begegneten,~Sahn sie sich an, verständnisinnig,~
231 JLei, Traum| grau Männchen, was ist dein Begehr?~Mein toter Magister, was
232 Vor3 | Blick,~Er sprach von wildem Begehren;~Die stummen Lippen wölbten
233 Heimk, Gott | Schamerröten ~Seh ich geheime Lust begehrlich zittern;~Auf dem begeistert
234 Heimk, I | Abends, in Gesellschaft,~Mit begeistertem Gesichte,~Deklamiert er
235 Nordsee, 2 | trank ich aus dir~die wilden Begeistrungsflammen,~Und stand und taumelte,
236 Heimk, I | Zitronensaft~Soll tauig sie begießen,~Und in den Straßengössen
237 Heimk, I | jetzund.~Der Mond ist mein Begleiter,~Er leuchtet mir freundlich
238 Heimk, I | schnurrbartkräuselnd,~Und von Hunden stets begleitet.~Doch in stiller Abendstunde~
239 Nordsee, 1 | Hellas.~Mein edles Herz begleitete treulich~Den Sohn des Laertes,
240 Vor3 | Derweilen des Mundes Kuß mich beglückt,~Verwunden die Tatzen mich
241 JLei, Roman| Leiche nach Frankreich mit,~Begrab mich in Frankreichs Erde.~
242 Nordsee, 2 | Meer~Und frei aufatmend begrüß ich das Meer,~Das liebe,
243 JLei, Traum| dabei ein;~Doch hätt mirs behagt noch tausendmal besser~Bei
244 Heimk, I | Daß du mich so schlecht behandelt.~O ihr undankbaren Lippen,~
245 JLei, Son | Schnabelschuhn, mit Stickerein behangen,~Mit Turmfrisur und wespengleich
246 JLei, Traum| rief,~Da nahm ich den Dolch behende -~Und stach mich ein bißchen
247 Nordsee, 1 | Das jetzt mein ganzes Herz~Beherrschen soll, als Königin.~Heil
248 Nordsee, 2 | einst so freudig die Welt beherrschten,~Doch jetzt, verdrängt und
249 JLei, Roman| meine Großmutter die Lise behext,~Da wollten die Leut sie
250 Heimk, I | gelehnt,~Und heimlich kann ich behorchen,~Wonach dein Herz sich sehnt.~
251 LyrInt | Liebchen! daß Gott dich behüte,~Noch lange, vor Hitz und
252 Vor3 | wieder durchliest, um ihnen, behufs eines erneueten Abdrucks,
253 JLei, Lied | Trojas Flammen,~Du brachtst beides, Flamm und Tod.~VII~Berg
254 Heimk, Ratc | Angst. Seltsam verstört,~Mit Beileidsmienen fast, sahn sie mich an,~
255 Heimk, I | Kunigunde,~Die hat mich erdrückt beinah.~Doch Dienstag war eine
256 Vor3 | lange her, und ein ähnliches Beispiel tät wieder not... Du lächelst,
257 LyrInt | in der Ordnung war,~Das Beißen war überflüssig.~LIII~Ich
258 Nordsee, 1 | Stolzieren vorüber und nicken.~Bejahrte Frauen,~In braunen, verschollnen
259 Vor | Wilhelm von Schlegel, dem bejahrten Gecken; wir habens gesehen,
260 Heimk, Ratc | waren Männer, Frauen, viel bekannte~Gesichter. Stiller Kummer
261 Heimk, I | Fand ich in ihm einen alten Bekannten.~XXXVI~Mensch, verspotte
262 Nordsee, 2 | die Arme,~Und er hat sich bekehrt zum Glauben der Liebe -~
263 Nordsee, 1 | ergossen sich~Über das süße Bekenntnis,~Und löschten es aus.~Zerbrechliches
264 Heimk, I | schlagen,~Nimmer will ich mich beklagen,~Denn ich trage in der Brust~
265 Vor | ersten Publikation, die Seele beklemmte. Verstehen wird diese Empfindung
266 Heimk, I | wenn sie einen begraben,~Bekommen wir etwas zu sehn.~Die Mutter
267 Harzr, Hirt | Weiche Schmeichler, rot bekreuzt;~Kavaliere sind die Kälber,~
268 LyrInt | und Vergnügen;~Wir beide bekümmern uns um nichts,~Und bleiben
269 Heimk, I | die Geliebte,~Ein banges, bekümmertes Weib,~Verwelkt und abgefallen~
270 JLei, Son | Lenz, wird sie sich neu belauben.~[IV]~Fresko-Sonette an
271 JLei, Lied | aufs neu die alte Glut sie belebt,~Wenn der Liebe Geist einst
272 Heimk, I | Fenster die blasse Gestalt,~Beleuchtet vom Mondenscheine.~XXVII~
273 Heimk, I | Hündchen~mit seinem sanften Belln.~Auch nach der vermählten
274 Heimk, Kevla| dem Schlummer,~Die Hunde bellten so laut.~Da lag dahingestrecket~
275 Vor | Schriften einigen Ersatz bieten.~Bemerken muß ich jedoch, daß meine
276 Vor | Haupte einige weiße Haare bemerkt?~»Und scheint die Sonne
277 Vor | erlaube ich mir auch die Bemerkung, daß das Gerücht, als hätte
278 Heimk, I | ehlich Weib,~Dann bist du zu beneiden,~Dann lebst du in lauter
279 Heimk, I | herauf~Den Freund, den lieben Bengel.~Ja, Jung, ich bin der liebe
280 Vor | Geschenke, die ihm die Natur am bequemsten entgegen trägt, kindisch
281 Heimk, Alman| verhaßten Christentume!~Ihr bequemt euch in die Zeiten,~Und
282 JLei, Son | des grünen Schmuckes rings berauben -~Kommt neuer Lenz, wird
283 Nordsee, 2 | begeistert, er hat mich berauscht,~und hielt mich nicht fest,
284 JLei, Traum| sprach sie schnell: Sei bald bereit,~Ich wasche dir dein Totenkleid!~
285 JLei, Roman| Der mag sich zum Kampfe bereiten,~Wer mein Lieb eines Makels
286 Harzr, 1 | wie ein Kind~Vor den bösen Bergesgeistern,~Die des Nachts geschäftig
287 Harzr, 1 | es einsam,~Auf der kalten Bergeshöh,~Und des Winters sind wir
288 JLei, Roman| Zwei Brüder~Oben auf der Bergesspitze~Liegt das Schloß in Nacht
289 Harzr, 1 | steht die Hütte,~Wo der alte Bergmann wohnt;~Dorten rauscht die
290 JLei, Roman| ich ins dunkle Grab?~Die Bergstimm Antwort gab:~Ins dunkle
291 JLei, Roman| sich genähert hat.~II~Die Bergstimme~Ein Reiter durch das Bergtal
292 JLei, Roman| Bergstimme~Ein Reiter durch das Bergtal zieht,~Im traurig stillen
293 Heimk, I | fließen.~Wie freuen die Berliner sich,~Sie gehen schon ans
294 Nordsee, 2 | die Locken des Haupts,~Die berühmten, olymposerschütternden Locken.~
295 Heimk, I | Die oft ihr kleiner Fuß berührt~Und ihres Kleides Schleppe.~
296 Heimk, Alman| Noch viel leichter sich beruhgen.«~Und sein Haupt, mit heiterm
297 Vor | Seele erlitten, auf Angaben beruht, die ich ebenso verachten
298 Heimk, I | Gesandten?~Und als ich recht besah sein Gesicht,~Fand ich in
299 Vor3 | und Gleichklang der Wörter beschäftigen konnte... Du weißt, warum
300 Vor | Komplimente, meine Verbeugungen?~Bescheidenen Sinnes und um Nachsicht
301 Vor | welche posthume Sendung ihr beschieden war. Sie glaubte freilich,
302 Nordsee, 1 | Unendliches Sehnen, tiefe Wehmut~Beschleicht mein Herz,~Mein kaum geheiltes
303 Nordsee, 1 | Fenster~Und pyramidisch beschnittene Linden,~Wandeln seidenrauschende
304 JLei, Son | nüchtern~Und hämisch mich beschnüffeln und begaffen.~Ich lache
305 Nordsee, 1 | dich hat niemals ratend beschützt~Die Göttin der Klugheit,
306 Vor | man mich einer Übermüdung beschuldigen. Aber ich habe ein Recht,
307 Harzr, 2 | jedesmal,~Doch die dunkle Angst beschwichtigt~Deiner Augen frommer Strahl.~
308 Heimk, Alman| schönsten tanzt Almansor.~Wie beschwingt von muntrer Laune,~Flattert
309 Nordsee, 1 | weitschallend, lacht er und heult er~Beschwörungslieder der Edda,~Auch Runensprüche,~
310 JLei, Traum| ich viel blasse Leichen~Beschworen mit Wortesmacht;~Die wollen
311 LyrInt | Küsse sind,~Und wie sie beseligend brennen.~XVI~Liebste, sollst
312 JLei, Traum| spat?~Da kommt auch alt Besenstielmütterchen schon.~Ach segne mich, Mütterchen,
313 LyrInt | Daß ich so lang dein Herz besessen,~Dein Herzchen so süß und
314 JLei, Roman| Frankreich verloren gegangen,~Besiegt und zerschlagen das große
315 Nordsee, 2 | hinaufschwimmt,~Um Luft und Besinnung zu schöpfen.~So sah ich
316 JLei, Traum| blutteure Gebühr,~Doch dich zu besitzen gilts Kinderspiel mir.~Knie
317 JLei, Traum| und Schloß,~Und der Graf besold'te viel Dienertroß.~Was
318 Vor5 | konnte ich leider keine besondere Sorgfalt widmen, und sie
319 Vor5 | und die Korrektur selber besorgen konnte. Hier, in demselben
320 Heimk, I | haben nach ihrem Befinden~Besorglich und freundlich gefragt;~
321 Nordsee, 2 | Die freudvoll im Meer sich bespiegelte; -~Und Himmel und Meer und
322 Nordsee, 2 | der alte Stolz.~Das waren bessere Zeiten, o Zeus,~Als du dich
323 Heimk, I | täglich~Mehr und mehr die Bessern schwinden.~LXVI~Mir träumt':
324 JLei, Roman| mich Kind,~Ich trage weit beßres Verlangen;~Laß sie betteln
325 Heimk, I | alte Katze~Kam öfters zum Besuch;~Wir machten ihr Bückling
326 JLei, Roman| Großmütterlein!~O komm mich im Turme besuchen!~Komm, fliege geschwind
327 JLei, Son | mir den blanken Namen gern besudeln,~Und mich so gerne ins Verderben
328 Heimk, I | Liebchen,~Das du einst so schön besungen,~Als die zaubermächtgen
329 Nordsee, 2 | zerschlugen sie mir~Das arme, betäubte Gehirn -~Vergebens hielt
330 Nordsee, 1 | segelflickend,~Kauert der beteerte Schiffsjung.~Hinterm Schmutze
331 Heimk, I | Aufs Haupt dir legen sollt,~Betend, daß Gott dich erhalte~So
332 JLei, Roman| Damen schauen munter~Vom beteppichten Balkon,~Doch die rechte
333 JLei, Roman| Festgeläute,~Lieblich steigen Betgesänge~Aus den frommen Gotteshäusern.~
334 Nordsee, 2 | umwehen mich~Die Palmen von Beth El!~Wie duften die Myrrhen
335 Heimk, I | Städtchen:~Wo geht der Weg nach Bethlehem,~Ihr lieben Buben und Mädchen?~
336 LyrInt | wundersüßes Sehnen~Dich wundersüß betört!~Ach, könnt ich dorthin
337 Nordsee, 1 | murmeln~Mir heimlich ins Ohr:~»Betörter Geselle!~Dein Arm ist kurz,
338 Nordsee, 2 | und seltsam geblendet, betracht ich~Das luftige Pantheon,~
339 Heimk, Alman| Abdullah,~All die Säulen still betrachtend,~Und die stillen Worte murmelnd:~»
340 Heimk, I | Will mich dennoch fast betrüben,~Und ich denke manchmal
341 Vor | sich bewegte? Es ist ein betrübender Anblick, wenn ein Schriftsteller
342 LyrInt | meisten~Gequält, geärgert, betrübt,~Die hat mich nie gehasset,~
343 JLei, Traum| stand ich;~Der Freudenlärm betrübte mich.~Die Braut, sie blickt
344 Nordsee, 2 | sitzen~Die Engel und sind betrunken und singen;~Die glühende
345 Harzr, Brock| des lieben Kindes.~Von dem Bettchen, wo sie schlummert,~Zög
346 JLei, Roman| beßres Verlangen;~Laß sie betteln gehn, wenn sie hungrig sind -~
347 JLei, Son | streckt ich aus die Hände,~Und bettelte um gringe Liebesspende -~
348 Heimk, I | daß der stolze Mund~Das Bettelwort gestehe?~O, dieser Mund
349 JLei, Traum| mit Holz, mit Fürsten- und Bettlergebein.~Die Blumenmädchen sind
350 JLei, Son | Namen mir zerfetzen.~Ich beug mich nicht vor jenen hübschen
351 Heimk, Alman| Haupt, mit heiterm Antlitz,~Beugt Almansor ben Abdullah~Über
352 Vor | wollte ich durch jene Widmung beurkunden. »Die Heimkehr«, welche
353 Heimk, DClar| es mich, Geliebter;~Doch, bevor wir scheiden, sollst du~
354 Vor | schlechten Tagen, und da bewährte sie mir ihre ganze Liebe
355 Nordsee, 2 | Muscheln,~Die du geheimnisvoll bewahrst,~Dort unten im klaren Kristallhaus.~
356 Heimk, I | wildbeweglich,~Es pocht beweglich wild,~Weil ich dich lieb
357 Nordsee, 2 | feierlich stummen, graunhaft bewegten~Riesengestalten.~Der dort
358 Vor | Liebe, die er mir damals bewiesen, wollte ich durch jene Widmung
359 Heimk, I | hell.~Konnt ich wissen, du bewohntest,~Mädchen, solches Prachthotel!~
360 Heimk, Gott | draußen sich auf grünem Rasen,~Bewundert, wie die Bäume fleißig wachsen,~
361 Heimk, I | bloßer Pöbelwahn.~Mensch, bezahle deine Schulden,~Lang ist
362 Vor3 | Der wunderbare Mondenglanz~Bezaubert mein Gemüte.~Ich ging fürbaß,
363 Heimk, Ratc | und pralle Lend und Wade~Bezeugt Solidität.« Ein süßlich
364 Harzr, 2 | Augen frommer Strahl.~Auch bezweifl ich, daß du glaubest,~Was
365 JLei, Son | Geist, der heimlich mich bezwinget,~Dein hoher Geist, der alles
366 JLei, Son | am Bach, durch schwankes Biegen,~In Wind und Wetter stehn
367 JLei, Roman| Summend, wie ein Schwarm von Bienen,~Klingt der Glocken Festgeläute,~
368 Vor | Schriften einigen Ersatz bieten.~Bemerken muß ich jedoch,
369 JLei, Traum| er zeigt' mir schlau~Die Bilderflut in eines Spiegels Rahmen.~
370 Heimk, I | Ein lebendes Wassergebirge~Bildet die tosende See;~Hier gähnt
371 Heimk, Kevla| nahm ein Wachslicht,~Und bildete draus ein Herz.~»Bring das
372 Heimk, I | Doch noch zierlicher die Binde,~Und so kommt er jeden Morgen,~
373 Nordsee, 1 | das Unterröckchen fester bindet~Um die feine Hüfte.~Aber
374 JLei, Lied | kenn ihn, oben gleißend,~Birgt sein Innres Tod und Nacht.~
375 LyrInt | klar!~O Liebchen schön und bissig!~Das Schwören in der Ordnung
376 JLei, Roman| Gewähr mir, Bruder, eine Bitt:~Wenn ich jetzt sterben
377 Nordsee, 1 | erwählt.~Vergebens mein Bitten und Flehn!~Mein Rufen verhallt
378 Vor | Sinnes und um Nachsicht bittend, übergebe ich dem Publikum
379 Nordsee, 2 | Rückzugherz!~Wie oft, wie bitteroft~Bedrängten dich des Nordens
380 Nordsee, 2 | trank auf das Wohl meiner bittersten Feinde,~Und allen schlechten
381 JLei, Son | auch mein stolzer Mut sich blähe,~In deiner selig süßen,
382 JLei, Traum| Da blitzet auf einmal ein bläuliches Licht -~»In Ewigkeit, Amen!«
383 JLei, Traum| Beil:~»Eisen blink, Eisen blank,~Zimmre hurtig Eichenschrank.«~
384 Heimk, Ratc | Engel; doch der Rote,~Mit blankem Schwert, ist ihnen spinnefeind.«~
385 JLei, Son | bebrillten Pudeln,~Die mir den blanken Namen gern besudeln,~Und
386 Heimk, I | Sonne!~LIII~Verriet mein blasses Angesicht~Dir nicht mein
387 Heimk, I | Fröhlichkeit!~Und der Himmel wurde blauer,~Und die Seele wurde weit.~
388 Heimk, I | was bedeuten~Diese süßen, blaune Rätsel?~XXXII~»Hat sie sich
389 Heimk, Ratc | allem, was man will;~Der Blaurock ist ein Engel; doch der
390 Nordsee, 1 | Haupt.~Von der flatternd blauseidnen Himmelsdecke,~Worin die
391 Heimk, Ratc | Rauschen, Singen~Schwatzte mit blechern klanglos kalter Stimme~Das
392 Nordsee, 2 | Blume~In des Botanikers blecherner Kapsel,~Lag mir das Herz
393 Heimk, I | und hold;~In ihr liebes bleiches Antlitz~Spielt' das rote
394 JLei, Roman| sorgsam bittet:~»Sprich, was bleichet deine Wangen?~Warum wird
395 Heimk, Gott | in die Tasche~Papier und Bleistift und Lorgnett; -- und jubelnd~
396 Nordsee, 2 | verlaß ich sie plötzlich,~Und blendend strahlt mir entgegen~Der
397 JLei, Roman| ihr wilden Degen,~Böses Blendwerk schleicht des Nachts.~Wehe!
398 Harzr, 3 | Zauberin,~Nur die Trümmer blieben stehen,~Und die Eulen nisten
399 JLei, Traum| hab in weiche Reime.~Du bliebst, verwaistes Lied! Verweh
400 JLei, Roman| erwuchs ihm kecker Mut.~Und blindlings reißt der Mut ihn fort;~
401 JLei, Traum| schwingt das Beil:~»Eisen blink, Eisen blank,~Zimmre hurtig
402 JLei, Roman| Frauen,~Hofgesinde, festlich blinkend,~Und die hellen Glocken
403 Nordsee, 2 | herrlichen Spielzeug,~Von all den blinkenden Weihnachtsgaben,~Von all
404 JLei, Roman| Und im Saal die Kerzen blinzeln~Durch das flutende Gedränge;~
405 LyrInt | schöne Natur.~Betrachten mit blinzelnden Augen,~Wie alles romantisch
406 Heimk, I | zu Haus im Lehnstuhl,~Und blinzelt schläfrig ins Licht;~Die
407 Nordsee, 2 | der Hand den erloschenen Blitz,~In seinem Antlitz liegt
408 JLei, Son | alles kühn durchdringet,~Und blitzend sich zum Himmelslichte schwinget?~
409 JLei, Lied | tiefsten Gemüt,~Und rings viel blitzende Funken versprüht!~Nun liegen
410 Heimk, Alman| buntbemalten Puppen,~Und das blökt und dampft und klingelt,~
411 Heimk, Gott | seh ich dort,~Mit seinen blonden Locken, süßen Zügen,~Und
412 Heimk, I | Dann lauert am Fenster mein blondes Mädchen,~Und freundliche
413 JLei, Traum| süß, die Äuglein mild,~Ein blondgelocktes Heilgenbild;~Und wie ich
414 LyrInt | immerfort,~Ich glaube dir aufs bloße Wort!~An deinen Busen sink
415 Heimk, I | ewige Verdammnis~Ist kein bloßer Pöbelwahn.~Mensch, bezahle
416 LyrInt | Und die Blumen winken auf blühender Au,~Und funkeln und glitzern
417 JLei, Traum| mein rasches Wort,~Doch blühet schöner immerfort,~Und immer
418 LyrInt | der Brust.~XXV~Die Linde blühte, die Nachtigall sang,~Die
419 JLei, Lied | pflückt man es ab -~Doch mir blühts nur, wenn ich selber im
420 LyrInt | dunkel!~Verweht ist Blatt und Blüt,~Der Stern ist knisternd
421 Nordsee, 2 | Und es rauschen die weißen Blütenbäume,~Und die jungen Blumen schauen
422 Vor | der mit jedem Jahre sich blütenreicher verjüngt, aber wir sahen
423 JLei, Son | dort erfrechen~Das hübsche Blum- und Schnitzwerk abzubrechen.~
424 JLei, Roman| weichen;~Wie ein bunter Blumengarten~Liegt Toledo ausgebreitet.~
425 LyrInt | sie freundlich~Ihr frommes Blumengesicht.~Sie blüht und glüht und
426 Nordsee, 1 | Schlanke Leibchen, die Blumengesichter~Sittsam umschlossen von
427 Heimk, Alman| arabsche Sprüche,~Klug und blumenhaft verschlungen.~Mohrenkönge
428 Heimk, Ratc | sind das die keuschen,~Die blumenkeuschen Lippen von Maria?~Sie aber
429 JLei, Traum| Pracht.~Inmitten in dem Blumenland~Ein klarer Marmorbrunnen
430 JLei, Traum| Fürsten- und Bettlergebein.~Die Blumenmädchen sind bucklicht und krumm,~
431 Nordsee, 1 | Mädchen,~Neben duftenden Blumentöpfen,~Gegenüber am Fenster saßen,~
432 Harzr, 3 | Frühling,~Draus hervor ein Blumenwald; -~Blumen, kühne Wunderblumen,~
433 LyrInt | lustiges Waldesgrün,~Durch blumige Täler, die zaubrisch~Im
434 Heimk, Gott | Veilchenaugen,~Und breitet aus den blumreich grünen Teppich,~Durchwebt
435 JLei, Lied | Daß ich mit dem heißen Blute~Meine Schmerzen niederschreib.~
436 LyrInt | flieht.~Der Ritter sinkt blutend zur Erde,~Es stolpert der
437 LyrInt | kann nicht aufstehn,~Es blutet auch mein Haupt;~Hab ja
438 LyrInt | kann nicht aufstehn,~Noch blutets immerfort,~Wo du ins Herz
439 JLei, Traum| Kaufgeld, nun zögerst du doch?~Blutfinstrer Gesell, was zögerst du noch?~
440 JLei, Roman| blutge Brüder!~Wehe! Wehe! blutges Tal!~Beide Kämpfer stürzen
441 JLei, Traum| Er murmelt die Formel aus blutigem Buch,~Sein Beten ist Lästern,
442 JLei, Traum| Wohl zahl ich ihm teure, blutteure Gebühr,~Doch dich zu besitzen
443 JLei, Son | Die mich anglotzen mit den Bocksgesichtern;~Ich lache ob den Füchsen,
444 JLei, Roman| mütterlich liebte,~Der ich mit bösem Tun und Wort~Das Leben bitterlich
445 Nordsee, 1 | Seufzend sprach ich: Du böser Poseidon,~Dein Zorn ist
446 JLei, Son | Ich lache ob den feigen Bösewichtern,~Die mich bedrohn mit giftgetränkten
447 Vor3 | vertauschtest mit dem starken Bogen und den tödlichen Pfeilen...
448 Nordsee, 1 | Bei dem Steuer liegt der Bootsmann~Auf dem Bauch, und schnarchet
449 Nordsee, 2 | weißen Wellenrosse,~Die Boreas selber gezeugt~Mit des Erichthons
450 Heimk, I | Und du mußt noch manchmal borgen,~Wie du es so oft getan.~
451 Vor | bedauern muß. Nur gewissen bornierten Geistern konnte die Milderung
452 JLei, Son | Engelsfrätzchen.~Ein solches bot mir einst ein süßes Schmätzchen,~
453 Nordsee, 2 | einer welken Blume~In des Botanikers blecherner Kapsel,~Lag mir
454 JLei, Roman| Kaiser zu schützen.~VII~Die Botschaft~Mein Knecht! steh auf und
455 JLei, Traum| aus, was bringst du für Botschafterei,~Du schwarzer Schlingel
456 LyrInt | über die Brück;~Der Mond brach aus den Wolken,~Und grüßte
457 LyrInt | zu der Liebsten gehn.~Da brachen auf die Wunden,~Da stürzt'
458 JLei, Lied | brachte Trojas Flammen,~Du brachtst beides, Flamm und Tod.~VII~
459 JLei, Traum| doch ein Täubchen aus,~Ich brächt es meinem Lieb nach Haus!~
460 Vor3 | plötzlich zu weit ernsteren Bränden~verwendet werden mußte...
461 JLei, Roman| Falten~Furcht sich jetzt des Bräutgams Stirne;~»Herrin, forsch
462 JLei, Roman| Clara, Don Fernando.~Bis an Bräutigams Palasttor~Wälzet sich das
463 LyrInt | zärtlich sich betrachten~Mit bräutlichem Gesicht; -~Wo alle Bäume
464 Nordsee, 1 | träumendes Haupt liegt,~Branden die Wellen, die wilden Wellen.~
465 Nordsee, 1 | Schlößlein hinausragt~Über die brandende See,~Dort, am hochgewölbten
466 Heimk, I | kläglich,~Es grollt und brandet die See; -~Dein Herz pocht
467 JLei, Son | wogt um jenen Hafen wilde Brandung,~Nur wenge Schiff erringen
468 Vor | deutschen Muse in meiner Seele brannten. Ach! die Küsse dieser guten
469 LyrInt | Papier,~Das sie als Papillote braucht!~Ich wollte heimlich flüstern
470 Nordsee, 1 | nicken.~Bejahrte Frauen,~In braunen, verschollnen Gewändern,~
471 Vor | Veränderung erleidet. Sein braunes Haar wird allmählig grau
472 JLei, Traum| Harfenklang und Saus und Braus~Und Fackelglanz und Kerzenschein;~
473 JLei, Traum| und ächzet und girrt,~Und brauset und sauset, und krächzet
474 Nordsee, 2 | die Fluten,~Sie wogten und brausten,~Die Sonne goß eilig herunter~
475 Heimk, DClar| Wie ein schmelzend süßes Brautlied~Singt die Nachtigall, die
476 Nordsee, 1 | wehmütig zuckt es~Um das breite Maul, und schmerzlich~Schaun
477 Heimk, I | schmutzige Leute,~Plattköpfig, breitmäulig und klein;~Sie kauern ums
478 Nordsee, 2 | siegenden Augen~Schossen sie brennende Pfeile;~Mit krummgeschliffenen
479 LyrInt | und schweigend trauert~Auf brennender Felsenwand.~XXXIV~(Der Kopf
480 JLei, Traum| und Lust~Mein Herz, und brennet heiß!~Nicht bebt, nicht
481 JLei, Traum| hervor:~Ich war ein König der Bretter~Und spielte das Liebhaberfach,~
482 LyrInt | holt eine Totenbahre,~Von Brettern fest und dick:~Auch muß
483 Nordsee, 1 | die lieben Augen.~An die bretterne Schiffswand,~Wo mein träumendes
484 Vor | Bedenken abweisend, jene Briefe veröffentlichte, worin sich
485 Vor3 | die Flamme, die einst in brillanten Feuerwerkspielen die Welt
486 JLei, Traum| nicken: O ja!~Pack aus, was bringst du für Botschafterei,~Du
487 JLei, Son | vor.~Doch sprich, wie weit bringts wohl am End solch Rohr?~
488 Harzr, Brock| Auf dem Brocken~Heller wird es schon im
489 LyrInt | Sie selber, aller Liebe Bronne,~Ist Rose und Lilje und
490 JLei, Roman| Stunde,~Kämpfet dort das Brüderpaar.~IV~Der arme Peter~Der Hans
491 JLei, Roman| Augenfunken~Zündeten den Brüderstreit.~Beide glühen liebestrunken~
492 Heimk, I | an den Strand;~Die weißen Brüste quellen~Hervor aus dem Schleiergewand.~
493 Vor3 | Löw,~Ein Weib an Haupt und Brüsten.~Ein schönes Weib! Der weiße
494 JLei, Roman| mit sündigem Wort.~Und er brüstet sich frech, und lästert
495 Heimk, I | zu leiern?~Willst du ewig brütend sitzen~Auf den alten Liebes-Eiern?~
496 Harzr, 1 | das Spinnrad schnurrt und brummt,~Und die Zither klingt dazwischen,~
497 Nordsee, 2 | Und Palmen rauschen und Brunnen kühlen -~Und fliegend singt
498 Heimk, Gott | trotzgen Riesensöhne,~Uralte Brut, aus dunkeln Schlünden steigend,~
499 JLei, Traum| Die Blumenmädchen sind bucklicht und krumm,~Und purzeln kopfüber
500 JLei, Traum| erbost:~»Fein sachte, mein Bübchen, muß auch dabei sein,~Ich
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