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Teil, Kap.
1002 Heimk, I | Augenpaar.~Auch meine Tränen flossen~Mir von den Wangen herab -~
1003 JLei, Traum| Lästern, sein Segnen ist Fluch.~Und es krächzet und zischet
1004 JLei, Roman| wilden Lärm der Städter~Flüchtet er sich nach dem Wald.~Lustig
1005 Vor | gezaudert, ehe ich mich zur flüchtigen Durchsicht~desselben entschließen
1006 Heimk, I | Meyer.~Da breitet aus sein Flügelpaar~Und fliegt herab der Engel,~
1007 Nordsee, 2 | hochaufrauschendem Meer,~Wehmütig wie flüsternder Windzug,~Tönt der Gesang
1008 Heimk, Ratc | Elfenliedchen,~Die Abendwinde flüsterten, es rauschten~Die Eichen,
1009 LyrInt | Spazieren durch Wald und Flur;~Sie jauchzen, sie hüpfen
1010 LyrInt | dich fort,~Fort nach den Fluren des Ganges,~Dort weiß ich
1011 Nordsee, 1 | In schwarze, weitgähnende Flutabgründe -~O Meer!~Mutter der Schönheit,
1012 Nordsee, 2 | Griechenherzen.~Es wogten die Fluten,~Sie wogten und brausten,~
1013 Nordsee, 1 | flachen Gestade,~Über den flutenbefeuchteten Sand,~Schreitet ein Fremdling,
1014 JLei, Roman| Kerzen blinzeln~Durch das flutende Gedränge;~Und die lauten
1015 LyrInt | leiser singend,~Taucht er ins Flutengrab.~Es ist so still und dunkel!~
1016 Nordsee, 1 | unerbittlich eilt er hinab~In sein flutenkaltes Witwerbett.~Böse, zischelnde
1017 Nordsee, 2 | Lichtern;~Und die rauschende Flutgewalt~Drängt ans Ufer die weißen
1018 Heimk, I | geht auf und nieder~Des Försters rotköpfiger Sohn,~Und wirft
1019 JLei, Lied | wilde Schiffsmann,~Gleich folg ich zum Hafen dir;~Von zwei
1020 Vor | damals in chronologischer Folge, und ganz voran ziehen wieder
1021 Heimk, I | Könige zogen weiter;~Sie folgtem einem goldenen Stern,~Der
1022 JLei, Traum| Priester macht;~Er murmelt die Formel aus blutigem Buch,~Sein
1023 Nordsee, 2 | hin ziehen die Wolken,~Die formlos grauen Töchter der Luft,~
1024 JLei, Traum| Nacht,~Und hat mich keuchend fortgebracht.~Er bracht mich in ein helles
1025 Heimk, I | LXVIII~Von schönen Lippen fortgedrängt, getrieben~Aus schönen Armen,
1026 Heimk, Gott | Und werden bei den Haaren fortgeschleudert; --~Und meinen eignen Engel
1027 Heimk, I | deiner weißen Hand~Die Tränen fortgetrunken.~Seit jener Stunde verzehrt
1028 JLei, Traum| Bild, wie Schaum. -~Und fortgezaubert stand ich bald~In einem
1029 LyrInt | der Menge,~Ich selbst bin fortgezogen im Gedränge.~Doch plötzlich
1030 LyrInt | Rhein.~Die sollen den Sarg forttragen~Und senken ins Meer hinab,~
1031 Heimk, I | Lieblingspoet ist noch immer Fouqué.~Doch will er nicht mehr
1032 JLei, Son | Herz zerkratzen.~O süßes Frätzchen, wundersüßes Mädchen!~Wie
1033 Nordsee, 2 | Himmel~Die ewigen Sterne.~VII~Fragen~Am Meer, am wüsten, nächtlichen
1034 Heimk, I | mich tot im Ernst.~LVIII~Zu fragmentarisch ist Welt und Leben!~Ich
1035 Heimk, I | mich freudig erkannt.~Sie fragten nach meinem Befinden,~Und
1036 JLei, Roman| Frankreich mit,~Begrab mich in Frankreichs Erde.~Das Ehrenkreuz am
1037 Nordsee, 1 | Schnabel,~Und lechzt, voll Fraßbegier, nach dem Herzen,~Das vom
1038 Heimk, Gott | bunte Schellenkappe;~Und Fratzenbilder nur und sieche Schatten ~
1039 JLei, Traum| Helden,~Und das schönste Frauenbild~Spukte mir im Kopfe wild.~
1040 JLei, Roman| Wort.~Und er brüstet sich frech, und lästert wild;~Der Knechtenschar
1041 Heimk, Gott | alle goldnen Sterne. ~Mit frecher Hand reißt man den goldnen
1042 Vor3 | ich vor mir liegen,~Auf freiem Platz, ein großes Schloß,~
1043 Vor | beschieden war. Sie glaubte freilich, es würde besser werden,
1044 JLei, Son | sich neu belauben.~[IV]~Fresko-Sonette an Christian S.~1~Ich tanz
1045 Heimk, I | sich,~Sie gehen schon ans Fressen;~Die Herren von dem Landgericht~
1046 Nordsee, 2 | tranigtes Robbenfleisch fressende,~Eur Leben ist bitter wie
1047 JLei, Roman| kalten Grabe.~Donna Clara! Freu dich, morgen~Wird Fernando,
1048 JLei, Traum| gar still stand ich;~Der Freudenlärm betrübte mich.~Die Braut,
1049 JLei, Traum| Die Herzlein schwimmen im Freudensee,~Dort oben in Gottes heilger
1050 Heimk, Gott | das Grausen,~Das mit dem freudgen Grüne zu bedecken~Der Mai
1051 Nordsee, 2 | die feuerblühende,~Die freudvoll im Meer sich bespiegelte; -~
1052 Vor5 | zu betrachten ist. - Den Freunden im Vaterlande meine heitersten
1053 Heimk, I | mein blondes Mädchen,~Und freundliche Grüße werf ich hinauf.~LXXXIII~
1054 LyrInt | sang,~Die Sonne lachte mit freundlicher Lust;~Da küßtest du mich,
1055 Vor | zuschicken, ohne sie mit freundlichsten Grüßen in ehrlichster Prosa
1056 Heimk, I | abgegeben.~Er sagte, meine Freundschaft sei~Ihm nicht zu teuer,
1057 Heimk, I | Des Morgens vorübergeh,~So freuts mich, du liebe Kleine,~Wenn
1058 JLei, Roman| Und der König ergriff mit frevler Hand~Einen heiligen Becher,
1059 Nordsee, 1 | die befreite Seele.~XII~Frieden~Hoch am Himmel stand die
1060 Nordsee, 1 | hochgetürmter,~Ragender Stadt.~O Friedenswunder! Wie still die Stadt!~Es
1061 Vor | erschien, ist der seligen Friederike Varnhagen von Ense gewidmet,
1062 Nordsee, 1 | Und bei solcher Nachtluft~Frieren auch wir, wir ewigen Götter,~
1063 Vor | viel von ihrer Glut und Frische! Bei so langjährigem Verhältnis
1064 LyrInt | traurig und krank,~Sie ließen fröhlich erschallen~Erquickenden
1065 Nordsee, 2 | Die wild aufspielen zum fröhlichen Reigen;~Der eine pfeift,
1066 Heimk, I | Buben sangen,~Wunderbare Fröhlichkeit!~Und der Himmel wurde blauer,~
1067 JLei, Roman| alter Sitte.~Ritterspiel und frohe Tafel~Wechseln unter lautem
1068 JLei, Lied | nicken,~Lächelt auch so fromm und mild.~VIII~Anfangs wollt
1069 JLei, Roman| Lämpchenscheine,~In Mutters frommem Kämmerleine,~Und läse Märchen
1070 LyrInt | entschleiert sie freundlich~Ihr frommes Blumengesicht.~Sie blüht
1071 JLei, Son | glüht;~In dieses lieblos frostige Gemüt~Kam Hochmut nur und
1072 Vor | wieder Lieder, die in jenen früheren Jahren gedichtet worden,
1073 Vor | Geschrieben zu Paris im Frühjahr 1837.~Heinrich Heine~
1074 Heimk, I | Brust~Liebchens Bild und Frühlingslust.~LII~Andre beten zur Madonne,~
1075 Heimk, Gott | Jünglinge kräuseln sich den Frühlingsschnurrbart;~Jungfrauen lassen ihre
1076 Nordsee, 2 | Sogar des Morgens, beim Frühstück,~Auf dem glänzenden Butterbrote,~
1077 Heimk, I | teuer, und nickte dabei,~Und frug: ob wir uns früher nicht~
1078 Heimk, I | Könige aus Morgenland,~Sie frugen in jedem Städtchen:~Wo geht
1079 JLei, Son | Bocksgesichtern;~Ich lache ob den Füchsen, die so nüchtern~Und hämisch
1080 JLei, Son | fließen~Mein heißes Blut, ich fühle mich ermatten,~Und vor den
1081 JLei, Son | Schmätzchen,~Doch wie ich kam, da fühlt ich scharfe Tatzen.~Hüt
1082 Heimk, I | hat goldig gestrahlt,~Ich fühlte die feinsten Gefühle.~Und
1083 Heimk, Ratc | Griff leise meine Hand, und führte mich~Durch viele lange,
1084 JLei, Traum| Hände drückt.~Der Bräutgam füllt den Becher sein,~Und trinkt
1085 JLei, Traum| Strick um den Hals, trat ein Fünfter hervor:~Es prunkte und prahlte
1086 JLei, Traum| ich da.~Und nun ich eben fürder schweif,~Gewahr ich einen
1087 LyrInt | Knicks.~XXVI~Wir haben viel füreinander gefühlt,~Und dennoch uns
1088 Heimk, I | will einen Kuchen backen~Fürs große Töchterlein.~Die liegt
1089 JLei, Traum| jahrein,~Statt mit Holz, mit Fürsten- und Bettlergebein.~Die Blumenmädchen
1090 JLei, Traum| Die sämtliche Höll ist los fürwahr,~Und lärmet und schwärmet
1091 Heimk, Kevla| Glieder,~Viel wächserne Füß und Händ.~Und wer eine Wachshand
1092 JLei, Roman| Und leerten die Becher mit funkelndem Wein.~Es klirrten die Becher,
1093 LyrInt | Stern herunter~Aus seiner funkelnden Höh!~Das ist der Stern der
1094 Nordsee, 1 | Zieht das Schiff die grünen Furchen.~Bei dem Steuer liegt der
1095 JLei, Roman| mit tiefen, ernsten Falten~Furcht sich jetzt des Bräutgams
1096 Nordsee, 1 | Poseidon,~Dein Zorn ist furchtbar,~Und mir selber bangt~Ob
1097 LyrInt | einher.~Mit widerhallendem Fußtritt~Wandelt ich über die Brück;~
1098 Heimk, I | lache mit - und sterbe.~LXIV~Gaben mir Rat und gute Lehren,~
1099 Heimk, I | werden.~Du langer Engel Gabriel,~Geh, mach dich auf die
1100 Heimk, I | Kirchhofstür.~Die ältre Tochter gähnet:~Ich will nicht verhungern
1101 Nordsee, 2 | Wolken zog sich der Mond,~Es gähnte die Nacht,~Und ich saß noch
1102 JLei, Roman| Lieber!~Singend treiben Gänsejungen~Ihre Gänselein vorüber.«~
1103 JLei, Roman| treiben Gänsejungen~Ihre Gänselein vorüber.«~Hörst du nicht
1104 Heimk, I | Gestalt,~Lusthäuser, und Gärten, und Menschen,~Und Ochsen,
1105 JLei, Traum| selbst geschaut,~In schwarzem Galafrack und seidner Weste,~Manschetten
1106 JLei, Traum| Ihr Herren, das nenn ich galant!~Ihr tragt, statt der Hüte,
1107 JLei, Traum| wundert sie sich,~Am hellen Galgen fand sie mich.~Da lachten
1108 JLei, Traum| Ihr Zappelbeinleutchen im Galgenornat,~Der Wind ist so still,
1109 JLei, Son | entmummen,~So müßte all das Galgenpack verstummen.~3~Ich lache
1110 JLei, Roman| ihn begleiten,~Auch leider Ganelon, der Schuft.~Durch den wird
1111 Heimk, I | ist Armut und Trübsal~Am Gang und Blick und Gewand.~Sie
1112 Nordsee, 2 | und Griechen, Hegel und Gans,~Zitronenwälder und Wachtparaden,~
1113 Heimk, I | Vergebens! Es regt sich keine Gardine;~Sie liegt noch und schläft -
1114 Harzr, Brock| schlummert,~Zög ich leise die Gardinen,~Leise küßt ich ihre Stirne,~
1115 Nordsee, 2 | und müde!<~Nach solcher Gardinenpredigt,~Versteht sich! bricht dann
1116 Nordsee, 2 | Osten,~Nach der östlichen Gartenheimat,~Wo Spezereien duften und
1117 JLei, Traum| Nachbars Tasch.~Doch der Gassenvogt mir grollte,~Daß ich Sehnsuchtstränen
1118 Heimk, Gott | lockst du mich, du schlimmer Gast. ~Ich habe dich durchschaut,
1119 Heimk, I | Bin ich doch von einem Gasthof~nach dem andern hingerannt,~
1120 Nordsee, 1 | ihm, seelenbekümmert,~An gastliche Herde,~Wo Königinnen Purpur
1121 Heimk, I | Liebes-Eiern?~Ach! das ist ein ewig Gattern,~Aus den Schalen kriechen
1122 Nordsee, 1 | Sonnengott,~Bei dem Anblick der Gattin erglüht er~In doppeltem
1123 LyrInt | lauschen~Die frommen, klugen Gazelln;~Und in der Ferne rauschen~
1124 Heimk, I | XXXII~»Hat sie sich denn nie geäußert~Über dein verliebtes Wesen?~
1125 Heimk, I | dein Verderben,~Und ich geb mir selber Mühe,~Daß dein
1126 Heimk, I | Und klappert mit seinem Gebein,~Und nickt und nickt mit
1127 Harzr, Hirt | jener Hund,~Dessen knurriges Gebelle~Widerhallet in der Rund.~
1128 LyrInt | voneinander scheiden,~So geben sie sich die Händ,~Und fangen
1129 Heimk, Alman| Turme, wo der Türmer~Zum Gebete aufgerufen,~Tönet jetzt
1130 Harzr, 2 | wach.~»Daß du gar zu oft gebetet,~Das zu glauben wird mir
1131 JLei, Roman| den wird Roland schlimm gebettet,~Er schwimmt in Blut, und
1132 Heimk, Alman| stehe wieder,~Tief das Haupt gebeugt und triefend,~In dem Dome
1133 Heimk, Kevla| als Opferspend,~Aus Wachs gebildete Glieder,~Viel wächserne
1134 LyrInt | Hast du in die Hand mich gebissen.~O Liebchen mit den Äuglein
1135 Nordsee, 2 | Himmel.~Staunend, und seltsam geblendet, betracht ich~Das luftige
1136 Heimk, I | Schönen~Hab ich meinen Arm gebogen,~Und mit selgem Finger fühl
1137 JLei, Son | An meine Mutter B. Heine, geborene v. Gelderen~1~Ich bins gewohnt,
1138 LyrInt | Speise,~Und hast mir Geld geborget,~Und hast mich mit Wäsche
1139 Harzr, 2 | offenbart,~Und zum Lohne, wie gebräuchlich,~Von dem Volk gekreuzigt
1140 Vor | gleichgültig; über unsere Gebrechen suchen wir uns so lange
1141 Heimk, I | Tanz versprochen,~Und hast gebrochen dein Wort,~Und heut ist
1142 JLei, Son | krankes Herze bricht.~Aus dem gebrochnen Herzen fühl ich fließen~
1143 JLei, Traum| ich ihm teure, blutteure Gebühr,~Doch dich zu besitzen gilts
1144 LyrInt | Denn solchem großen Sarge~Gebührt ein großes Grab.~Wißt ihr,
1145 Vor | etwas in mir gegen alle gebundene Rede, und wie ich höre,
1146 Vor | Schlegel, dem bejahrten Gecken; wir habens gesehen, nicht
1147 Heimk, I | Ich hätt es nimmermehr gedacht.~LX~Sie haben heut abend
1148 Harzr, 1 | flüstert leise,~Leise, mit gedämpftem Laut;~Manches wichtige Geheimnis~
1149 Nordsee, 1 | Und heimlich, mit ächzend gedämpfter Stimme,~Wie 'n störriger
1150 Nordsee, 1 | blassen Meeresstrande~Saß ich gedankenbekümmert und einsam.~Die Sonne neigte
1151 LyrInt | Kosen, ein Küssen;~Daß ich gedenk des Schwures sei,~Hast du
1152 Heimk, I | mir bedrückt, und sehnlich~Gedenke ich der alten Zeit;~Die
1153 Vor | ihrer nicht ohne Wehmut gedenken, der liebreichen Freundin,
1154 Vor | Zeitfolge änderte ich an den Gedichten selbst. Nur hie und da,
1155 Vor | dergleichen Vorworte, wie es bei Gedichtesammlungen üblich ist, in schönen Rhythmen
1156 Nordsee, 2 | lange,~Bis Atlas selbst die Geduld verliert,~Und die schwere
1157 Nordsee, 1 | will nicht im gringsten gefährden~Dein armes Schiffchen,~Und
1158 Nordsee, 2 | wogenden Wasser sind schon gefärbt~Von der dunkeln Nacht,~Nur
1159 Heimk, Alman| Leonoren:~Ob er heute ihr gefalle?~Und er zeigt die goldnen
1160 Heimk, Gott | schmalen Särgen, ~Die Händ gefaltet und die Augen offen,~Weiß
1161 JLei, Roman| jüngsten Tag.~V~Lied des Gefangenen~Als meine Großmutter die
1162 Vor | als ihre Kinder in die Gefangenschaft~zogen.~Ich kann ihrer nicht
1163 LyrInt | Mein Liebchen, da hast du gefehlt.~Du hättest so hübsch, mein
1164 LyrInt | Die heben ihr klingend Gefieder~Und flattern nach ihrem
1165 Vor | mit den Worten: Aber wie gefielen Ihnen heut meine Komplimente,
1166 LyrInt | fast~Vor alle dem Glanz und Geflitter.~Doch hält ihn die Nixe
1167 Nordsee, 2 | Phönix~Es kommt ein Vogel geflogen aus Westen,~Er fliegt gen
1168 JLei, Roman| tanzt wohl manche Schöne~Den geflügelt leichten Reigen.~»Ei, mein
1169 Heimk, I | Besorglich und freundlich gefragt;~Wir haben seitdem dasselbe~
1170 Heimk, I | unbewußt~Sprach ich was ich gefühlet;~Ich hab mit dem Tod in
1171 LyrInt | Wir haben viel füreinander gefühlt,~Und dennoch uns gar vortrefflich
1172 JLei, Son | fort, von dunkelm Trieb geführet.~Da fandest du ein Schloß
1173 Heimk, I | hat mich zu ihrem Hause geführt,~Ich küßte die Steine der
1174 Heimk, I | Schmerzen geklagt,~Da habt ihr gegähnt und nichts gesagt;~Doch
1175 LyrInt | Mund,~Den sie mir einst gegeben~In wunderbar süßer Stund.~
1176 Heimk, I | immer geschwiegen~In deiner Gegenwart.~Da gab es böse Engel,~Die
1177 LyrInt | Bösen,~Und du hast alles geglaubt.~Jedoch das Allerschlimmste,~
1178 Nordsee, 2 | Worüber schon manche Häupter gegrübelt,~Häupter in Hieroglyphenmützen,~
1179 Nordsee, 2 | mit der Partei der Sieger gehalten,~So ist doch der Mensch
1180 LyrInt | betrübt,~Die hat mich nie gehasset,~Und hat mich nie geliebt.~
1181 Heimk, I | verhungern bei euch,~Ich gehe morgen zum Grafen,~Und der
1182 LyrInt | wird es nicht mehr bluten,~Geheilt ist all sein Schmerz.«~Mein
1183 Heimk, I | Liederfrühling~Sprießt aus dem geheilten Herzen.~XLIV~Nun ist es
1184 Nordsee, 1 | Beschleicht mein Herz,~Mein kaum geheiltes Herz; -~Mir ist, als würden
1185 LyrInt | das Dümmste,~Das trug ich geheim in der Brust.~XXV~Die Linde
1186 Heimk, I | Sei mir gegrüßt, du große,~Geheimnisvolle Stadt,~Die einst in ihrem
1187 Nordsee, 1 | ergreift des fernen Klangs~Geheimnisvoller Schauer!~Unendliches Sehnen,
1188 Nordsee, 2 | Meergott~Aus Konvenienz geheiratet;~Des Tages über wandle sie
1189 JLei, Traum| weiland hergebracht,~Wie gehetzt,~Wie zerfetzt~Ihn die tolle
1190 Nordsee, 2 | sie mir~Das arme, betäubte Gehirn -~Vergebens hielt ich den
1191 LyrInt | durchzuckt das Herz und das Gehirne.~Wie sie mich ansah, streng
1192 JLei, Traum| dröhnt dies Wort mir ins Gehör,~Und schleudert mir ein
1193 Harzr, 3 | jenes Wort gesprochen,~Dem gehören Schloß und Leut,~Pauken
1194 Heimk, I | wieder,~Die ich einst so gern gehöret!~Nur ich selber bins nicht
1195 JLei, Traum| gabest hin die Seligkeit,~Gehörst uns nun in Ewigkeit!~VII~
1196 Heimk, I | Mitternacht die Geliebte~Zu sich geholt ins Grab?~Glaub mir, du
1197 Vor | jeder dem Gesetze der Zeit gehorchen, er mag wollen oder nicht...~»
1198 Heimk, Gott | Menschenkinder.~Das blöde Volk gehorcht dem ersten Ruf.~Die Männer
1199 JLei, Traum| Willkommen, feins Liebchen, wie gehts dir, mein Schatz?~Willkommen
1200 Nordsee, 2 | und den Menschen gab,~Und geiergequälet, felsengefesselt,~Olympauftrotzte
1201 JLei, Roman| und glühet,~Lustig tönet Geig und Bratsche;~Wie ein tolles
1202 Harzr, 3 | und Sturm,~Drüben nach dem Geisterberge,~Nach dem altverfallnen
1203 LyrInt | Auf weiter Wasserbahn.~Die Geisterinsel, die schöne,~Lag dämmrig
1204 Vor | Nur gewissen bornierten Geistern konnte die Milderung meiner
1205 JLei, Son | Verleugne all die schönen Geistesfunken,~Womit jetzt fade Schlingel
1206 JLei, Son | sich aufblähn zu stolzen Geistesrichtern;~Ich lache ob den feigen
1207 LyrInt | XXVIII~Die Erde war so lange geizig,~Da kam der Mai, und sie
1208 LyrInt | geschlagen.~Wir haben zusammen gejauchzt und gescherzt,~Und zärtlich
1209 JLei, Roman| Ei, was dort so hübsch geklungen,~Ist kein Wettgesang, mein
1210 Vor | mir die größte Überwindung gekostet, ich habe fast ein ganzes
1211 Harzr, 2 | gebräuchlich,~Von dem Volk gekreuzigt ward.~Jetzo, da ich ausgewachsen,~
1212 Heimk, I | der Hitze,~Jetzt seid Ihr gekühlt und kalt sogar.~Bald scheid
1213 Heimk, I | Roß.~Ich aber war nicht geladen,~Und das habt ihr dumm gemacht!~
1214 Heimk, I | jene Freuden und Qualen~Gelächelt ins Herz hinein.~Ach, meine
1215 JLei, Traum| nach Haus!~Und das tolle Gelächter sich doppelt erhebt,~Und
1216 Nordsee, 1 | Das mir, aus Mitleid, noch gelassen hat~Deine Vorgängerin im
1217 LyrInt | Mann,~Der ihr in den Weg gelaufen;~Der Jüngling ist übel dran.~
1218 Heimk, Gott | durch die Lippen kriechen gelbe Würmer. ~Ich seh, der Sohn
1219 Nordsee, 2 | Er trug eine Jacke von gelbem Flanell,~Und eine liljenweiße
1220 Heimk, Ratc | süßlich Lächeln~Umzitterte den gelblich blassen Mund.~In der Verwirrung
1221 JLei, Son | Mutter B. Heine, geborene v. Gelderen~1~Ich bins gewohnt, den
1222 Vor | mich nie im Stich, sogar in Geldnot wußte sie mir zu helfen,
1223 LyrInt | in deiner Nähe~Ich einst gelebet hab.~Am Tage schwankte ich
1224 JLei, Traum| Brand,~Da hat die Hölle gelegt die Hand.~Das ist der finstre
1225 JLei, Roman| XIV~Wasserfahrt~Ich stand gelehnet an den Mast,~Und zählte
1226 JLei, Lied | Wer hat euch dies Wörtlein gelehret,~Ihr Vöglein in luftiger
1227 Nordsee, 1 | wehende Nacht; -~Sicher geleitet vom kleinen Lichte,~Das
1228 LyrInt | verstehn.~Ich aber hab sie gelernet,~Und ich vergesse sie nicht;~
1229 Harzr, 2 | da ich ausgewachsen,~Viel gelesen, viel gereist,~Schwillt
1230 Nordsee, 2 | ich,~Süße Liebe und süßes Geliebtsein.~Sie liebt mich! Sie liebt
1231 Heimk, I | Nur daß mirs so leicht gelinget,~Will mich dennoch fast
1232 JLei, Son | bleibt uns doch das schöne gelle Lachen.~4~Im Hirn spukt
1233 JLei, Roman| heimlich im Busen bang.~Das gellende Lachen verstummte zumal;~
1234 Nordsee, 2 | die öden Arme~Des greisen Gemahls.~»Glaub mirs - setzte hinzu
1235 LyrInt | Bildnis,~Auf goldenem Leder gemalt;~In meines Lebens Wildnis~
1236 JLei, Son | einer von den Ihren.~Gib her gemeine Worte und Manieren,~Ich
1237 Nordsee, 2 | gesagt,~Nicht unter ganz gemeinen Leuten,~Nein, in der allerbesten
1238 Vor3 | Mondenglanz~Bezaubert mein Gemüte.~Ich ging fürbaß, und wie
1239 Nordsee, 2 | murmeln die Wogen ihr ewges Gemurmel,~Es wehet der Wind, es fliehen
1240 JLei, Roman| Traurige dem Walde~Langsam sich genähert hat.~II~Die Bergstimme~Ein
1241 LyrInt | sie hat ihn gar schalkhaft geneckt,~Sie hat ihm ganz leise
1242 JLei, Traum| oft zärtlich am Fenster genicket,~Die Blume der Blumen, mein
1243 Heimk, I | zurück,~Was der Winter dir genommen.~Und wie viel ist dir geblieben!~
1244 Heimk, I | Fräulein,~Von denen ich Liebe genoß.~Sonnabend küßte mich Jette,~
1245 Heimk, DClar| Glich er wahrlich Sankt Georgen.«~Also dachte Donna Clara,~
1246 JLei, Traum| der Blumen ward endlich gepflücket~Vom dürren Philister, dem
1247 Nordsee, 2 | Ratskellermeister von Bremen,~Ich wäre gepurzelt!~Der brave Mann! wir saßen
1248 JLei, Traum| lustigen Chor;~Geschminkt und geputzt trat ein Dritter hervor:~
1249 JLei, Roman| zurück.~Er trug viel gülden Gerät auf dem Haupt;~Das war aus
1250 LyrInt | gespielt,~Und dennoch uns nicht gerauft und geschlagen.~Wir haben
1251 JLei, Traum| trautes Lieb!«~Da half kein Gerede, da half kein Rat,~Da machte
1252 Harzr, 2 | ausgewachsen,~Viel gelesen, viel gereist,~Schwillt mein Herz, und
1253 LyrInt | Toten stehn auf, der Tag des Gerichts~Ruft sie zu Qual und Vergnügen;~
1254 Vor | besten Schätze; er würde sie gering achten, wenn die Natur sie
1255 Heimk, I | dem Haus;~Sie folgt dem Gerippe, das singend~Und fiedelnd
1256 Vor | auch die Bemerkung, daß das Gerücht, als hätte jener Gedanken
1257 LyrInt | die Bäum aus dem Schlaf gerüttelt;~Sie haben mitleidig die
1258 JLei, Roman| finstrer Mann!~Wer hat dich gerufen?~Dein Odem glüht, deine
1259 Heimk, I | vernehmlich tönen~In den neuesten Gesängen.~Wartet nur, es wird verhallen~
1260 LyrInt | als ich so lange, so lange gesäumt,~In fremden Landen geschwärmt
1261 Heimk, I | einmal gesehn beim spanschen Gesandten?~Und als ich recht besah
1262 Nordsee, 1 | verschollnen Gewändern,~Gesangbuch und Rosenkranz in der Hand,~
1263 LyrInt | Gesicht.~IX~Auf Flügeln des Gesanges,~Herzliebchen, trag ich
1264 Nordsee, 2 | Ein trübes, langweilges Geschäft,~Und nutzlos, wie mein eignes
1265 JLei, Traum| schnell: »Sei still, ich hab~Geschaufelt dir ein kühles Grab.«~Und
1266 Heimk, I | Süße,~Ist mir schon einmal geschehn.~LVI~Saphire sind die Augen
1267 Vor | gehört, daß er den Wert der Geschenke, die ihm die Natur am bequemsten
1268 Heimk, I | welterfahren.~Er ist ein gescheuter Diplomat,~Und spricht recht
1269 LyrInt | übel dran.~Es ist eine alte Geschichte,~Doch bleibt sie immer neu;~
1270 Nordsee, 1 | Und erzählt viel tolle Geschichten,~Riesenmärchen, totschlaglaunig,~
1271 JLei, Roman| Erden,~Aber uns hat Gott geschieden.~Don Ramiro, der du mutig~
1272 Heimk, I | Leute,~Sie denken, alle Tag geschieht~Kein Wunder so wie heute.~
1273 LyrInt | ich nicht sagen,~Daß ich geschlafen hab;~Ich wachte auf und
1274 LyrInt | dennoch uns nicht gerauft und geschlagen.~Wir haben zusammen gejauchzt
1275 Nordsee, 2 | Zuckerbackwerk,~Gefüllt mit geschlagener Sahne;~Und das Allersüßeste
1276 Harzr, 2 | gleichgeboren,~Sind ein adliges Geschlecht.~Er verscheucht die bösen
1277 Nordsee, 2 | Kristallhaus.~O! wie hab ich geschmachtet in öder Fremde!~Gleich einer
1278 JLei, Traum| Geister im lustigen Chor;~Geschminkt und geputzt trat ein Dritter
1279 Heimk, Alman| stark und riesig,~Einst geschmückt zu Allahs Ruhme,~Jetzo müßt
1280 JLei, Roman| im Saale wogen heiter~Die geschmückten Menschenwellen,~Und die
1281 Heimk, I | Katzenjammer quält mich~Sein Geschnarr und Quinquillieren.~LXXXII~
1282 JLei, Son | Turmfrisur und wespengleich geschnüret:~So war die Aftermuse ausstaffieret,~
1283 LyrInt | haben mitleidig die Köpfe geschüttelt.~LXII~Am Kreuzweg wird begraben~
1284 Vor3 | Marsyas, den du lebendig geschunden? Es ist schon lange her,
1285 LyrInt | gesäumt,~In fremden Landen geschwärmt und geträumt;~Da ward meiner
1286 Heimk, I | Und ach! ich hab immer geschwiegen~In deiner Gegenwart.~Da
1287 JLei, Roman| Turme besuchen!~Komm, fliege geschwind durchs Gitter herein,~Und
1288 JLei, Son | ach! was da in deinem Aug geschwommen,~Das war die süße, langgesuchte
1289 Heimk, I | Nach manchem langweilgen Geselln,~Und nach dem kleinen Hündchen~
1290 Vor | Und dann muß jeder dem Gesetze der Zeit gehorchen, er mag
1291 Heimk, I | Gesellschaft,~Mit begeistertem Gesichte,~Deklamiert er vor den Damen~
1292 Harzr, Pro | Herzen -~Ach, mich tötet ihr Gesinge~Von erlognen Liebesschmerzen.~
1293 Nordsee, 1 | Die weiche Luna! Weiblich gesinnt,~Liebt sie noch immer den
1294 JLei, Traum| schleich herbei, - den Hahn gespannt, -~Sieh da! mein eignes
1295 LyrInt | verwendet,~Und hast mir Trost gespendet~In meinen Nöten und Ängsten.~
1296 Nordsee, 1 | leichenwitternd,~Die weiße, gespenstische Möwe,~Und wetzt an dem Mastbaum
1297 Heimk, I | Brust~Den sterbenden Fechter gespielet.~XLV~Den König Wiswamitra,~
1298 Nordsee, 1 | Übermutberauscht.~Derweilen, am flachen Gestade,~Über den flutenbefeuchteten
1299 Heimk, I | stolze Mund~Das Bettelwort gestehe?~O, dieser Mund ist viel
1300 Heimk, I | Mann,~Dem sie die Liebe gestehen.~O, kennt ich nur den glücklichen
1301 Heimk, I | keiner~Wollt es dem andern gestehn;~Sie sahen sich an so feindlich,~
1302 Heimk, I | dabei.~Du hast noch mehr gesteigert~Mir meinen Liebesverdruß,~
1303 JLei, Traum| trotz der natürlichsten Gesten,~Sie wollte mich nimmer
1304 Vor | frisch bleibt!~Sie lächelte gestern so sonderbar, halb mitleidig
1305 JLei, Traum| Scher;~Und hat mir ins Herz gestochen~Mit Nadel und mit Scher.~
1306 Nordsee, 1 | hast du~Aus der Tonne mir gestohlen!«~Meeresstille! aus den
1307 Vor | Steine, über welche ich gestolpert. Ich hätte ihnen so leicht
1308 Heimk, I | Rittermantel hat goldig gestrahlt,~Ich fühlte die feinsten
1309 Heimk, I | Diamanten,~Ich höre sein fernes Gesumm.~Am alten grauen Turme~Ein
1310 Heimk, Alman| Christenglocken~Melancholisches Gesumme.~Auf den Stufen, wo die
1311 LyrInt | roh,~Sie schadet sonst der Gesundheit.~Das Fräulein lispelt: Wie
1312 Heimk, I | Hand,~Und bin aufs Knie gesunken;~Ich hab von deiner weißen
1313 JLei, Roman| Kanonengebrüll~Und wiehernder Rosse Getrabe.~Dann reitet mein Kaiser
1314 JLei, Lied | nie;~Und ich hab es doch getragen -~Aber fragt mich nur nicht,
1315 Heimk, I | Zimmer~Nur von dünner Wand getrennet.~Salamankas Damen glühen,~
1316 Heimk, I | ihn, wie du mich selber~Getröstet in alter Zeit.~LXXII~Und
1317 JLei, Traum| hab mit dem Tode Smollis getrunken, -~Der sprach: Fiduzit,
1318 JLei, Roman| Kaiser, mein Kaiser gefangen!~Gewähr mir, Bruder, eine Bitt:~
1319 Vor3 | sich~Und lächelten stilles Gewähren.~Die Nachtigall, sie sang
1320 Nordsee, 1 | In braunen, verschollnen Gewändern,~Gesangbuch und Rosenkranz
1321 JLei, Roman| blitzen;~Dann steig ich gewaffnet hervor aus dem Grab,~Den
1322 JLei, Traum| ich eben fürder schweif,~Gewahr ich einen weißen Streif;~
1323 Vor | Verfasser dieser Blätter? Gewahrst du schon, teurer Leser,
1324 Heimk, Alman| Riesensäulen~Tragen die gewaltge Kuppel.~Und auf Säulen,
1325 Heimk, I | Das hat eine wundersame,~Gewaltige Melodei.~Den Schiffer im
1326 Nordsee, 1 | Welt.~Im wallend weißen Gewande~Wandelt er riesengroß~Über
1327 Vor | scheue sich, in metrischen Gewanden zu erscheinen.~Nicht ohne
1328 Heimk, I | Kellner~Hab ich mich umsonst gewandt.~Da erblick ich sie am Fenster,~
1329 Nordsee, 1 | daraus ein Diadem~Für dein geweihtes Haupt.~Von der flatternd
1330 Nordsee, 1 | Der schwatzenden, schwülen Gewerbe,~Und durch die reinen, hallenden
1331 JLei, Roman| War sie nicht vom Sitz gewichen,~Und sie sitzt noch bei
1332 Vor | Friederike Varnhagen von Ense gewidmet, und ich darf mich rühmen,
1333 Vor | verachten wie bedauern muß. Nur gewissen bornierten Geistern konnte
1334 Vor3 | unversehens die klingelnde Gewohnheit des Reims und Silbenfalls,
1335 JLei, Son | geborene v. Gelderen~1~Ich bins gewohnt, den Kopf recht hoch zu
1336 Nordsee, 2 | doch eine andre das Zepter gewonnen,~Und du bist nicht mehr
1337 Harzr, 3 | Flammen,~Sprühn aus dem Gewühl hervor;~Liljen, wie kristallne
1338 Heimk, Gott | Lichtern~Und seidnen Lüften und gewürzten Düften,~Und freundlich lockt
1339 Heimk, I | Löwentrotz,~Wie hat man dich gezähmet!~Zu Halle auf dem Markt,~
1340 LyrInt | Wasserpalast~Ist plötzlich gezaubert der Ritter.~Er staunt, und
1341 Vor | habe fast ein ganzes Jahr gezaudert, ehe ich mich zur flüchtigen
1342 Nordsee, 2 | Wellenrosse,~Die Boreas selber gezeugt~Mit des Erichthons reizenden
1343 Nordsee, 2 | schönen Locken,~Und also geziert, eilt sie zum Tanzplatz,~
1344 Heimk, Alman| Almansor ben Abdullah~Über den gezierten Taufstein,~In dem Dome zu
1345 Nordsee, 2 | Aber des Abends, trostlos gezwungen,~Kehre sie wieder zurück~
1346 LyrInt | heimlich ein leises Wort,~Und gibst mir den Strauß von Zypressen,~
1347 JLei, Roman| Gruft;~Bei Ronzisvall da gibts ein Streiten,~Da kommt Herr
1348 Vor3 | ein großes Schloß,~Die Giebel hoch aufstiegen.~Verschlossene
1349 Harzr, 3 | Röselein,~Und die Augen gießen drüber~Ihren blauen Sternenschein.~
1350 Heimk, Alman| aus goldnem Fläschchen,~Gießt die Dame, sorgsam sinnend,~
1351 JLei, Son | Bösewichtern,~Die mich bedrohn mit giftgetränkten Waffen.~Denn wenn des Glückes
1352 JLei, Traum| Gebühr,~Doch dich zu besitzen gilts Kinderspiel mir.~Knie nieder,
1353 LyrInt | grünen Lind.~Wenn ich ein Gimpel wäre,~So flög ich gleich
1354 LyrInt | Herz;~Du bist ja hold den Gimpeln,~Und heilest Gimpelschmerz.~
1355 LyrInt | den Gimpeln,~Und heilest Gimpelschmerz.~LIV~Mein Wagen rollet langsam~
1356 JLei, Traum| Manschetten an der Hand, als gings zum Feste,~Und vor mir stand
1357 Heimk, I | ruhig fließt der Rhein;~Der Gipfel des Berges funkelt~Im Abendsonnenschein.~
1358 JLei, Traum| verworren, und ächzet und girrt,~Und brauset und sauset,
1359 JLei, Traum| Und ich seufzte auch und girrte;~Und wenn Liebe mich verwirrte,~
1360 Heimk, I | daheime,~In den Händen die Gitarre,~In der Seele süße Träume.~
1361 JLei, Roman| fliege geschwind durchs Gitter herein,~Und bringe mir Käse
1362 Heimk, I | Und das alles sah ich glänzen~In dem Aug der schönen Frau.~
1363 Nordsee, 2 | beim Frühstück,~Auf dem glänzenden Butterbrote,~Sieht sie mein
1364 Nordsee, 1 | Sternenkindern,~Und sie glänzt in stiller Wehmut,~Und liebende
1365 Nordsee, 1 | Meer;~Fern auf der Reede glänzte das Schiff,~Das mich zur
1366 Heimk, Ratc | Busen schlotternd,~Die Augen gläsern starr, die Wangenmuskeln~
1367 Vor | rosigen Fingern meine Locken glättete... Nicht wahr, du hast auf
1368 Heimk, Alman| Auf den Stufen, wo die Gläubgen~Das Prophetenwort gesungen,~
1369 JLei, Roman| Vöglein,~Die da schweifen glanzumwoben~In den blauen Lüften oben?~
1370 Harzr, Pro | Wolken jagen.~Lebet wohl, ihr glatten Säle!~Glatte Herren, glatte
1371 Heimk, Alman| gesungen,~Zeigen jetzt die Glatzenpfäfflein~Ihrer Messe fades Wunder.~
1372 Harzr, 2 | Auch bezweifl ich, daß du glaubest,~Was so rechter Glauben
1373 Harzr, 2 | rechter Glauben heißt -~Glaubst wohl nicht an Gott den Vater,~
1374 Heimk, I | vorbei -~Kikereküh! sie glaubten,~Es wäre Hahnengeschrei.~
1375 LyrInt | Lippen, die Wänglein,~Die gleichen der Liebsten genau.~XII~
1376 Harzr, 2 | alte Recht:~Alle Menschen, gleichgeboren,~Sind ein adliges Geschlecht.~
1377 Vor3 | vorzugsweise mit Maß und Gleichklang der Wörter beschäftigen
1378 Vor5 | Hamburg, publiziere ich gleichzeitig, unter dem Titel »Neue Gedichte«,
1379 JLei, Son | Verstand mir aus dem alten Gleise.~5~In stiller, wehmutweicher
1380 JLei, Lied | Doch ich kenn ihn, oben gleißend,~Birgt sein Innres Tod und
1381 Nordsee, 1 | umklingelt,~Und die kalte, gleißende Schlangenhaut~Der Heuchelei,~
1382 Nordsee, 1 | Schwäne,~An Rosenbändern, das gleitende Schiff,~Und zogen es spielend
1383 Harzr, 3 | ich glaube, von den Lippen~Gleitet mir das rechte Wort.~Siehst
1384 Heimk, DClar| dem edelblassen Antlitz,~Glich er wahrlich Sankt Georgen.«~
1385 Harzr, Brock| Durch der Sonne kleines Glimmen,~Weit und breit die Bergesgipfel~
1386 JLei, Traum| wedelt der zottge Gesell?~Was glimmert schwarz Katers Auge so hell?~
1387 LyrInt | blühender Au,~Und funkeln und glitzern im Morgentau,~Und die Menschen
1388 Nordsee, 1 | großen Dome,~Getrieben von Glockengeläute~Und rauschendem Orgelton.~
1389 Nordsee, 1 | wärmend,~Über Land und Meer.~Glockenklänge zogen feierlich~Hin und
1390 JLei, Traum| Engelein,~Umglänzt von goldnem Glorienschein;~Nun aber stürmte wild herauf~
1391 JLei, Son | giftgetränkten Waffen.~Denn wenn des Glückes hübsche Siebensachen~Uns
1392 Nordsee, 1 | vielbesungen~Von stolzen, glückgehärteten Menschen.~Aber des Nachts,~
1393 Heimk, I | gestehen.~O, kennt ich nur den glücklichen Mann,~O, daß ich ihn nur
1394 Vor5 | solcher Art wiederholte sich glücklicherweise nicht bei dieser fünften
1395 Nordsee, 1 | tauche sie ein~In des Ätnas glühenden Schlund, und mit solcher~
1396 Nordsee, 2 | schiffbrüchiger Mann,~Und drücke mein glühendes Antlitz~In den feuchten
1397 JLei, Son | Pfötchen!~Könnt ich dich an die glühnden Lippen pressen,~Und könnt
1398 Nordsee, 1 | neigte sich tiefer, und warf~Glührote Streifen auf das Wasser,~
1399 Nordsee, 2 | Strahlenbuhlende!~Den ganzen Tag glühst du für Andre,~Und Nachts,
1400 Heimk, Ratc | Liljenkelche;~Aus allen Rosen glühten Wollustgluten;~Die Nelken
1401 JLei, Roman| erkennend,~Grüßt ihn Clara, glutbefangen.~Und der Tanz hat schon
1402 JLei, Traum| Und schleudert mir ein Glutenmeer~Wohl in der Seele tiefsten
1403 JLei, Traum| Geblieben ist mir nur, was glutenwild~Ich einst gegossen hab in
1404 Nordsee, 1 | ich flehe:~Holde Augen, Gnadenlichter,~O, beseligt meine Seele,~
1405 Nordsee, 1 | flammende Sonnenherz~Goß seine Gnadenstrahlen~Und sein holdes, liebseliges
1406 Heimk, I | Sei mir gütig, sei mir gnädig,~Schönste Sonne unter den
1407 JLei, Traum| Schlingel in Feuerlivrei?~»Die gnädige Herrschaft meldet sich an,~
1408 Heimk, I | Landgericht~Die saufen aus den Gössen.~Wie freuen die Poeten sich~
1409 Vor | gesehen, nicht bei Wolfgang Goethe, dem ewigen Jüngling, aber
1410 Nordsee, 2 | weißen Wolken,~Wie kolossale Götterbilder~Von leuchtendem Marmor.~
1411 Heimk, Gott | Götterdämmerung~Der Mai ist da mit seinen
1412 Heimk, I | Poeten sich~Bei solchem Götterfraße!~Die Leutnants und die Fähnderichs,~
1413 Nordsee, 2 | erloschen~Das unauslöschliche Göttergelächter.~Ich hab euch niemals geliebt,
1414 Nordsee, 2 | großmütger als ihr,~Und in Götterkämpfen halt ich es jetzt~Mit der
1415 Nordsee, 2 | so freudig erklungen beim Göttermahl.~Noch trauriger schaut Hephaistos,~
1416 Nordsee, 2 | der himmlisches Feuer~Den Göttern stahl und den Menschen gab,~
1417 Nordsee, 2 | konntest du nicht~Abwehren das Götterverderben?~Auch dich erkenn ich, Aphrodite,~
1418 Heimk, I | Deklamiert er vor den Damen~Meine göttlichen Gedichte.~O, wie ist es
1419 Nordsee, 1 | nicht länger~ob meiner Göttlichkeit,~Und, ich bitte dich, koche
1420 Nordsee, 1 | Und kriegen wir leicht den göttlichsten Schnupfen,~Und einen unsterblichen
1421 JLei, Son | Siegeswagen seiner eiteln Götzen.~Ich weiß es wohl, die Eiche
1422 LyrInt | Und nicht sein Zepter von Golde,~Ich will nicht seine demantene
1423 Heimk, I | Geschmeide blitzet,~Sie kämmt ihr goldenes Haar.~Sie kämmt es mit goldenem
1424 Nordsee, 2 | den roten Korallenbäumen,~Goldfischchen, Perlen und bunten Muscheln,~
1425 Nordsee, 2 | Trabanten und Höflinge,~Die goldgeschmückten und purpurgekleideten -~
1426 Nordsee, 1 | Mützchen~Und hervorquellendem Goldhaar.~Bunte Gesellen, in spanischer
1427 Heimk, Ratc | Schmetterlinge flatterten, die hellen~Goldkäfer summten feine Elfenliedchen,~
1428 LyrInt | Schleier ist eitel Geschmeide.~Goldlocken umspielen die schlanke Gestalt,~
1429 JLei, Traum| mit schauernder Lust.~Die Goldlockenwellen umspielen uns beid:~An mein
1430 Heimk, Alman| blühen,~Und die duftgen Goldorangen;~Dorten jagt der lustge
1431 Harzr, 1 | Nach dem Schützenhof zu Goslar,~Dorten ist es gar zu schön.~
1432 LyrInt | Brot mir vergiftet,~Sie gossen mir Gift ins Glas,~Die Einen
1433 Nordsee, 2 | nimmermehr trifft deine Rache~Die gottbefruchtete Jungfrau~Und den wundertätigen
1434 JLei, Roman| Betgesänge~Aus den frommen Gotteshäusern.~Aber dorten, siehe! siehe!~
1435 Heimk, Kevla| hochgebenedeite,~Du reine Gottesmagd,~Du Königin des Himmels,~
1436 Nordsee, 2 | Jungfrau~Und den wundertätigen Gottessohn.~Auch dich erkenn ich, Pallas
1437 JLei, Roman| fort;~Und er lästert die Gottheit mit sündigem Wort.~Und er
1438 Heimk, DClar| seis geschworen,~Den die gottverfluchten Juden~Boshaft tückisch einst
1439 Heimk, I | Gesicht hinein:~So willst du, Gottverfluchter,~Ein Straßenräuber sein!~
1440 Nordsee, 1 | umwunden,~Die kranke Seele,~Die gottverleugnende, engelverleugnende,~Unselige
1441 JLei, Traum| Maid,~Grub tief die Erd mit Grabescheit.~Kaum wagt ich noch sie
1442 LyrInt | Hirn und Herzen~Lag ich im Grabesgrund.~Wie lang, kann ich nicht
1443 JLei, Traum| durchgraut;~Und in die dunkle Grabesnacht~Stürzt ich hinein - und
1444 JLei, Lied | Wiege meiner Leiden,~Schönes Grabmal meiner Ruh,~Schöne Stadt,
1445 JLei, Traum| Edelgestein.~Was schert mich, du Gräflein, dein Edelgestein?~Mir mundet
1446 Heimk, I | Man glaubt, daß ich mich gräme,~In bitterm Liebesleid,~
1447 Heimk, I | tot.~Und alles schaut so grämlich trübe,~So krausverwirrt
1448 Vor3 | Verwunden die Tatzen mich gräßlich.~Die Nachtigall sang: »O
1449 Heimk, I | euch,~Ich gehe morgen zum Grafen,~Und der ist verliebt und
1450 LyrInt | sie nicht;~Mir diente als Grammatik~Der Herzallerliebsten Gesicht.~
1451 JLei, Roman| freuen,~Fromme Lämmer seh ich grasen,~Schäfer spielen auf Schalmeien.~»
1452 Nordsee, 2 | unheimlich,~Schaut hervor der grasgelbe Mond;~Hochaufrauschen die
1453 JLei, Traum| Pelzröckel nicht;~Dort heizet man gratis jahraus, jahrein,~Statt
1454 JLei, Traum| Sind Sie Braut?~Ei! ei! so gratulier ich, meine Beste!«~Doch
1455 Heimk, I | Wochen sei.~Und freundlich gratuliert ich,~Und lispelte liebevoll:~
1456 JLei, Traum| war so schön und doch ein Graun.~Die schöne Maid, die sputet
1457 Nordsee, 2 | Die feierlich stummen, graunhaft bewegten~Riesengestalten.~
1458 JLei, Traum| Vergaß ich vor Schauer und Graus;~Nun ziehn die eignen Geister~
1459 JLei, Lied | die Horen; -~Heimlich im grausamen Bunde verschworen,~Spotten
1460 JLei, Roman| von Babylon!~Doch kaum das grause Wort verklang,~Dem König
1461 Heimk, I | vor Schmerzensgewalt;~Mir graust es, wenn ich sein Antlitz
1462 Heimk, Ratc | durchzogs mir da die Brust, mir grauste~Ob meinem eignen Wahnsinn,
1463 Nordsee, 2 | des Gürtels Liebreiz,~Doch graut mir heimlich vor deiner
1464 JLei, Roman| weißwallenden Schleier,~Und greif in die Saiten der schallenden
1465 Vor | flennt... Laßt mich ein Greis werden, der die Jugend liebt,
1466 JLei, Roman| luftig schwebe morgen.~VI~Die Grenadiere~Nach Frankreich zogen zwei
1467 JLei, Traum| stürmte wild herauf~Ein greulich schwarzer Koboldhauf.~Die
1468 Nordsee, 2 | und weinte.~VI~Die Götter Griechenlands~Vollblühender Mond! In deinem
1469 Nordsee, 1 | Stimme,~Wie 'n störriger Griesgram, der gutgelaunt wird,~Schwatzt
1470 Heimk, Ratc | jedoch sie sprach nicht,~Griff leise meine Hand, und führte
1471 Heimk, I | An dem Bache zirpt die Grille,~Und es regt sich in dem
1472 JLei, Traum| und schäumt und gärt,~Und grimme Glut mein Herz verzehrt.~
1473 JLei, Son | die Hände,~Und bettelte um gringe Liebesspende -~Doch lachend
1474 Nordsee, 1 | Poetlein!~Ich will nicht im gringsten gefährden~Dein armes Schiffchen,~
1475 Harzr, 2 | größten Wunder,~Und viel größre tut er noch;~Er zerbrach
1476 Vor | dieses Buches. Es hat mir die größte Überwindung gekostet, ich
1477 Harzr, 2 | heilgen Geist.~Dieser tat die größten Wunder,~Und viel größre
1478 Nordsee, 2 | gleich einer Leiche,~Die grollend ausgeworfen das Meer,~Lieg
1479 Heimk, I | Möwen schrillen kläglich,~Es grollt und brandet die See; -~Dein
1480 JLei, Traum| Doch der Gassenvogt mir grollte,~Daß ich Sehnsuchtstränen
1481 Vor | Achtung, die ich diesem großartigen Manne zollte, so wie auch
1482 Harzr, 1 | Mutter,~Denn sie spinnt mit großem Fleiß,~Und der Vater spielt
1483 Nordsee, 2 | So ist doch der Mensch großmütger als ihr,~Und in Götterkämpfen
1484 JLei, Traum| weiter Heid stand weiße Maid,~Grub tief die Erd mit Grabescheit.~
1485 JLei, Roman| Laube zischen.~Dort jenes Grübchen wunderlieb~In wunderlieben
1486 LyrInt | gespielt in Wäldern und Gründen,~Und haben uns so zu verstecken
1487 Heimk, Gott | lagert draußen sich auf grünem Rasen,~Bewundert, wie die
1488 JLei, Traum| längst entschwunden,~Und grüß es mir, wenn du es aufgefunden --~
1489 Heimk, I | Mädchen,~Und freundliche Grüße werf ich hinauf.~LXXXIII~
1490 JLei, Lied | im Busen hegt.~Freundlich grüßend und verheißend~Lockt hinab
1491 Heimk, I | Die mich einst so lieblich grüßten,~Und es sind die Lippen
1492 JLei, Roman| Ferklein hör ich quirren,~Grunzen nur hör ich die Schweine.«~
1493 JLei, Son | Zauber bald, bei deinem Gruße~Aufwachte lächelnd Deutschlands
1494 Heimk, Alman| dem Weg nach Alkolea,~Dem Guadalquivir entlange,~Wo die weißen
1495 JLei, Roman| Fensterscheiben blinken;~Ich guck mir fast die Augen aus,~
1496 JLei, Roman| kehrt zurück.~Er trug viel gülden Gerät auf dem Haupt;~Das
1497 JLei, Roman| gib mir in die Hand,~Und gürt mir um den Degen.~So will
1498 Nordsee, 2 | schmückt dich noch immer des Gürtels Liebreiz,~Doch graut mir
1499 LyrInt | vergelte~Die mir erwiesene Güte!~XXVIII~Die Erde war so
1500 Vor | verkennt, und dagegen die Güter, die ihm am schwersten zugänglich
1501 Nordsee, 2 | wollt mich beglücken dein gütiger Leib,~Wie andere Helden,
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