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Uppalavanná
(Uppalavanná heißt wörtlich: Die dem blauen Lotus Gleichende,
offenbar wegen der Farbe der Augen. Blaue Augen sind im nördlichen Indien keine
Seltenheit.)
224
Sie beide, Mutter, Tochter, ja,
Sie buhlten um den Gatten mein!
Da ward ich wild erbost, empört
Vor unerhörter Schande, Schmach:
225
«O Pfui der Fäule, Fluch der Lust,
Die gräßlich stachelt, gräßlich stinkt,
Wo Mutter mag, wo Tochter darf
Gemeinsam teilen Gattengunst!»
226
Als Elend hab' ich Lust erkannt,
Als Heil Entsagung echt gesehn:
Und Haus und Heimat, Königshof
Gelassen pilgernd hinter mir.
(Vergl. v. 54)
227
Nun weiß ich was ich jeher war,
Mein Aug' ist himmlisch abgeklärt,
Das Herz erhell' ich durch und durch,
Mein Ohr ist innen ruhig, rein.
(= v. 70)
228
Erworben hab' ich Wunderkraft,
Gekreuzt, versiegt was Wähnen war,
Sechs Wissensziele selbst erzeugt,
Geschaffen was der Meister schafft.
229
Auf hohem Wagen, wunderhell
Gerüstet, reisig viergeschirrt,
Erschien ich grüßend einst vor Ihm,
Dem größten Retter aller Welt.
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