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S.1.34.
Sie sind nicht
1. Einstmals weilte der
Erhabene in Sávatthí, im Jetahaine, im Parke des Anáthapindika.
2. Da nun begaben sich
in vorgeschrittener Nacht zahlreiche der Gruppe der Satullapa angehörige
Devatás, mit ihrer herrlichen Schönheit den ganzen Jetahain erhellend, dorthin,
wo sich der Erhabene befand. Nachdem sie sich dorthin begeben und den Erhabenen
ehrfurchtsvoll begrüßt hatten, traten sie zur Seite.
3. Zur Seite stehend
sprach dann eine Devatá zu dem Erhabenen die folgende Strophe:
"Nicht sind die
sinnlichen Genüße bei den Menschen ständig,
Hier (in dieser Welt) gibt es Dinge, die man genießt, *f89) an die
gebunden,
Durch die gelähmt der Mensch zur Nimmerwiederkehr *f90)
Nicht gelangen kann *f91) aus dem Bereich des Todes."
4. "Aus der Begierde
stammt das Übel, aus der Begierde stammt das Leid;
Aus der Beseitigung der Begierde folgt Beseitigung des Übels,
aus der Beseitigung des Übels Beseitigung des Leidens."
5. "Nicht die
mannigfachen sinnlichen Genüsse, die es gibt in der Welt,
Das Wollen und Begehren (vielmehr) des Menschen ist die Sinnenlust.
Es bleiben bestehen die mannigfachen Genüsse in der Welt,
Aber hier (in sich selber) beseitigen die Weisen die Begierde."
Mrs.
Rhys Davids (Kindred Sayings S. 32, N.3) macht darauf aufmerksam, daß diese
Strophe auch im Anguttara (III. 411) vorkommt als ein Ausspruch des Buddha. Der
Sinn ist der: Nicht an den sinnlichen Objekten ist es gelegen, sondern daran,
daß wir durch unser Begehren zu ihnen in Beziehung treten. Dieses Begehren
auszutilgen ist also die Aufgabe des Weisen.
6. "Den Zorn soll
man aufgeben, den Wahn fahren lassen,
Über alle Fesseln soll man hinweg kommen:
Den, der nicht haftet an Name und Form,
Der nichts besitzt, verfolgen die Leiden nicht."
Die
Strophe ist = Dhammapada 221 und wird unten im 36. Sutta wiederholt. Über die
"Fesseln" s. Bd.2, S. 246, über "Name und Form" (náma-rúpa)
ebda.,S.2.
7. "Er hat (alle)
Benennung aufgegeben, ist in keine Behausung eingekehrt;
Er hat den Durst abgeschnitten nach Name und Form:
Ihn, der die Fesseln durchschnitten,
der frei ist von Leid und hoffendem Erwarten,
Haben suchend nicht gefunden
Götter und Menschen, hier und im Jenseits,
In den Himmeln und an allen Stätten."
S. oben 1.20-22. Wie die Strophen in 3 bis 7 sich
verteilen, ist nicht gesagt. Vermutlich werden sie von verschiedenen Devatás
gesprochen.
8. "Wenn sie keinen
also Erlösten erblickten
- spricht der ehrwürdige Mogharája -
Götter und Menschen, hier und im Jenseits,
Der Menschen. trefflichsten, der den Menschen Segen erwirkt:
Sind dann die zu preisen, die ihn verehren?"
9."Zu preisen sind
auch sie, o Bhikkhu,
- Mogharája, spricht der Erhabene -
Die ihn verehren, den also Erlösten;
Da sie die Wahrheit erkannt und den Zweifel aufgegeben haben,
Werden auch sie über die Fesseln hinweg kommen, o Bhikkhu."
Die
beiden Strophen 8 und 9 sehen wie ein späterer Zusatz aus. Der Thera Mogharája
kommt im Suttanipáta (v. 1116 ff.) vor, wo ihm Fragen in den Mund gelegt
werden, die der Buddha beantwortet. Die Strophe Sn.1119 ist im Khathávatthu I,
S. 64 angeführt. Es werden dem Mogharája ferner die Theragáthá 207-208
zugeschrieben.
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