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Samyutta Nikáya

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  • 3. Kosala-Samyutta - Von den Kosala
    • 1-10 Pathama vagga - Der erste Abschnitt
      • S.3.1. Jugendlich
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3. Kosala-Samyutta - Von den Kosala

1-10 Pathama vagga - Der erste Abschnitt

S.3.1. Jugendlich

1. Also habe ich vernommen.
Einstmals weilte der Erhabene in Sávatthí, im Jetahaine, im Parke des Anáthapindika.

2. Da nun begab sich der König Pasenadi, der Kosala *f293) dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem er sich dorthin begeben, begrüßte er sich mit dem Erhabenen, und nachdem er mit ihm die (üblichen) Begrüßungen und Höflichkeiten ausgetauscht, setzte er sich zur Seite nieder.

3. Zur Seite sitzend sprach dann der König Pasenadi, der Kosala, zu dem Erhabenen also: "Erhebt uns etwa auch der Herr Gotama den Anspruch, er sei mit der höchsten vollkommenen Erleuchtung erleuchtet?"

4. "Wenn da, o Großkönig, einer mit vollem Recht von jemand behauptet, er sei mit der höchsten vollkommenen Erleuchtung erleuchtet, so mag er von mir das mit vollem Recht behaupten. Denn ich bin, o Großkönig, mit der höchsten vollkommenen Erleuchtung erleuchtet."

5. "Die Samanas und Bráhmanas aber, Herr Gotama, die eine Gemeinde, eine Sekte um sich haben, die Lehrer einer Sekte sind, bekannt, berühmt, Furtbereiter, *f294) als tüchtig anerkannt bei vielen Leuten, wie zum Beispiel Púrana Kassapa Makkhali Gosála, Nigantha Nátaputta, Sañjaya Belatthiputta, Pakudha Kaccáyana, Ajita Kesakambalí, *f295) diese erhoben, von mir befragt: erhebt ihr Anspruch, mit der höchsten vollkommenen Erleuchtung erleuchtet zu sein? nicht den Anspruch, mit der höchsten vollkommenen Erleuchtung erleuchtet zu sein. Wie (kann es) denn da der Herr Gotama (sein), der noch jugendlich ist nach seiner Geburt und ein Neuling nach der Zeremonie der Weltabkehr?"

6. "Vier Wesen, o Großkönig, dürfen da nicht, weil sie jugendlich seien, gering geschätzt, nicht, weil sie jugendlich seien, mißachtet werden. Welche vier sind das? 

Diese vier Wesen also, o Großkönig, dürfen nicht, weil sie jugendlich seien, gering geschätzt, nicht, weil sie jugendlich seien, mißachtet werden."

7. Also sprach der Erhabene; nachdem der Führer auf dem Heilspfad also gesprochen, sprach noch weiter der Meister folgendes:
 

8. "Einen Edelmann, der vornehme Abkunft besitzt,
der wohlgeboren und angesehen ist,
Soll man nicht, weil er jugendlich sei, gering schätzen,
nicht soll ein Mann ihn mißachten.
Denn wenn der Edelmann an seinen Platz als Beherrscher der Menschen,
zur königlichen Würde gelangt ist,
Geht er erzürnt mit der Königsstrafe hart gegen jenen vor:
Darum soll man ihm ausweichen; *f296) das eigene Leben beschützend."

9. "Wenn man im Dorf oder in der Wildnis,
wo immer nur, eine Schlange erblickt,
Soll man sie nicht, weil sie jugendlich sei, gering schätzen,
nicht soll ein Mann sie mißachten.
Mit mannigfaltigen Formen *f297) bewegt sich die schnelle Schlange,
Zugreifend wird sie auf einmal Kind, Mann und Frau beißen:
Darum soll man ihr ausweichen, das eigene Leben beschützend."
 
10. "Das gefräßige flammende Feuer, *f298) dessen Wegbahn schwarz ist, *f299)
Soll man nicht, weil es jugendlich sei, gering schätzen,
nicht, weil es jugendlich sei, mißachten.
Hat es Brennstoff gefunden und ist das Feuer groß geworden,
Wird es zugreifend auf einmal Kind, Mann und Weib verbrennen.
Darum soll man ihm ausweichen, das eigene Leben beschützend."
 
11. "Wenn die Flamme einen Wald verbrennt,
das Feuer, dessen Wegbahn schwarz ist,
So wachsen dort Pflanzen auf nach Ablauf von Tagen und Nächten,
Wen aber *f300) ein Bhikkhu, mit sittlicher Zucht ausgestattet,
durch seine Glut verbrennt,
Nicht (bleiben) dem Kinder oder Vieh,
noch finden seine Erben Vermögen vor.
Kinderlos und ohne Erben, ein entwurzelter Palmbaum sind diese."
 
12. "Darum wird ein weiser Mann, der auf seine eigne Wohlfahrt sieht,
Eine Schlange, ein Feuer, einen angesehenen Edelmann
Und einen mit sittlicher Zucht ausgestatteten Bhikkhu
in der richtigen Weise behandeln."

13. Auf dieses Wort hin sprach der König Pasenadi, der Kosala, zu dem Erhabenen also: "Wundervoll, Herr! Wundervoll, Herr! Wie wenn man, Herr, etwas Umgestürztes aufrichtet oder etwas Verhülltes entschleiert oder einem Verirrten den Weg zeigt oder in einen finsteren Raum eine Lampe bringt in der Absicht: es sollen die, die Augen haben, die Gegenstände sehen - ganz ebenso ist von dem Erhabenen durch mancherlei Erörterung die Wahrheit aufgeklärt worden. Darum nehme ich, Herr, zu dem Erhabenen meine Zuflucht und zu der Lehre und zu der Gemeinde der Bhikkhus. - Als Laienanhänger soll mich der Herr, der Erhabene, annehmen, der von heute an auf Lebenszeit zu ihm seine Zuflucht genommen hat."




*f293) Der Clan der Kosálá herrschte in dem Gebiet, das sich am mittleren Ganges von diesem nordwärts bis zum Himalaya erstreckte mit dem Gandakfluß als Ostgrenze. Benares war in ihr Territorium eingeschlossen. S. Rhys Davids. Buddhist India S. 25. Über König Pasenadi, ebda. S.8.



*f294) P. titthakara. Man beachte die Ähnlichkeit mit dem lat. pontifex.



*f295) Vgl. oben 2. 30. 3-6 mit den Anmerkungen.



*f296) Der Komm. (I. 156.12) ergänzt, wohl richtig, khattiyam zu tam "er soll den Edelmann meiden, sich nicht mit ihm einlassen (na ghateyya)".



*f297) Der Komm. (I. 156.12) umschreibt vannehi durch samthánehi und zählt dann die verschiedenen Formen, in denen sie sich zeigt, auf: als sappa, als deddubha, als dhammani, als kalandaka.



*f298) P. pávako, im Komm. als Lesart neben pácako aufgeführt.



*f299) P. kanhavattanim = skr. krsnavartani. Komm. (I. 156.17) "der Weg, den das Feuer gegangen ist, ist schwarz".



*f300) Diese Verszeilen gehören, wie Frau Rhys Davids richtig gesehen hat, unmittelbar zu den vorangehenden.






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