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Der Komm. (I. 165ff.)
erzählt hier ausführlich, wie Pasenadi zu der Veranstaltung des Opfers kam. Die
Erzählung findet sich auch im Komm. zu Dhammapada v. 60 (II. 1 ff. der Ausg.).
Pasenadi ist von sündhafter Liebe zu einer Frau entbrannt, die er zufällig in
der Stadt zu Gesicht bekommen hat, und beabsichtigt, ihren Ehemann zu
beseitigen, um sich ihrer bemächtigen zu können. Nachts wird er aber durch
einen Traum geängstigt. Die Bráhmanen, um die Deutung des Traumes befragt,
geben den Bescheid, daß nur durch ein großes Opfer dem drohenden Unheil
vorgebeugt werden könne. Der König gibt den Auftrag, das Opfer vorzubereiten,
bei dem auch Menschen zu schlachten sind. Malliká hört das Jammergeschrei der
Leute, die um ihre Angehörigen bangen. Sie erfährt vom König, was vorgefallen,
und verweist ihn an den Buddha. Dieser belehrt Pasenadi über die wahre
Bedeutung des Traumes Er wäre eine Warnung von vier Insassen der Hölle, die vor
vielen Jahrtausenden als junge Kaufleute in Báránasí sich ehebrecherischem
Leben hingegeben haben und seitdem im Feuer der Hölle schmachten. Der König
sieht sein Unrecht ein. Von der Nutzlosigkeit des Opfers überzeugt, läßt er die
Vorbereitungen abbrechen.
1.
Sávatthí.
2.
Zu jener Zeit aber stand ein großes Opfer des Königs Pasenadi, des Kosala,
bevor. Fünfhundert Stiere, fünfhundert Ochsen, fünfhundert Kühe, fünfhundert
Ziegen und fünfhundert Widder waren an den Pfosten *f314) herangeführt
zum Zweck des Opfers.
3.
Und die Leute, die seine Sklaven oder seine Diener oder seine Werkleute waren,
trafen, durch Stockschläge geängstigt, von Furcht geängstigt, die
Vorbereitungen, Tränen im Gesicht und jammernd.
4.
Da nun kleideten sich zahlreiche Bhikkhus zur Vormittagszeit an, nahmen
Almosenschale und Obergewand und gingen, Almosen zu sammeln, nach Sávatthí.
Nachdem sie in Sávatthí ihren Almosengang beendigt hatten, begaben sie sich
nach der Mahlzeit, vom Almosengang zurückgekehrt, dorthin, wo sich der Erhabene
befand. Nachdem sie sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfurchtsvoll
begrüßt hatten, setzten sie sich zur Zeite nieder. Zur Seite sitzend sprachen
dann die Bhikkhus zu dem Erhabenen also:
5.
"Da steht, Herr, ein großes Opfer des Königs Pasenadi, des Kosala, bevor.
Fünfhundert Stiere, fünfhundert Ochsen, fünfhundert Kühe, fünfhundert Ziegen
und fünfhundert Widder sind an den Pfosten herangeführt zum Zweck des Opfers.
Und die Leute, die seine Sklaven oder seine Diener oder seine Werkleute sind,
treffen, durch Stockschläge geängstigt, von Furcht geängstigt, die
Vorbereitungen, Tränen im Gesicht und jammernd."
6.
Da nun sprach der Erhabene, wie er die Sache zur Kenntnis nahm, bei dieser
Gelegenheit die folgenden Strophen:
7.
"Pferdeopfer, Menschenopfer, Vollkommene Fessel, Siegestrunk,
Hemmungslos: *f315) diese großen Unternehmungen tragen keine reiche
Frucht.
Wo Ziegen und Rinder, allerlei (Lebewesen) getötet werden,
Dieses Opfer besuchen die großen Weisen,
die Vollkommenheit erreicht haben, nicht.
Opfer aber ohne große Unternehmungen,
die in den Sippen ständig geopfert werden, *f316)
Wo Ziegen und Rinder, allerlei (Lebewesen), nicht getötet werden,
Dieses Opfer besuchen die großen Weisen,
die Vollkommenheit erreicht haben.
Ein solches Opfer soll der Verständige darbringen,
ein solches Opfer trägt reiche Frucht.
Denn das gereicht dem Opferer zum Vorteil, nicht zum Schaden.
Das Opfer ist ergiebig und es finden Wohlgefallen daran die Devatás."
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