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Samyutta Nikáya

IntraText CT - Text

  • 3. Kosala-Samyutta - Von den Kosala
    • 1-10 Pathama vagga - Der erste Abschnitt
      • S.3.9. Das Opfer
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S.3.9. Das Opfer

Der Komm. (I. 165ff.) erzählt hier ausführlich, wie Pasenadi zu der Veranstaltung des Opfers kam. Die Erzählung findet sich auch im Komm. zu Dhammapada v. 60 (II. 1 ff. der Ausg.). Pasenadi ist von sündhafter Liebe zu einer Frau entbrannt, die er zufällig in der Stadt zu Gesicht bekommen hat, und beabsichtigt, ihren Ehemann zu beseitigen, um sich ihrer bemächtigen zu können. Nachts wird er aber durch einen Traum geängstigt. Die Bráhmanen, um die Deutung des Traumes befragt, geben den Bescheid, daß nur durch ein großes Opfer dem drohenden Unheil vorgebeugt werden könne. Der König gibt den Auftrag, das Opfer vorzubereiten, bei dem auch Menschen zu schlachten sind. Malliká hört das Jammergeschrei der Leute, die um ihre Angehörigen bangen. Sie erfährt vom König, was vorgefallen, und verweist ihn an den Buddha. Dieser belehrt Pasenadi über die wahre Bedeutung des Traumes Er wäre eine Warnung von vier Insassen der Hölle, die vor vielen Jahrtausenden als junge Kaufleute in Báránasí sich ehebrecherischem Leben hingegeben haben und seitdem im Feuer der Hölle schmachten. Der König sieht sein Unrecht ein. Von der Nutzlosigkeit des Opfers überzeugt, läßt er die Vorbereitungen abbrechen.
 

 1. Sávatthí.

2. Zu jener Zeit aber stand ein großes Opfer des Königs Pasenadi, des Kosala, bevor. Fünfhundert Stiere, fünfhundert Ochsen, fünfhundert Kühe, fünfhundert Ziegen und fünfhundert Widder waren an den Pfosten *f314) herangeführt zum Zweck des Opfers.

3. Und die Leute, die seine Sklaven oder seine Diener oder seine Werkleute waren, trafen, durch Stockschläge geängstigt, von Furcht geängstigt, die Vorbereitungen, Tränen im Gesicht und jammernd.

4. Da nun kleideten sich zahlreiche Bhikkhus zur Vormittagszeit an, nahmen Almosenschale und Obergewand und gingen, Almosen zu sammeln, nach Sávatthí. Nachdem sie in Sávatthí ihren Almosengang beendigt hatten, begaben sie sich nach der Mahlzeit, vom Almosengang zurückgekehrt, dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem sie sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfurchtsvoll begrüßt hatten, setzten sie sich zur Zeite nieder. Zur Seite sitzend sprachen dann die Bhikkhus zu dem Erhabenen also:

5. "Da steht, Herr, ein großes Opfer des Königs Pasenadi, des Kosala, bevor. Fünfhundert Stiere, fünfhundert Ochsen, fünfhundert Kühe, fünfhundert Ziegen und fünfhundert Widder sind an den Pfosten herangeführt zum Zweck des Opfers. Und die Leute, die seine Sklaven oder seine Diener oder seine Werkleute sind, treffen, durch Stockschläge geängstigt, von Furcht geängstigt, die Vorbereitungen, Tränen im Gesicht und jammernd."

6. Da nun sprach der Erhabene, wie er die Sache zur Kenntnis nahm, bei dieser Gelegenheit die folgenden Strophen:

7. "Pferdeopfer, Menschenopfer, Vollkommene Fessel, Siegestrunk,
Hemmungslos: *f315) diese großen Unternehmungen tragen keine reiche Frucht.
Wo Ziegen und Rinder, allerlei (Lebewesen) getötet werden,
Dieses Opfer besuchen die großen Weisen,
die Vollkommenheit erreicht haben, nicht.
Opfer aber ohne große Unternehmungen,
die in den Sippen ständig geopfert werden, *f316)
Wo Ziegen und Rinder, allerlei (Lebewesen), nicht getötet werden,
Dieses Opfer besuchen die großen Weisen,
die Vollkommenheit erreicht haben.
Ein solches Opfer soll der Verständige darbringen,
ein solches Opfer trägt reiche Frucht.
Denn das gereicht dem Opferer zum Vorteil, nicht zum Schaden.
Das Opfer ist ergiebig und es finden Wohlgefallen daran die Devatás."




*f314) P. thúna. Gemeint ist der "Opferpfosten", im brahmanischen Ritual yúpa genannt, an den das Opfertier gebunden wird. Vgl. Hillebrandt, Ritual-Litteratur, Vedische Opfer und Zauber, S.121.



*f315) P. assamadha, purisamedha, sammápása, vájapeyya, niraggala. Die Termini 1,2,4 sind aus der brahmanischen Ritualliteratur wohl bekannt. S. Hillebrandt, Vedische Ritual-Litteratur S. 149, 153, 141. Statt assamedha lesen birmanische Hss. und der Kommentar sassa -. Vgl. auch die Parallelstelle Itivuttakas S. 21. Merkwürdig ist, daß nach Angabe des Komm. (I. 169 ult. - 174) jene Begriffe ursprünglich keine Opferhandlungen bezeichneten, sondern samgahavatthúni waren, d.h. friedliche Handlungen, die zum Wohl der Untertanen dienten, und durch die man Ihre Herzen gewann. Erst seit den Zeiten Okkákas hätten die Brahmanen daraus blutige Opfer gemacht.



*f316) Ich lese yajjanti (Pass.) anukulam sadá. Der Komm. I. 171.12 sagt: "Der Sinn ist, die Leute geben, ohne daß sie etwas verkürzen, die ständigen Spenden an Speise, die von Leuten früherer Zeit gestiftet worden."




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