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Samyutta Nikáya

IntraText CT - Text

  • 3. Kosala-Samyutta - Von den Kosala
    • 11-20 Dutiya vagga - Der zweite Abschnitt
      • S.3.15. Krieg
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S.3.15. Krieg

 

1. Da nun hatte der Mágadhakönig Ajátasattu, der Sohn der Vedehí, sein viergliedriges Heer gerüstet und war gegen den König Pasenadi, den Kosala, vorgerückt bis nach Kásí.

 

2. Da hörte der König Pasenadi, der Kosala: der Mágadhakönig Ajátasattu, der Sohn der Vedehí, hat wirklich sein viergliedriges Heer gerüstet und ist gegen mich vorgerückt bis nach Kásí.

 

3. Da nun rüstete der König Pasenadi, der Kosala, sein viergliedriges Heer und rückte dem Mágadhakönig Ajátasattu, dem Sohn der Vedehí, entgegen bis nach Kasí.

 

4. Da nun lieferten sich der Mágadhakönig Ajátasattu, der Sohn der Vedehí, und der König Pasenadi, der Kosala, eine Schlacht. In dieser Schlacht aber besiegte der König Pasenadi, der Kosala, den Mágadhakönig Ajátasattu, den Sohn der Vedehí, und nahm ihn lebendig gefangen.

 

5. Da nun dachte der Konig Pasenadi, der Kosala, also: "Obwohl ich ihm nie ein Leid zufügte, fügt der Mágadhakönig Ajátasattu, der Sohn der Vedehí, mir Leid zu. Aber er ist doch mein Schwestersohn. *f340) Wie wäre es, wenn ich jetzt dem Mágadhakönig Ajátasattu, dem Sohn der Vedehí, seine ganze Truppe Elefanten wegnähme, seine ganze Truppe Pferde wegnähme, seine ganze Truppe Wagen wegnähme, Seine ganze Truppe Fußsoldaten wegnähme *f341) und ihn selber lebendig entließe?"

 

6. Da nun nahm der König Pasenadi, der Kosala, dem Mágadhakönig Ajátasattu, dem Sohn der Vedehí, Seine ganze Truppe Elefanten weg, nahm ihm seine ganze Truppe Pferde weg, nahm ihm seine ganze Truppe Wagen weg, nahm ihm seine ganze Truppe Fußsoldaten weg, und entließ ihn selber lebendig.

 

7. Da nun kleideten sich zahlreiche Bikkhus zur Vormittagszeit an, nahmen Almosenschale und Obergewand und gingen, Almosen zu sammeln, nach Sávatthí. Nachdem sie in Sávatthí ihren Almosengang beendigt hatten, begaben sie sich nach der Mahlzeit, vom Almosengang zurückgekehrt, dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem sie sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfurchtsvoll begrüßt hatten, setzten sie sich zur Seite nieder zur Seite sitzend sprachen dann die Bhikkus zu dem Erhabenen also:

 

8. "Da hat jetzt, Herr, der Mágadhakönig Ajátasattu, der Sohn der Vedehí, sein viergliedliges Heer gerüstet und ist gegen den König Pasenadi, den Kosala, vorgerückt bis Kásí. Da nun hat, Herr, der König Pasenadi, der Kosala, gehört: der Mágadhakönig Ajátasattu, der Sohn der Vedehí, hat wirklich sein viergliedriges Heer gerüstet und ist gegen mich vorgerückt bis Kásí. Da nun hat, Herr, der König Pasenadi, der Kosala, sein viergliedriges Heer gerüstet und ist dem Mágadhakönig Ajátasattu, dem Sohn der Vedehí, entgegen gerückt bis Kásí. Da nun haben sich, Herr, der Mágadhakönig Ajátasattu, der Sohn der Vedehí, und der König Pasenadi, der Kosala, eine Schlacht geliefert. In dieser Schlacht aber hat der König Pasenadi, der Kosala, den Mágadhakönig Ajátasattu, den Sohn der Vedehí besiegt und ihn lebendig gefangen genommen. Da nun hat, Herr, der König Pasenadi, der Kosala, also gedacht: 'Obwohl ich ihm nie ein Leid zufügte, fügt der Mágadhakönig Ajátasattu, der Sohn der Vedehí, mir Leid zu. Aber er ist doch mein Schwestersohn. Wie wäre es, wenn ich jetzt dem Mágadhakönig Ajátasattu, dem Sohn der Vedehí, seine ganze Truppe Elefanten wegnähme, seine ganze Truppe Pferde wegnähme, seine ganze Truppe Wagen wegnähme, seine ganze Truppe Fußsoldaten wegnähme und ihn selber lebendig entließe? Da nun hat, Herr, der König Pasenadi, der Kosala, dem Mágadhakönig Ajátasattu, dem Sohn der Vedehí, seine ganze Truppe Elefanten weggenommen, seine ganze Truppe Pferde weggenommen, seine ganze Truppe Wagen weggenommen, seine ganze Truppe Fußsoldaten weggenommen und ihn selber lebendig entlassen."

 

9. Da nun sprach der Erhabene, wie er die Sache zur Kenntnis nahm, bei dieser Gelegenheit die folgende Strophe:

 

"Es raubt ein Mann, soviel ihm behagt;

Wenn dann andere rauben, so raubt der Beraubte mit;

Denn das ist eine Gelegenheit, denkt der Tor,

solange seine Sünde noch nicht reifte. *f342)

Wenn aber die Sünde reift, dann gerät der Tor ins Unheil.

Der Mörder wird Herr über den Mörder, über den Sieger wird Herr der siegt,

Über den Verleumder der, der verleumdet, der den Zornigen der Zürner.

Durch Umkehrung des Tuns raubt der vorher beraubte. *f343)

 




*f340) Demnach wäre die Vedehí, die Mutter des Ajátasattu, eine Schwester des Pasenadi gewesen.



*f341) Es sind das die vier Glieder oder Bestandteile des indischen Heeres, der caturanginí sená.



*f342) P. paccati, d.h. trägt Frucht, bringt ihren Lohn, bezw. ihre Strafe.



*f343) Der Gedanke ist dieser: in den Gewalttaten ist ein ewiger Kreislauf. Der eine besiegt oder beraubt oder mordet, zu andrer Zeit wird er von dem, den er besiegt usw. hat, selber besiegt, beraubt, gemordet. Der Buddha spielt darauf an, daß zuerst Ajátasattu den Pasenadi besiegt hat und dann von diesem besiegt worden ist.




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