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S.3.15. Krieg
1.
Da nun hatte der Mágadhakönig Ajátasattu, der Sohn der Vedehí, sein
viergliedriges Heer gerüstet und war gegen den König Pasenadi, den Kosala,
vorgerückt bis nach Kásí.
2.
Da hörte der König Pasenadi, der Kosala: der Mágadhakönig Ajátasattu, der Sohn
der Vedehí, hat wirklich sein viergliedriges Heer gerüstet und ist gegen mich
vorgerückt bis nach Kásí.
3.
Da nun rüstete der König Pasenadi, der Kosala, sein viergliedriges Heer und
rückte dem Mágadhakönig Ajátasattu, dem Sohn der Vedehí, entgegen bis nach
Kasí.
4.
Da nun lieferten sich der Mágadhakönig Ajátasattu, der Sohn der Vedehí, und der
König Pasenadi, der Kosala, eine Schlacht. In dieser Schlacht aber besiegte der
König Pasenadi, der Kosala, den Mágadhakönig Ajátasattu, den Sohn der Vedehí,
und nahm ihn lebendig gefangen.
5.
Da nun dachte der Konig Pasenadi, der Kosala, also: "Obwohl ich ihm nie
ein Leid zufügte, fügt der Mágadhakönig Ajátasattu, der Sohn der Vedehí, mir
Leid zu. Aber er ist doch mein Schwestersohn. *f340) Wie wäre es, wenn
ich jetzt dem Mágadhakönig Ajátasattu, dem Sohn der Vedehí, seine ganze Truppe
Elefanten wegnähme, seine ganze Truppe Pferde wegnähme, seine ganze Truppe
Wagen wegnähme, Seine ganze Truppe Fußsoldaten wegnähme *f341) und ihn
selber lebendig entließe?"
6.
Da nun nahm der König Pasenadi, der Kosala, dem Mágadhakönig Ajátasattu, dem
Sohn der Vedehí, Seine ganze Truppe Elefanten weg, nahm ihm seine ganze Truppe
Pferde weg, nahm ihm seine ganze Truppe Wagen weg, nahm ihm seine ganze Truppe
Fußsoldaten weg, und entließ ihn selber lebendig.
7.
Da nun kleideten sich zahlreiche Bikkhus zur Vormittagszeit an, nahmen
Almosenschale und Obergewand und gingen, Almosen zu sammeln, nach Sávatthí.
Nachdem sie in Sávatthí ihren Almosengang beendigt hatten, begaben sie sich
nach der Mahlzeit, vom Almosengang zurückgekehrt, dorthin, wo sich der Erhabene
befand. Nachdem sie sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfurchtsvoll
begrüßt hatten, setzten sie sich zur Seite nieder zur Seite sitzend sprachen
dann die Bhikkus zu dem Erhabenen also:
8.
"Da hat jetzt, Herr, der Mágadhakönig Ajátasattu, der Sohn der Vedehí,
sein viergliedliges Heer gerüstet und ist gegen den König Pasenadi, den Kosala,
vorgerückt bis Kásí. Da nun hat, Herr, der König Pasenadi, der Kosala, gehört:
der Mágadhakönig Ajátasattu, der Sohn der Vedehí, hat wirklich sein
viergliedriges Heer gerüstet und ist gegen mich vorgerückt bis Kásí. Da nun
hat, Herr, der König Pasenadi, der Kosala, sein viergliedriges Heer gerüstet
und ist dem Mágadhakönig Ajátasattu, dem Sohn der Vedehí, entgegen gerückt bis
Kásí. Da nun haben sich, Herr, der Mágadhakönig Ajátasattu, der Sohn der
Vedehí, und der König Pasenadi, der Kosala, eine Schlacht geliefert. In dieser
Schlacht aber hat der König Pasenadi, der Kosala, den Mágadhakönig Ajátasattu,
den Sohn der Vedehí besiegt und ihn lebendig gefangen genommen. Da nun hat,
Herr, der König Pasenadi, der Kosala, also gedacht: 'Obwohl ich ihm nie ein
Leid zufügte, fügt der Mágadhakönig Ajátasattu, der Sohn der Vedehí, mir Leid
zu. Aber er ist doch mein Schwestersohn. Wie wäre es, wenn ich jetzt dem
Mágadhakönig Ajátasattu, dem Sohn der Vedehí, seine ganze Truppe Elefanten
wegnähme, seine ganze Truppe Pferde wegnähme, seine ganze Truppe Wagen
wegnähme, seine ganze Truppe Fußsoldaten wegnähme und ihn selber lebendig
entließe? Da nun hat, Herr, der König Pasenadi, der Kosala, dem Mágadhakönig
Ajátasattu, dem Sohn der Vedehí, seine ganze Truppe Elefanten weggenommen,
seine ganze Truppe Pferde weggenommen, seine ganze Truppe Wagen weggenommen,
seine ganze Truppe Fußsoldaten weggenommen und ihn selber lebendig
entlassen."
9.
Da nun sprach der Erhabene, wie er die Sache zur Kenntnis nahm, bei dieser
Gelegenheit die folgende Strophe:
"Es
raubt ein Mann, soviel ihm behagt;
Wenn
dann andere rauben, so raubt der Beraubte mit;
Denn
das ist eine Gelegenheit, denkt der Tor,
solange
seine Sünde noch nicht reifte. *f342)
Wenn
aber die Sünde reift, dann gerät der Tor ins Unheil.
Der
Mörder wird Herr über den Mörder, über den Sieger wird Herr der siegt,
Über
den Verleumder der, der verleumdet, der den Zornigen der Zürner.
Durch
Umkehrung des Tuns raubt der vorher beraubte. *f343)
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