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S.3.18. Unermüdlichkeit (2)
1.
Ort der Begebenheit: Sávatthí.
2.
Er setzte sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend sprach dann der König
Pasenadi, der Kosala, zu dem Erhabenen also:
3.
"Da ist mir, Herr, wie ich ganz in der Stille in einsame Meditation
vertieft war, der folgende erwägende Gedanke gekommen: Wohl verkündet ist von
dem Erhabenen die Lehre, aber (nur) für den Freund der Guten *f349),
für den Gesellen der Guten, für den Genossen der Guten, nicht für den Freund
der Bösen, nicht für den Gesellen der Bösen, nicht für den Genossen der Bösen.
4. "So
ist das, o Großkönigl So ist das, o Großkönig! Wohl verkündet ist von mir die
Lehre, aber (nur) für den Freund der Guten, für den Gesellen der Guten, für den
Genossen der Guten; nicht für den Freund der Bösen, für den Gesellen der Bösen,
für den Genossen der Bösen.
5.
Da verweilte ich einstmals, o Großkönig, im Gebiete der Sakkas in einem
Marktflecken der Sakyas.
Da
nun, o Großkönig, begab sich der Bhikkhu Ananda dorthin, wo ich mich befand.
Nachdem er sich dorthin begeben und mich ehrfurchtsvoll begrüßt hatte, setzte
er sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend, o Großkönig, sprach dann zu mir
der Bhikkhu Ananda also: 'die Hälfte des heiligen Wandels besteht in der
Freundschaft der Guten, in der Gesellschaft der Guten, in der Genossenschaft
der Guten. *f350)
6.
Auf dieses Wort hin, o Großkönig, sprach ich zu dem Bhikkhu Ananda also: 'Nicht
so, Ananda; nicht so, Ananda! Der gesamte heilige Wandel besteht in der
Freundschaft der Guten, in der Gesellschaft der Guten, in der Genossenschaft
der Guten. Von einem Bhikkhu, o Ananda, der ein Freund der Guten ist, ist zu
erwarten, daß er einem Freund der Guten, einem Gesellen der Guten, einem
Genossen der Guten den edlen achtgliedrigen Pfad vervollkommnen, den edlen
achtgliedrigen Pfad erweitern wird. *f351)
7.
Und wie, Ananda, erweitert ein Bhikkhu, der ein Freund der Guten ist, ein
Geselle der Guten, ein Genosse der Guten, den edlen achtgliedrigen Pfad?
8.
Da vervollkommnet, Ananda, der Bhikkhu die rechte Anschauung, die auf
Absonderung beruht, auf Gleichgültigkeit beruht, auf Aufhebung beruht, in der
(Abstoßung) *f352) endigt. Er vervollkommnet das rechte Wollen. Er
vervollkommnet das rechte Reden. Er vervollkommnet das rechte Tun. Er
vervollkommnet die rechte Lebensführung. Er vervollkommnet das rechte
Sichbemühen. Er vervollkommnet das rechte Sichbesinnen. Er vervollkommnet die
rechte geistige Sammlung, die auf Absonderung beruht, auf Gleichgültigkeit
beruht, auf Aufhebung beruht, in der Abstoßung endigt. Auf diese Weise, Ananda,
vervollkommnet ein Bhikkhu, der ein Freund der Guten ist, ein Geselle der
Guten, ein Genosse der Guten, den edlen achtgliedrigen Pfad, erweitert er den
edlen achtgliedrigen Pfad.
9.
Und in diesem Sinne, Ananda, mußt du das auch verstehen, daß der gesamte
heilige Wandel besteht in der Freundschaft der Guten, in der Gesellschaft der
Guten, in der Genossenschaft der Guten.
10.
Denn wenn sie, Ananda, zu mir als dem Freund der Guten kommen, werden die
Wesen, die dem Gesetz der Geburt unterworfen sind, von der Geburt erlöst; die
Wesen die dem Gesetz des Alters unterworfen sind, werden vom Alter erlöst; die
Wesen, die dem Gesetz der Krankheit unterworfen sind, werden von der Krankheit
erlöst; die Wesen, die dem Gesetz des Sterbens unterworfen sind, werden vom
Sterben erlöst; die Wesen, die dem Gesetz des Schmerzes, des Kummers, des
Leides, der Betrübnis und der Verzweiflung unterworfen sind, werden von
Schmerz, Kummer, Leid, Betrübnis und Verzweiflung erlöst. In diesem Sinne,
Ananda, mußt du das verstehen, daß der gesamte heilige Wandel besteht in der
Freundschaft der Guten, in der Gesellschaft der Guten, in der Genossenschaft
der Guten.'
11.
Darum mußt du, o Großkönig, hier dich also schulen: ich will ein Freund der
Guten, ein Geselle der Guten, ein Genosse der Guten werden. So ja mußt du, o
Großkönig, dich schulen. Als Freund der Guten, als Geselle der Guten, als
Genosse der Guten mußt du an dieser einen Eigenschaft festhalten: an der
Unermüdlichkeit in guten Dingen.
12.
Wenn du unermüdlich, o Großkönig, an der Unermüdlichkeit festhältst, werden die
Frauen an deinem Hof also denken: Der König hält unermüdlich an der
Unermüdlichkeit fest; wohlan, wollen auch wir unermüdlich an der
Unermüdlichkeit festhalten.
13.
Wenn du unermüdlich, o Großkönig, an der Unermüdlichkeit festhältst, werden die
dir dienstpflichtigen Edelleute *f353) also denken: Der König hält
unermüdlich an der Unermüdlichkeit fest; wohlan, wollen auch wir unermüdlich an
der Unermüdlichkeit festhalten.
14.
Wenn du unermüdlich, o Großkönig, an der Unermüdlichkeit festhältst, werden die
Leute in Stadt und Land also denken: Der König hält unermüdlich an der
Unermüdlichkeit fest; wohlan, wollen auch wir unermüdlich an der
Unermüdlichkeit festhalten.
15.
Wenn du unermüdlich, o Großkönig, an der Unermüdlichkeit festhältst, wird dein
eigenes Selbst behütet und beschirmt sein, werden die Frauen am Hofe behütet
und beschirmt sein, werden Schatzkammer und Vorratshaus behütet und beschirmt
sein."
16.
"Zusammen
rnit dem, der nach besonderen, fortlaufenden Genüssen verlangt,
Rühmen
die Weisen die Unermüdlichkeit bei verdienstvollen Handlungen.
Der
Weise, der unermüdlich ist, erlangt beiderlei Segen:
Segen
im gegenwärtigen Leben und Segen für sein künftiges Dasein.
Weil
er den Segen gewinnt, darum heißt der Ausdauernde ein Weiser."
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