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S.3.20. Ohne Erben (2)
Übersetzt (außer von
Mrs. Rhys Davids) von H.C. Warren, Buddhism in Translations, S. 226ff., und von
K. Seidenstücker, Páli-Buddhismus in Übersetzungen S. 52ff. Die in unserem
Sutta erzählte Geschichte findet sich auch in der Dhammapadatthakathá v. 77f.
1.
Da nun begab sich der König Pasenadi, der Kosala, mitten am Tage dorthin, wo
sich der Erhabene befand. Nachdem er sich dorthin begeben und den Erhabenen
ehrfurchtsvoll begrüßt hatte, setzte er sich zur Seite nieder. Zu dem zur Seite
sitzenden König Pasenadi, dem Kosala, sprach da der Erhabene also: "Ei,
warum denn kommst du, o Großkönig, mitten am Tage?
2.
"Da ist, Herr, in Sávatthí ein Gildemeister und Hausherr gestorben. Ich
komme, nachdem ich eben sein Besitztum, für das kein Erbe da ist, in den
Königspalast habe verbringen lassen. Es waren, Herr, achtzig mal hunderttausend
an Gold. Was soll ich vom Silber sagen? Und dabei war, Herr, das Essen, das der
Gildemeister und Hausherr genoß, solches: Reis mit der Hülse und sauere Grütze
dazu. Und die Kleidung, die er anlegte, war solche: er pflegte ein Hanfgewand
zu tragen, das aus drei Stücken zusammen geflickt war. Und das Fuhrwerk, dessen
er sich bediente, war solches: er pflegte in einem schadhaften Wagen zu fahren,
über den ein Blätterschirm gehalten wurde."
3.
"So ist das, o Großkönig! so ist das, o Großkönig! In früherer Zeit
einmal, o Großkönig, versah der Gildemeister und Hausherr einen Einzelbuddha
*f359) namens Tagarasikkhin mit Almosenspeise. Er sprach: Gebt dem
Samana Almosenspeise; dann erhob er sich von seinem Sitze und ging weg. Später
aber bereute er es, daß er (das Almosen) gegeben: besser wäre es, die Sklaven
und Arbeitsleute äßen die Almosenspeise. Er brachte aber auch seines Bruders
einzigen Sohn wegen seines Besitztumes ums Leben. *f360)
4.
Weil nun, o Großkönig, der Gildemeister und Hausherr den Einzelbuddha
Tagarasikkhin mit Almosenspeise versehen hat, wurde er infolge dieser Handlung
siebenmal zu glücklicher Existenz in der Himmelswelt wiedergeboren, und vermöge
des Restes, der von den Folgen dieser Handlung blieb, übte er hier in Sávatthí
siebenmal die Würde eines Gildemeisters aus.
5.
Weil nun aber, o Großkönig, der Gildemeister und Hausherr es später bereute,
daß er (Almosen) gegeben: besser wäre es, die Sklaven und Arbeitsleute äßen die
Almosenspeise, neigt infolge dieser Handlung sein Herz nicht zu besonderem
Genuß im Essen; sein Herz neigt nicht zu besonderem Genuß in der Kleidung; sein
Herz neigt nicht zu besonderem Genuß in Bezug auf das Fuhrwerk; sein Herz neigt
nicht zu besonderem Genuß der fünf Arten sinnlicher Freuden. *f361)
6.
Weil nun aber, o Großkönig der Gildemeister und Hausherr, seines Bruders
einzigen Sohn wegen seines Besitztums ums Leben gebracht hat, mußte er infolge
dieser Handlung viele Jahre, viele Jahrhunderte, viele Jahrtausende, viele
Jahrhunderttausende in der Hölle braten. Vermöge des Restes, der von den Folgen
dieser Handlung blieb, führt man hier zum siebenten mal sein Besitztum, für das
kein Erbe da ist, in die Schatzkammer des Königs über. Das alte Verdienst, o
Großkönig, des Gildemeisters und Hausherrn ist aufgebraucht und neues Verdienst
ist nicht angesammelt. Jetzt aber, o Großkönig, muß der Gildemeister und
Hausherr in der Mahároruva-Hölle braten."
7.
"So ist also, Herr, der Gildemeister und Hausherr in der Mahároruva-Hölle
wiedergeboren?"
8.
"Ja, o Großkönig, der Gildemeister und Hausherr ist in der
Mahároruva-Hölle wiedergeboren."
9.
"Geldeswert
und Geld, Silber und Gold,
Oder
was es sonst noch an Besitztum gibt;
Sklaven,
Arbeitsleute, Handwerker, die von ihnen leben:
Nichts
von alle dem mitnehmend, alles von sich werfend,
müssen
die Scheidenden dahin gehen.
10.
Was
man körperlich tut und mit Worten oder Gedanken,
Das
ist sein Eigentum, und das nimmt er mit beim Scheiden,
Und
das folgt ihm nach wie ein Schatten, der ihn nie verläßt.
11.
Darum
soll man Gutes tun als Vorrat für ein künftiges, Dasein,
Verdienstliche
Werke werden in der anderen Welt
zu
einem festen Halt für die Lebewesen."
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