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S.3.24. Bogenschützenkunst
Im Kommentar I.192.16
ff. wird erzählt, daß nach der Erlangung der höchsten Erkenntnis durch den
Buddha das Gerücht sich verbreitet, er habe die Leute aufgefordert, von nun an
nur ihm und seinen Schülern Almosen zu geben, den Anhängern anderer Schulen
aber es zu verweigern. Pasenadi schenkt dem Gerücht keinen Glauben und gibt dem
Buddha Gelegenheit in einer öffentlichen Versammlung, zu der die Lehrer der
verschiedensten Schulen geladen sind, das Gerede selber zu widerlegen.
1.
Ort der Begebenheit: Sávatthí.
2.
Zur Seite sitzend sprach da der König Pasenadi, der Kosala, zu dem Erhabenen
also: "Wann ist denn, Herr, Almosen zu geben?"
3.
"Wann das Herz, o Großkönig, daran Freude hat."
4.
"Wann nun, Herr, trägt das Gegebene reiche Frucht?"
5.
"Etwas anderes, o Großkönig, ist dies: 'wann ist Almosen zu geben?' und
etwas anderes wieder dies: 'wann trägt das Gegebene reiche Frucht?' Was einem,
der sittliche Zucht übt, gegeben wurde, o Großkönig, trägt reiche Frucht, nicht
ist es so bei einem Unsittlichen. So will ich denn, o Großkönig, an dich hier
ebenfalls eine Frage richten; wie es dir beliebt, so magst du darauf Antwort
geben.
6.
Was denkst du davon, o Großkönig? Es stünde dir (nehmen wir an) ein Krieg
bevor, das Heer wäre zusammen gezogen. Da käme ein junger Edelmann, nicht
geschult, nicht geschickt, nicht geübt, nicht ausgelernt, furchtsam, zitterig,
ängstlich, feige. Würdest du den Mann in deinen Dienst nehmen, *f371)
kannst du einen solchen Mann brauchen?"
7.
"Ich würde diesen Mann, Herr, nicht in meinen Vienst nehmen, ich kann
einen solchen Mann nicht brauchen."
8.
"Oder es käme zu dir ein junger Bráhmane... ein junger Vessa... ein junger
Sudda, *f372) nicht geschult, nicht geschickt, nicht geübt, nicht
ausgelernt, furchtsam, zitterig, ängstlich, feige. Würdest du den Mann in
deinen Dienst nehmen, kannst du einen solchen Mann brauchen?" - "Ich
würde diesen Mann, Herr, nicht in meinen Dienst nehmen, ich kann einen solchen
Mann nicht brauchen."
9.
"Was denkst du davon, o Großkönig? Es stünde dir (nehmen wir an) ein Krieg
bevor, das Heer wäre zusammen gezogen. Da käme ein junger Edelmann, geschult,
geschickt, geübt, ausgelernt, nicht furchtsam, nicht zitterig, nicht ängstlich,
nicht feige. Würdest du den Mann in deinen Dienst nehmen, kannst du einen
solchen Mann brauchen?"
10.
"Ich würde diesen Mann, Herr, in meinen Dienst nehmen, ich kann einen
solchen Mann brauchen."
11.
"Oder es käme zu dir ein junger Bráhmane... ein junger Vessa.... ein
junger Sudda, geschult, geschickt, geübt, ausgelernt, nicht furchtsam, nicht
zitterig, nicht ängstlich, nicht feige. Würdest du den Mann in deinen Dienst
nehmen, kannst du einen solchen Mann brauchen?"
12.
"Ich würde diesen Mann, Herr, in meinen Dienst nehmen, ich kann einen
solchen Mann brauchen."
13.
"Ganz ebenso nun, o Großkönig, aus welcher Familie jemand aus dem
häuslichen in das hauslose Leben übergetreten ist, und er ist einer, bei dem
fünf Eigenschaften geschwunden sind, und der mit fünf Eigenschaften
ausgestattet ist, - was einem solchen gegeben ist, das trägt reiche Frucht.
14.
Welche fünf Eigenschaften sind geschwunden?
Diese
fünf Eigenschaften sind geschwunden.
15.
Mit welchen fünf Eigenschaften ist er ausgestattet?
Mit allem was zum Begriff der sittlichen Zucht gehört bei einem,
der nicht mehr der Schulung bedarf, ist er ausgestattet.
*f373)
Mit allem, was zum Begriff der geistigen Sammlung gehört bei einem,
der nicht mehr der Schulung bedarf, ist er ausgestattet.
Mit allem, was zum Begriff der Erkenntnis gehört bei einem, der
nicht mehr der Schulung bedarf, ist er ausgestattet.
Mit allem, was zum Begriff der Erlösung gehört bei einem, der nicht
mehr der Schulung bedarf, ist er ausgestattet.
Mit allem, was zum Begriff des wissenden Schauens der Erlösung
gehört bei einem, der nicht mehr der Schulung bedarf, ist er ausgestattet.
16.
Was einem, bei dem so fünf Eigenschaften geschwunden sind, und der mit fünf
Eigenschaften ausgestattet ist, gegeben ist, das trägt reiche Frucht."
17.
Also sprach der Erhabene, und nachdem der Führer auf dem Heilspfad also
gesprochen, verkündete der Meister noch folgendes:
"Bei
welchem jungen Manne Bogenschützenkunst,
Kraft
und Mannhaftigkeit sich findet,
Den
wird der König, der Krieg führen will, in seinen Dienst nehmen,
nicht
aber einen Feigling bloß wegen seiner Herkunft.
Ebenso
wird, wenn bei einem die Eigenschaften Geduld und Güte eingewurzelt sind,
Der
Einsichtige einen solchen, der von edler Art ist,
auch
wenn er von niedriger Abkunft ist, durch Gaben ehren.
Er
wird anmutige Einsiedeleien errichten
und
die wohl unterrichteten (Mönche dort) wohnen lassen;
Zisternen
wird er in wasserloser Wildnis anlegen lassen
und
Wege im ungangbaren Gelände.
Speise,
Trank, Eßbares, Kleider und Betten
Wird
er den Rechtschaffenen geben mit glaubensfrohem Herzen.
Denn
wie eine donnernde Wolke, der blitzbekränzte hundertkräftige Gott,
Hochland
und Tiefland füllt, die Erde beregnend,
Ebenso
wird der gläubige Hörer, Speise zubereitend
Die
Bettelmönche erquicken mit Speise und Trank, der Kluge.
Freude
bereitend, teilt er aus, 'gebt Almosen, gebt Almosen!' spricht er.
Denn
dies ist sein Donnerwort, wie (der Donner) des Regen spendenden Gottes:
Diese
reiche Flut seiner verdienstlichen Werke überstömt den Geber."
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