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Samyutta Nikáya

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  • 4. Mára-Samyutta - Vom Mára
    • 1-10 Pathama vagga - Erster Abschnitt
      • S.4.6. Die Schlange
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S.4.6. Die Schlange

 

1. Also habe ich vernommen.

Einstmals weilte der Erhabene in Rájagaha im Bambushain, im Kalandakanivápa.

 

2. Zu jener Zeit aber saß der Erhabene in Nacht, Dunkel und Finsternis im Freien, und der Himmel ließ ununterbrochen regnen.

 

3. Da nun nahm Mára, der Böse, in dem Wunsch, bei dem Erhabenen Angst, Zittern, Hautschaudern hervorzurufen, die Gestalt eines großen Schlangenkönigs an und begab sich dorthin, wo sich der Erhabene befand.

 

4. Wie ein großes Boot aus einem einzigen Baumstamm, so war sein Körper. Wie eine Branntweinseihe, *f394) so war seine Haube. Wie Erzgefäße aus dem Kosalalande, so waren seine Augen. Wie wenn bei regensprühendem Himmel die Blitze hervorzucken, so zuckte aus seinem Rachen die Zunge hervor. Wie der Lärm eines fauchenden Schmiedeblasebalgs, so war der Lärm bei seinem Ein- und Ausatmen.

 

5. Aber der Erhabene wußte, daß das Mára, der Böse, sei und er redete Mára, den Bösen, mit den Strophen an:

 

"Wer da verödete Häuser aufsucht,

Heil ihm, dem sebstbeherrschten Weisen.

Aufgebend (die Welt) gehe er dorthin;

Denn das ist passend für einen von solcher Art.

Viele wilde Tiere, viele Ungeheuer, *f395)

Und viele Stechfliegen und Schlangen:

Nicht wird da auch nur ein Haar sich sträuben lassen *f396)

Der große Weise, der in dem verödeten Hause weilt.

Mag der Himmel bersten, die Erde ins Wanken geraten, *f397)

Und mögen auch alle die Lebewesen sich ängstigen;

Und wenn sie auch einen Spieß gegen ihre Brust gerichtet sehen: *f398)

Ihre Lebensgüter schützen die Erleuchteten nicht." *f399)

 

6. Da merkte Mára, der Böse: es kennt mich der Erhabene, es kennt mich der Führer auf dem Heilspfad, und verschwand auf der Stelle leidvoll und betrübt.


 




*f394) P. sondikákilañja (oder -jam). Der Komm. I. 203.1 erklärt das Wort durch surákárakánam píthapattharanakilañjam. Was kaum richtig ist (anders Mrs. Rhys Davids, I. 133, N.2). Das Wort begegnet uns auch Majjhima I. 228.33, 374.30. Dort ist von einem sondikákammakara die Rede, der sondikakilañjam, offenbar zum Zweck der Reinigung, im Wasser hin und her schwenkt. Gleich daraut heißt es dann vom sondikádhutta, dem Branntweingauner", daß er das gleiche mit einem vála tut. Es kann damit wohl nur ein Haarsieb gemeint sein. Es wird also wohl sondikakilañja etwas ähnliches sein, vermutlich eine als Seiher verwendete Matte oder ein Korb. Hierzu stimmt der Gebrauch von kilañja in Mahávamsa 34. 54. In die Löcher von k.'s, die über eine Lehmunterlage gebreitet sind, werden Lotosblumen gesteckt und diese dann zum Schmuck im Hofe einer Tope ausgebreitet, ihm das Aussehen eines Lotosteiches zu geben.



*f395) Es ist caraká bahú bheravá bahú zu lesen, und bheravá mit dem Komm. als Subst. zu fassen.



*f396) Iñjaye ist Opt. des Caus. "sich bewegen lassen", Subj. ist mahámuni.



*f397) Man lese nabham phaleyya pathaví caleyya. Die beiden Verba sind formell keine Causative, es müssen also die voranstehenden Nomina das zugehörige Subjekt sein.



*f398) Die Lesung der Textausgabe urasi pakampayeyyum ist sicher falsch. Ich halte mich an die des Komm. I. 204.3 urasikam passeyyum, wobei urasika ähnlich wie skr. urasya "in Brusthöhe befindlich" gebraucht ist.



*f399) P. upadhísu. Nach dem Komm. sind damit die khandhá gemeint. Über diese s. Bd.2, S.5, N.3, 132, N.2. Der Begriff umfaßt aber mehr (s. Bd.2, S. 149, N.3), nämlich alles, was dem Menschen das Leben lieb macht. Wtl. übersetzt lautete unsere Stelle: an den upadhi's bringen die Buddhas keine Schutzvorrichtung an.




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