|
S.4.22. Samiddhi
1.
Einstmals weilte der Erhabene im Gebiet der Sakkas, in Silávatí.
2.
Zu jener Zeit aber weilte der ehrwürdige Samiddhi *f437) unweit von dem
Erhabenen, unermüdlich, eifrig, mit entschlossener Seele.
3.
Da nun entstand in dem ehrwürdigen Samiddhi, wie er so ganz in der Stille
einsamer Meditation sich hingab, der folgende erwägende Gedanke: "Zum
Gewinn wahrlich gereicht es mir, ein großer Gewinn wahrlich ist es für mich,
daß mein Meister der Vollendete, der Vollkommen Erleuchtete ist. Zum Gewinn
wahrlich gereicht es mir, ein großer Gewinn wahrlich ist es für mich, daß ich
auf diese Weise in der wohl verkündeten Lehre und Regel *f438) die
Zeremonie der Weltabkehr vollzogen habe. Zum Gewinn wahrlich gereicht es mir,
ein großer Gewinn wahrlich ist es für mich, daß ich einen Gefährten im heiligen
Wandel habe, der sittlich ist und der guten Lehre anhängt;"
4.
Da nun erkannte Mára, der Böse, die erwägenden Gedanken im Herzen des
ehrwürdigen Samiddhi, und er begab sich dorthin, wo sich der ehrwürdige
Samiddhi befand. Nachdem er sich dorthin begeben hatte, erzeugte er unweit von
dem ehrwürdigen Samiddhi ein großes, furchtbar schreckliches Getöse. Auch die
Erde, meine ich, will bersten.
5.
Da nun begab sich der ehrwürdige Samiddhi dorthin, wo sich der Erhabene befand.
Nachdem er sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfurchtsvoll begrüßt hatte,
setzte er sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend sprach dann der ehrwürdige
Samiddhi zu dem Erhabenen also:
6.
"Da weilte ich jetzt, Herr, unweit von dem Erhabenen, unermüdlich, eifrig,
mit entschlossener Seele. Da nun entstand in mir, Herr, wie ich so ganz in der
Stille einsamer Meditation mich hingab, der folgende erwägende Gedanke: 'Zum
Gewinn wahrlich gereicht es mir, ein großer Gewinn wahrlich ist es für mich,
daß mein Meister der Vollendete, der Vollkommen Erleuchtete ist. Zum Gewinn
wahrlich gereicht es mir, ein großer Gewinn wahrlich ist es für mich, daß ich
auf diese Weise in der wohl verkündeten Lehre und Regel die Zeremonie der
Weltabkehr vollzogen habe. Zum Gewinn wahrlich gereicht es mir, ein großer
Gewinn wahrlich ist es für mich, daß ich einen Gefährten im heiligen Wandel
habe, der sittlich ist und der guten Lehre anhängt.' Da entstand, Herr, unweit
von mir, ein großes, furchtbar schreckliches Getöse. Auch die Erde, meine ich,
will bersten."
7.
"Da birst die Erde nicht, Samiddhi. Das war Mára, der Böse, der gekommen
ist, dich irre zu führen. Gehe du, Samiddhi, und weile am gleichen Platz
unermüdlich, eifrig, mit entschlossener Seele."
8.
"Ja, Herrl" erwiderte der ehrwürdige Samiddhi aufhorchend dem
Erhabenen, erhob sich von seinem Sitze, begrüßte den Erhabenen ehrfurchtsvoll,
umwandelte ihn unter Zukehrung der rechten Seite und ging weg.
9.
Zum zweiten mal nun weilte der ehrwürdige Samiddhi am gleichen Platze
unermüdlich, eifrig, mit entschlossener Seele. Zum zweiten Mal entstand da in
dem ehrwürdigen Samiddhi, wie er so ganz in der Stille einsamer Meditation sich
hingab, der folgende erwägende Gedanke: "Zum Gewinn wahrlich gereicht es
mir, ein großer Gewinn wahrlich ist es für mich, daß mein Meister der Vollendete,
der Vollkommen Erleuchtete ist usw. usw.(=3)... daß ich einen Gefährten im
heiligen Wandel habe, der sittlich ist und der guten Lehre anhängt." Zum
zweiten mal auch erkannte da Mára, der Böse, usw. usw. (= 4).... auch die Erde,
meine ich, will bersten.
10.
Da nun wußte Samiddhi, daß es Mára, der Böse, sei, und er redete Mára, den
Bösen, mit der Strophe an:
"Im
Glauben habe ich von der Welt mich abgekehrt,
aus
dem häuslichen Leben in die Hauslosigkeit.
Besonnenheit
und Erkenntnis sind mir erwacht, mein Denken ist wohl gesammelt.
Bilde
du Formen nach Belieben, mich wirst du nicht verwirren."
11.
Da merkte Mára, der Böse: es kennt mich der Bhikkhu Samiddhi, und verschwand
auf der Stelle leidvoll und betrübt.
|