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S.6.2.
Verehrung
1.
Also habe ich vernommen.
Einstmals
weilte der Erhabene in Uruvela, am Ufer des Flusses Nerañjará, am Fuße des
Feigenbaumes des Ziegenhirten, eben erst zur vollkommenen Erleuchtung gelangt
(*1).
2.
Da nun entstand dem Erhabenen, der ganz in der Stille einsamer Meditation sich
hingab, der folgende erwägende Gedanke: "Übel ist es niemand zu haben, den
man verehrt und hoch hält (*2). An welchen Samana oder Bráhmana könnte
ich mich nun anschließen (*3), ihm dienend und ihn verehrend?
3.
Da nun kam dem Erhabenen dieser Gedanke: "Zur Erfüllung dessen, was noch
nicht erfüllt ist von dem, was zum Begriff der sittlichen Zucht gehört, möchte
ich an einen Samana oder Bráhmana mich anschließen. Aber ich sehe in der Welt
mit ihren Göttern, mit ihren Máras und mit ihren Brahmans, im Volke mit seinen
Samanas und Bráhmanas, mit seinen Göttern und Menschen keinen Samana oder
Bráhmana, der mehr als ich selber mit sittlicher Zucht ausgestattet wäre, daß
ich an ihn mich anschließen könnte, ihm dienend und ihn verehrend.
4-7.
Zur Erfüllung dessen, was noch nicht erfüllt ist von dem, was zum Begriff der
geistigen Sammlung gehört - zur Erfüllung dessen, was noch nicht erfüllt ist
von dem, was zum Begriff der Erkenntnis gehört, - zur Erfüllung dessen, was
noch nicht erfüllt ist von dem, was zum Begriff der Erlösung gehört - zur
Erfüllung dessen, was noch nicht erfüllt ist von dem, was zum Begriff des
wissenden Schauens der Erlösung gehört, möchte ich an einen Samana oder
Bráhmana mich anschließen, ihm dienend und ihn verehrend. Aber ich sehe in der
Welt mit ihren Göttern, mit ihren Máras und mit ihren Brahmans, im Volke mit
seinen Samanas und Bráhmanas, mit seinen Göttern und Menschen keinen Samana
oder Bráhmana, der mehr als ich selber mit wissendem Schauen der Erlösung
ausgestattet wäre, daß ich an ihn mich anschließen könnte, ihm dienend und ihn
verehrend (*4).
8.
Wie wäre es, wenn ich jetzt an die Wahrheit, die von mir durch Erleuchtung
erkannt worden ist, mich anschlösse, ihr dienend und sie verehrend (*5)?"
9.
Da nun verschwand der Brahman Sahampati, der in seinem Herzen die
Herzensbedenken des Erhabenen erkannte, so schnell, wie ein starker Mann den
eingebogenen Arm ausstreckt oder den ausgestreckten Arm einbiegt, in der
Brahmawelt und erschien vor dem Erhabenen.
10.
Da nun schlug der Brahman Sahampati seinen Mantel über die eine Schulter, ließ
sich mit dem rechten Knie auf den Boden nieder, und indem er in der Richtung,
wo der Erhabene war, die zusammengelegten Hände ausstreckte, sprach er zu dem
Erhabenen also:
11.
"So ist das, o Erhabener! So ist das, o Pfadführer! Die Vollendeten,
Vollkommen Erleuchteten, Herr, die es in der vergangenen Zeit gegeben hat, auch
diese Erhabenen haben an die Wahrheit sich angeschlossen, ihr dienend und sie
verehrend. Und auch die Vollendeten, Vollkommen Erleuchteten, Herr, die es in
Zukunft geben wird, auch diese Erhabenen werden an die Wahrheit sich
anschließen, ihr dienend und sie verehrend. Und auch jetzt möge der Erhabene,
Herr, der Vollendete, Vollkommen Erleuchtete an die Wahrheit sich anschließen,
ihr dienend, sie verehrend."
12.
Also sprach der Brahman Sahampati, und nachdem er so gesprochen, sprach er
weiter noch folgendes:
"Die
Vollkommen Erleuchteten der Vergangenheit und die Buddhas der Zukunft,
Wie
auch der Vollkommen Erleuchtete der Gegenwart,
der
den Kummer von vielen vernichtet,
Sie
alle waren immer Verehrer der guten Wahrheit und sind es immer
Und
werden es immer sein. Das ist Gesetzmäßigkeit für die Buddhas.
Darum
soll, wer nach seinem Heil Verlangen trägt, wer nach Größe strebt,
Die
gute Wahrheit verehren, der Lehre der Buddhas gedenkend."
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