Index | Wörter: alphabetisch - Frequenz - rückläufig - Länge - Statistik | Hilfe | IntraText-Bibliothek

Samyutta Nikáya

IntraText CT - Text

  • 7. Bráhmana-Samyutta - Von den Bráhmanas
    • 1 –10 Arahantavagga - Der Abschnitt von den Vollendeten
      • S.7.1. Dhanañjání
zurück - vor

Hier klicken um die Links zu den Konkordanzen auszublenden

7. Bráhmana-Samyutta - Von den Bráhmanas

1 –10 Arahantavagga - Der Abschnitt von den Vollendeten

 

S.7.1. Dhanañjání

 

Über den arahant, den Vollendeten, der auf der höchsten Stufe der Heilsentwickelung angelangt ist und im Besitz des Nirvana sich befindet s. Bd. 2, S. 68. Der Komm. I. 263.10-266.5 erzählt die Einzelheiten, die unserem Sutta zu grunde liegen sollen. Dhanañjání stammte aus einer besonders vornehmen Brahmanenfamilie, die nicht gleich den anderen aus dem Munde, sondern aus dem Schädel des Brahman hervorgegangen ist. Während nun ihr Gatte ein treuer Anhänger des brahmanischen Glaubens war und regelmäßig bedürftigen Brahmanen Almosenspende gab, hing sie gläubig an Buddha und pflegte die Bekenntnisformel "Verehrung dem Buddha, der Lehre, der Gemeinde", zu rezitieren. Als nun einmal ein Fest im Hause des Brahmanen vorbereitet wurde, suchte dieser sie teils in Güte, teils durch Drohungen zu dem Versprechen zu bewegen, daß sie das Fest nicht durch ein solches Bekenntnis störe. Da er nichts erreichte, überließ er alles ihrer Entscheidung. Mitten in der Bewirtung nun kam über Dhanañjání durch einen Zufall der Gedanke an den Meister und sie sprach mit gefalteten Händen die feierliche Formel. Die anwesenden Brahmanen gerieten in höchsten Zorn und verließen das Haus. Der Gastgeber überhäufte seine Frau mit Vorwürfen und begab sich zum Buddha, sich mit ihm auseinander zu setzen.

 

Die Brahmanin Dhanañjání wird auch im Majjhima Nr. 100 (= II. 209 f.) als Anhängerin des Buddha genannt, und ein Brahmane Dhanañjáni ebenda Nr.97 (= II. 184f).

 

1. Also habe ich vernommen.

Einstmals weilte der Erhabene in Rájagaha, im Bambushaine, im Kalandakanivápa.

 

2. Zu jener Zeit aber war die Brahmanin Dhanañjání, (die Gattin) eines Brahmanen aus der Familie Bháradvája gläubig zugetan dem Buddha und der Lehre und der Gemeinde

 

3. Da nun sprach die Brahmanin Dhanañjání, während sie dem Brahmanen aus der Familie Bháradvája die Mahlzeit auftrug, dreimal den feierlichen Spruch: "Verehrung dem Erhabenen, dem Vollendeten, dem Vollkommen Erleuchteten; Verehrung der Lehre; Verehrung der Gemeinde."

 

4. Auf dieses Wort hin sprach der Brahmane aus der Familie Bháradvája zu der Dhanañjání folgendes: "So pflegt dieses Schandweib bei jeder möglichen Gelegenheit den kahlköpfigen Samana zu preisen. Jetzt will ich aber einmal, du Schandweib, deinem Meister den Mund stopfen (*1)."

 

5. "Ich sehe, o Brahmane, in der Welt mit ihren Göttern, mit ihren Máras, mit ihren Brahmans, in dem Volke mit seinen Samanas und Bráhmanas niemanden, der dem Erhabenen, dem Vollendeten, dem Vollkommen Erleuchteten den Mund stopfen könnte. Geh' nur auch du hin, Brahmane; wenn du hingegangen bist, wirst du es erkennen."

 

6. Da nun begab sich der Brahmane aus der Familie Bháradvája zornig und mißmutig dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem er sich dorthin begeben hatte, begrüßte er sich mit dem Erhabenen, und nachdem er mit ihm die (üblichen) Begrüßungen und Höflichkeiten ausgetauscht (*2), setzte er sich zur Seite nieder.

 

7. Zur Seite sitzend redete dann der Brahmane aus dem Hause Bháradvája den Erhabenen mit der Strophe an:

 

"Was muß man abschneiden, um glücklich zu leben?

Was muß man abschneiden, um keinen Kummer zu leiden?

Was ist das einzige, dessen Vernichtung du billigst, o Gotama?"

 

8. (Der Erhabene:)

"Den Zorn muß man abschneiden, um glücklich zu leben;

den Zorn muß man abschneiden, um keinen Kummer zu leiden.

Die Vernichtung des Zornes, dessen Wurzel Gift

und dessen Gipfel süß ist, o Brahmane,

Preisen die Edlen; denn hat man ihn abgeschnitten,

leidet man keinen Kummer mehr (*3)."

 

9. Auf dieses Wort hin sprach der Brahmane aus der Familie Bháradvája zu dem Erhabenen also: "Wundervoll, Herr Gotama! Wundervoll, Herr Gotama ! Wie wenn man, Herr Gotama, etwas Umgestürztes aufrichtet oder etwas Verhülltes entschleiert, oder einem Verirrten den rechten Weg zeigt, oder in einen finsteren Raum eine Lampe bringt in der Absicht: es sollen die, die Augen haben, die Gegenstände sehen - ganz ebenso ist von dem Herrn Gotama durch mancherlei Erörterung die Wahrheit aufgeklärt worden. Darum nehme ich zu dem Herrn Gotama meine Zuflucht und zu der Lehre und zu der Gemeinde der Bhikkhus. Möge ich bei dem Herrn Gotama die Zeremonie der Weltabkehr und die der Aufnahme in die Gemeinschaft gewährt erhalten."

 

10. Es bekam auch der Brahmane aus der Familie Bháradvája bei dem Erhabenen die Zeremonie der Weltabkehr und die der Aufnahme in die Gemeinschaft gewährt.

 

11. Nachdem aber der ehrwürdige Bháradvája noch nicht lange in die Gemeinschaft aufgenommen war, da war er, der allein und einsam, unermüdlich, eifervoll, mit gesammelter Seele lebte, binnen kurzem schon an das höchste Ziel heiligen Wandels, um dessen willen Söhne aus gutem Hause völlig aus dem Heimleben übertreten in die Heimlosigkeit, durch eigenes Begreifen und Verwirklichen gelangt. Er wußte: Aufgehoben ist die Geburt; gelebt ist der heilige Wandel; vollbracht ist, was zu vollbringen war; nichts mehr habe ich fürderhin zu tun mit dem weltlichen Dasein.

 

12. Es war aber der ehrwürdige Bháradvája einer von den Vollendeten geworden.  

(




*1) Man lese satthuno (in 5: bhagavato) vádam árop -. Die Phrase bedeutet "in der Disputation zum Schweigen bringen".

(



*2) Der Komm. sagt: er ließ es sich nicht anmerken, wie zornig er war.

(



*3) Über diese Strophen s. oben 1. 71, S. 65.






zurück - vor

Index | Wörter: alphabetisch - Frequenz - rückläufig - Länge - Statistik | Hilfe | IntraText-Bibliothek

Best viewed with any browser at 800x600 or 768x1024 on Tablet PC
IntraText® (V89) - Some rights reserved by EuloTech SRL - 1996-2007. Content in this page is licensed under a Creative Commons License