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Samyutta Nikáya

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  • 7. Bráhmana-Samyutta - Von den Bráhmanas
    • 1 –10 Arahantavagga - Der Abschnitt von den Vollendeten
      • S.7.2. Schmähung
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S.7.2. Schmähung

 

1. Einstmals weilte der Erhabene in Rájagaha, im Bambushaine, im Kalandakanivápa.

 

2. Es hörte aber der Brahmane Akkosaka-Bháradvája (*1), daß der Brahmane aus der Familie Bháradvája bei dem Samana Gotama aus dem Heimleben in die Heimlosigkeit übergetreten sei.

 

3. Zornig und mißmutig begab er sich dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem er sich dorthin begeben hatte, schmähte und beschimpfte er den Erhabenen mit gemeinen, rohen Worten (*2).

 

4. Auf diese Worte hin sprach der Erhabene zu dem Brahmanen Akkosaka-Bháradvája also: "Was meinst du da, Brahmane? Kommen zu dir wohl auch Freunde und Amtsgenossen, fernere und nähere Verwandte (*3), Gäste?"

 

5. "Es kommen zu mir, Herr Gotama, wohl auch manchmal Freunde und Amtsgenossen, fernere und nähere Verwandte, Gäste."

 

6. "Was meinst du da, Brahmane? Wartest du ihnen auch Speisen auf zum Kauen, zum Essen, zum Kosten (*4)?"

 

7. "Ich warte ihnen, Herr Gotama, wohl auch manchmal Speisen auf zum Kauen, zum Essen, zum Kosten."

 

8. "Wenn sie aber, Brahmane, das nicht annehmen, auf wen fällt es dann zurück?"

 

9. "Wenn sie das, Herr Gotama, nicht annehmen, fällt es auf uns zurück."

 

10. "Ganz ebenso, Brahmane, wenn du uns; die wir nicht schmähen, schmähst - uns, die wir nicht schelten, schiltst - uns, die wir nicht schimpfen, beschimpfst -, und wir nehmen das von dir nicht an, dann fällt es auf dich zurück, Brahmane! - es fällt auf dich zurück, Brahmane! Wer, Brahmane, einen, der schmäht, wieder schmäht - einen, der schilt, wieder schilt - einen, der schimpft, wieder beschimpft - der, Brahmane, heißt einer, der (mit dem anderen) zusammen speist, mit ihm verkehrt. Wir aber speisen mit dir nicht zusammen, verkehren nicht mit dir: es fällt auf dich zurück, Brahmane! - es fällt auf dich zurück, Brahmane!"

 

11. "Den Herrn Gotama kennt die Gefolgschaft, die um den König ist, so: ein Vollendeter ist der Samana Gotama. Jetzt aber zürnt der Herr Gotama (*5)."

 

12. (Der Erhabene:)

"Woher sollte dem Zornlosen Zorn kommen, dem gebädigten, gelassen lebenden,

Der durch vollkommene Erkenntnis erlöst ist, dem befriedeten, Vollendeten?

Er ist für einen nur noch schlimmer, wenn man dem Erzürnten wieder zürnt;

Wer aber dem Erzürnten nicht wieder zürnt, der siegt im Kampfe,

wo schwer der Sieg zu erringen.

 

Für beider Segen, für den eigenen, wie für den des anderen wirkt

Wer, wenn er den andern erzürnt sieht, besonnen in Ruhe verharrt.

Ihn, der beiden Heilung brirngt (*6), sich selber und dem andern,

Halten für einen Toren nur die Leute, die unkundig sind der wahren Lehre."

 

13. Auf dieses Wort hin sprach der Brahmane Akkosaka-Bháradvája zu dem Erhabenen also: "Wundervoll, Herr Gotama! usw.... (= 1. 9). Darum nehme ich zu dem Herrn Gotama meine Zuflucht und zu der Lehre und zu der Gemeinde. Möge ich bei dem Herrn Gotama die Zeremonie der Weltabkehr und die der Aufnahme in die Gemeinschaft gewährt erhalten."

 

14. Es bekam auch der Brahmane Akkosaka-Bháradvája bei dem Erhabenen die Zeremonie der Weltabkehr und die der Aufnahme in die Gemeinschaft gewährt.

 

15. Nachdem aber der ehrwürdige Akkosaka-Bháradvája noch nicht lange in die Gemeinschaft aufgenommen war, da war er usw.... (= 1. 11). Er wußte: Aufgehoben ist die Geburt; gelebt ist der heilige Wandel; vollbracht ist, was zu vollbringen war; nichts mehr habe ich fürderhin zu tun mitdem weltlichen Dasein.

16. Es war aber der ehrwürdige Bháradvája einer von den Vollendeten geworden.  

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*1) D. h. "Schmäh-Bháradvája". Der Komm. I. 267.1 sagt, er habe diesen Namen von den Redaktoren des Kanons, den sangítikáraká, erhalten, um ihn von anderen Bháradvájas zu unterscheiden. Er soll der jüngere Bruder des im vorigen Sutta genannten Bh. gewesen sein und den Tathágata in hundert Strophen beschimpft haben.

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*2) Der Komm. zählt hier eine ganze Reihe von Schimpfwörtern auf, auch solche wie "du Esel", "du Kamel". Vgl. dazu Vinaya IV.7; Dhammapada-Komm. I. 211-2.

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*3) Es ist natürlich ñáti-sálohitá als Dvandva zu lesen. Das erste Wort scheint die angeheirateten Verwandten zu bezeichnen, das zweite bezeichnet die Blutsverwandten.

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*4) khándaniyam bhojaníyam sáyaníyam "was man kauen muß, schlürfen kann und (als Leckerbissen) kostet". Das dritte Wort gehört nicht etwa zu sayana "Lager", sondern zu sáyati, "schmeckt, kostet".

(



*5) Der Komm. I. 267.11 sagt, daß Bháradvája in den Worten des Erhabenen etwas wie einen Fluch sieht, wie die Weisen der Vorzeit ihn auszusprechen pflegten. Er glaubte also, daß Zorn den Buddha beherrsche.

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*6) Es ist tikicchantam tam zu lesen. Vgl. unten 11. 4. 14.






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