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S.7.2.
Schmähung
1.
Einstmals weilte der Erhabene in Rájagaha, im Bambushaine, im Kalandakanivápa.
2.
Es hörte aber der Brahmane Akkosaka-Bháradvája (*1), daß der Brahmane
aus der Familie Bháradvája bei dem Samana Gotama aus dem Heimleben in die
Heimlosigkeit übergetreten sei.
3.
Zornig und mißmutig begab er sich dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem
er sich dorthin begeben hatte, schmähte und beschimpfte er den Erhabenen mit
gemeinen, rohen Worten (*2).
4.
Auf diese Worte hin sprach der Erhabene zu dem Brahmanen Akkosaka-Bháradvája
also: "Was meinst du da, Brahmane? Kommen zu dir wohl auch Freunde und
Amtsgenossen, fernere und nähere Verwandte (*3), Gäste?"
5.
"Es kommen zu mir, Herr Gotama, wohl auch manchmal Freunde und
Amtsgenossen, fernere und nähere Verwandte, Gäste."
6.
"Was meinst du da, Brahmane? Wartest du ihnen auch Speisen auf zum Kauen,
zum Essen, zum Kosten (*4)?"
7.
"Ich warte ihnen, Herr Gotama, wohl auch manchmal Speisen auf zum Kauen,
zum Essen, zum Kosten."
8.
"Wenn sie aber, Brahmane, das nicht annehmen, auf wen fällt es dann
zurück?"
9.
"Wenn sie das, Herr Gotama, nicht annehmen, fällt es auf uns zurück."
10.
"Ganz ebenso, Brahmane, wenn du uns; die wir nicht schmähen, schmähst -
uns, die wir nicht schelten, schiltst - uns, die wir nicht schimpfen,
beschimpfst -, und wir nehmen das von dir nicht an, dann fällt es auf dich
zurück, Brahmane! - es fällt auf dich zurück, Brahmane! Wer, Brahmane, einen,
der schmäht, wieder schmäht - einen, der schilt, wieder schilt - einen, der
schimpft, wieder beschimpft - der, Brahmane, heißt einer, der (mit dem anderen)
zusammen speist, mit ihm verkehrt. Wir aber speisen mit dir nicht zusammen,
verkehren nicht mit dir: es fällt auf dich zurück, Brahmane! - es fällt auf
dich zurück, Brahmane!"
11.
"Den Herrn Gotama kennt die Gefolgschaft, die um den König ist, so: ein
Vollendeter ist der Samana Gotama. Jetzt aber zürnt der Herr Gotama
(*5)."
12.
(Der Erhabene:)
"Woher
sollte dem Zornlosen Zorn kommen, dem gebädigten, gelassen lebenden,
Der
durch vollkommene Erkenntnis erlöst ist, dem befriedeten, Vollendeten?
Er
ist für einen nur noch schlimmer, wenn man dem Erzürnten wieder zürnt;
Wer
aber dem Erzürnten nicht wieder zürnt, der siegt im Kampfe,
wo
schwer der Sieg zu erringen.
Für
beider Segen, für den eigenen, wie für den des anderen wirkt
Wer,
wenn er den andern erzürnt sieht, besonnen in Ruhe verharrt.
Ihn,
der beiden Heilung brirngt (*6), sich selber und dem andern,
Halten
für einen Toren nur die Leute, die unkundig sind der wahren Lehre."
13.
Auf dieses Wort hin sprach der Brahmane Akkosaka-Bháradvája zu dem Erhabenen
also: "Wundervoll, Herr Gotama! usw.... (= 1. 9). Darum nehme ich zu dem
Herrn Gotama meine Zuflucht und zu der Lehre und zu der Gemeinde. Möge ich bei
dem Herrn Gotama die Zeremonie der Weltabkehr und die der Aufnahme in die
Gemeinschaft gewährt erhalten."
14.
Es bekam auch der Brahmane Akkosaka-Bháradvája bei dem Erhabenen die Zeremonie
der Weltabkehr und die der Aufnahme in die Gemeinschaft gewährt.
15.
Nachdem aber der ehrwürdige Akkosaka-Bháradvája noch nicht lange in die
Gemeinschaft aufgenommen war, da war er usw.... (= 1. 11). Er wußte: Aufgehoben
ist die Geburt; gelebt ist der heilige Wandel; vollbracht ist, was zu
vollbringen war; nichts mehr habe ich fürderhin zu tun mitdem weltlichen
Dasein.
16.
Es war aber der ehrwürdige Bháradvája einer von den Vollendeten geworden.
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