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Samyutta Nikáya

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  • 7. Bráhmana-Samyutta - Von den Bráhmanas
    • 1 –10 Arahantavagga - Der Abschnitt von den Vollendeten
      • S.7.10. Mit vielen Töchtern
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S.7.10. Mit vielen Töchtern

 

1. Einstmals weilte der Erhabene im Lande der Kosala, in einem Haine.

 

2. Zu jener Zeit nun waren einem Brahmanen aus der Familie der Bháradvája vierzehn Ochsen verloren gegangen (*1).

 

3. Da nun begab sich der Brahmane aus der Familie der Bháradvája auf der Suche nach den Ochsen dorthin, wo sich jener Hain befand. Nachdem er sich dorthin begeben, sah er den Erhabenen in jenem Haine sitzen, mit untergeschlagenen Beinen (*2), den Oberkörper aufrecht haltend, Besonnenheit rings um sich verbreitend.

 

4. Als er das sah, begab er sich dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem er sich dorthin begeben, sprach er zu dem Erhabenen die folgenden Strophen (*3):

 

"Nicht sind ja diesem Samana hier vierzehn Ochsen

Heute seit sechs Tagen (*4) verschwunden. Darum ist dieser Samana glücklich.

Nicht ist ja diesem Samana der Sesam auf dem Felde verdorben,

Der einblättrige und der zweiblättrige (*5). Darum ist dieser Samana glücklich.

Nicht tanzen ja diesem Samana in der leeren Scheune die Mäuse

Vergnügt (*6) umher. Darum ist dieser Samana glücklich.

Nicht ist ja diesem Samana der Estrich (*7) nach sieben Monaten schon

Mit Rissen bedeckt. Darum ist dieser Samana glücklich.

Nicht hat ja dieser Samana eine Witwe mit sieben Töchtern (*8),

Mit (nur) einem Sohn oder zwei Söhnen. Darum ist dieser Samana glücklich.

Nicht schießen diesem Samana rote Pickeln (*9) auf,

Und wecken den Schläfer mit ihren Füßchen. Darum ist dieser Samana glücklich.

Nicht drängen ja in diesen Samana am Abend die Gläubiger

(Mit den Worten.), gib her, gib her! Darum ist dieser Samana glücklich."

 

5. (Der Erhabene:)

"Nicht sind mir, o Brahmane, vierzehn Ochsen

Heute seit sechs Tagen verschwunden. Darum, o Brahmane, bin ich glücklich.

Nicht ist mir, o Brahmane, der Sesam auf dem Felde verdorben,

Der einblättrige und der zweiblättrige. Darum, o Brahmane, bin ich glücklich.

Nicht tanzen mir, o Brahmane, in der leeren Scheune die Mäuse

Vergnügt umher. Darum, o Brahmane, bin ich glücklich.

Nicht ist mir, o Brahmane, der Estrich nach sieben Monaten schon

Mit Rissen bedeckt. Darum, o Brahmane, bin ich glücklich.

Nicht habe ich, o Brahmane, eine Witwe mit sieben Töchtern,

Mit (nur) einem Sohne oder zwei Söhnen. Darum, o Brahmane, bin ich glücklich.

Nicht schießen mir, o Brahmane, rote Pickeln auf

Und wecken den Schläfer mit ihren Füßchen. Darum, o Brahmane, bin ich glücklich.

Nicht drängen in mich, o Brahmane, am Abend die Gläubiger

(Mit den Worten:) 'Gib her! gib her!' Darum, o Brahmane, bin ich glücklich."

 

6. Auf dieses Wort hin sprach der Brahmane aus der Familie Bháradvája zu dem Erhabenen also: "Wundervoll, Herr Gotama! Wundervoll Herr Gotama! Wie wenn man, Herr Gotama, etwas Umgestürztes aufrichtet oder etwas Verhülltes entschleiert, oder einem Verirrten den rechten Weg zeigt, oder in einen finsteren Raum eine Lampe bringt in der Absicht: es sollen die, die Augen haben, die Gegenstände sehen - ganz ebenso ist von dem Herrn Gotama durch mancherlei Erörterung die Wahrheit aufgeklärt worden. Darum nehme ich zu dem Erhabenen meine Zuflucht und zu der Lehre und zu der Gemeinde der Bhikkhus. Möge ich bei dem Herrn Gotama die Zeremonie der Weltabkehr und die der Aufnahme in die Gemeinschaft gewährt erhalten.

 

7. Es bekam auch der Brahmane aus der Familie Bháradvája bei dem Erhabenen die Zeremonie der Weltabkehr und die der Aufnahme in die Gemeinschaft gewährt.

 

8. Nachdem aber der ehrwürdige Bháradvája noch nicht lange in die Gemeinschaft aufgenommen war, da war er, der allein und einsam, unermüdlich, eifervoll, mit gesammelter Seele lebte, binnen kurzem schon an das höchste Ziel heiligen Wandels, um dessen willen Söhne aus gutem Hause völlig aus dem Heimleben übertreten in die Heimlosigkeit, durch eigenes Begreifen und Verwirklichen gelangt. Er wußte: Aufgehoben ist die Geburt; gelebt ist der heilige Wandel; vollbracht ist, was zu vollbringen war; nichts mehr habe ich fürderhin zu tun mit dem weltlichen Dasein.

 

9. Es war aber der ehrwürdige Bháradvája einer von den Vollendeten geworden.

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*1) Sie waren nach dem Komm. während der Brahmane zum Essen gegangen war vom Feld weg in den Wald entlaufen.

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*2) pallankam ábhujitvá. Es ist das die Stellung des Meditierenden. Auch die folgenden Ausdrücke weisen auf ein kammatthána, die Vorbereitungen zu einem jhána, einer meditativen Versenkung hin.

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*3) Auch bei uns sind im Volke solche Scherzverse bekannt in denen die Bettelleute glücklich gepriesen werden weil ihnen kein Ochse ein Horn bricht, kein Spatz das Korn verunreinigt usw. Sie sind verschont von den kleinen Ärgerlichkeiten die den wohlhabenden Bauern treffen.

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*4) ajja satthim. Der Komm. I. 279.14 umschreibt es durch "heute seit sechs Tagen". In der Tat wird satthi öfters im Sinn von cha gebraucht. S. 8. 2. 6.

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*5) Sollten damit die beiden Sesamarten gemeint sein die in Indien gebaut werden? Engelbrecht, Die Feldfrüchte Indiens in ihrer geogr. Verbreitung, S. 126 ff.

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*6) ussolhikáya, etwa "munter, lebhaft" (Adverbialer Instrum.).

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*7) samtháro. Ich glaube, daß damit der aus Rinderdung hergestellte Estrich der Veranda vor dem Hause gemeint ist, der von Zeit zu Zeit erneuert werden muß. Ganz anders freilich der Komm. I. 280.5. Er liest uppádokehi (statt uppátakehi) samchanno und erklärt es mit uppádakapánakehi samch°. Er denkt an das Ungeziefer, das den Schlaf nicht aufkommen läßt.

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*8) sattadhítaro. Danach ist das Sutta benannt.

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*9) tilaká von Hautausschlägen, die durch Hitze erzeugt sind. Wegen des Kitzels, den sie hervorrufen, werden sie mit krabbelnden Lebewesen verglichen. Man hat tilakáhatá (= tilaká áhatá) zu lesen.




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