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Samyutta Nikáya

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  • 7. Bráhmana-Samyutta - Von den Bráhmanas
    • 11- 22 Upásakavagga - Der Abschnitt von den Laienbrüdern
      • S.7.11. Die Aussaat
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11- 22 Upásakavagga - Der Abschnitt von den Laienbrüdern

S.7.11. Die Aussaat

 

Die Geschichte von Kasi-Bháradvája wird auch im Suttanipáta S. 12ff. erzählt. Die Verse in unserem Sutta 9,10,12 entsprechen dort den Strophen 76-82. Mrs. Rhys Davids hat darauf aufmerksam gemacht, daß im Samyutta-Kommentar das Sutta in ganz außergewöhnlicher Breite erklärt ist, und daraus gefolgert, daß die Geschichte zu Buddhaghosa's Zeit sich großer Popularität erfreute. Als Veranlassung des Sutta ist offenbar ein unter mannigfaltigen Zeremonien vollzogenes agrarisches Fest gedacht, das Fest der Aussaat. Der Komm I. 2845 unterscheidet zwei solcher Feste, kalalavappa "Schlammsaat" und pamsuvappa. "Sand - d.i. Trocken -) Aussaat". Gemeint sei in unserem Fall das zweite. Vermutlich handelt es sich um die Auspflanzung der im Mutterbeet gezüchteten Reispflanzen in das Hauptbeet.

Übersetzt ist unser Sutta auch von Seidenstücker, Pali-Buddhismus in Übersetzungen, S. 329.

 

1. Also habe ich vernommen.

Einstmals weilte der Erhabene im Lande der Magadha im Dakkhinágiri (-vihára), in dem Brahmanendorfe Ekanálá.

 

2. Zu jener Zeit nun waren von dem Brahmanen Kasi Bháradvája (*1) fünfhundert Pflüge an Zahl geschirrt worden zur Zeit der Aussaat.

 

3. Da nun kleidete sich der Erhabene zur Vormittagszeit an, nahm Almosenschale und Obergewand und begab sich dorthin, wo die Arbeit des Brahmanen Kasi-Bháradvája (im Gange) war.

 

4. Zur jener Zeit aber fand eben durch den Brahmanen Kasi-Bháradvája die Verteilung der Speisen (*2) statt.

 

5. Da nun begab sich der Erhabene dorthin, wo die Verteilung der Speisen statt fand, und trat zur Seite.

 

6. Es sah aber der Brahmane Kasi-Bháradvája den Erhabenen dastehen zum (Empfang von) Almosen. Wie er ihn sah, sprach er zu dem Erhabenen also: "Ich, Samana, pflüge und säe, und wenn ich gepflügt und gesät habe, esse ich. Auch du, Samana, pflüge und säe, und wenn du gepflügt und gesät hast, magst du essen."

 

7. "Auch ich, o Brahmane, pflüge und säe, und wenn ich gepflügt und gesät habe, esse ich."

 

8. "Wir sehen aber bei dem Herrn Gotama nicht Joch oder Pflug oder Pflugschar oder Treibstock oder Ochsen. Aber doch hat der Herr Gotama gesagt: Auch ich, o Brahmane, pflüge und säe, und wenn ich gepflügt und gesät habe, esse ich."

 

9. Da nun redete der Brahmane Kasi-Bháradvája den Erhabenen mit der Strophe an:

 

"Du behauptest ein Säemann zu sein, aber ich sehe deine Außsaat nicht.

Als Säemann befragt sage uns, wie wir deine Aussaat erkennen konnen."

 

10. (Der Erhabene:)

"Glaube ist das Saatkorn, Askese der Regen, Erkenntnis ist mir Joch und Pflug,

Gewissenhaftigkeit ist die Deichsel, das Denken das Joch,

Besonnenheit ist mir Pflugschar und Treibstock.

Mit beherrschtem Leib, mit beherrschten Worten,

gebändigt mit der (Aufnahme der) Speise in den Bauch

Ernte ich Wahrheit, selige Ruhe ist mein Ausspann (*3).

Energie ist mein Lastochse (*4), der mich zum inneren Frieden (*5) trägt.

Er geht, ohne sich umzuwenden, dorthin wo man angelangt frei von Kummer ist.

So ist diese Saat gesät, sie hat das Nichtsterben zur Frucht.

Wenn man diese Saat gesät hat, wird man von allem Leiden erlöst."

 

11. "Essen soll der Herr Gotama, ein Säemann ist der Herr Gotama, da ja Gotama eine Saat sät, die sogar das Nichtsterben zur Frucht hat."

 

12. (Der Erhabene:)

 

"Was durch eine Strophe ersungen ward, das darf ich nicht genießen.

Nicht ist dies, o Brahmane, den Schauenden erlaubt.

Was durch eine Strophe ersungen ward, das weisen die Buddhas zurück,

Wo es sich um die Lehre handelt, da gilt, Brahmane, dieser Ausspruch.

Sonst magst du einen vollkommenen Großen Weisen,

Bei dem die weltlichen Einflüsse vernichtet sind,

in dem alle Zweifel zur Ruhe gekommen,

Mit Speise und Trank versorgen.

Denn das ist ein Feld für den, der auf Verdienst absieht (*6)."

 

13. Auf dieses Wort hin sprach der Brahmane Kasi-Bháradvája zu dem Erhabenen also: "Wundervoll, Herr Gotama! Wundervoll Herr Gotama! Wie wenn man, Herr Gotama, etwas Umgestürztes aufrichtet oder etwas Verhülltes entschleiert, oder einem Verirrten den rechten Weg zeigt, oder in einen finsteren Raum eine Öllampe bringt in der Absicht: es sollen die, die Augen haben, die Gegenstände sehen - ganz ebenso ist von dem Herrn Gotama durch mancherlei Erörterung die Wahrheit aufgeklärt worden. Darum nehme ich zu dem erhabenen Gotama meine Zuflucht und zu der Lehre und zu der Gemeinde der Bhikkhus. Als Laienanhänger soll mich der Herr Gotama annehmen, der von heute an auf Lebenszeit zu ihm seine Zuflucht genommen hat."

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*1) kasi = skr. krsi bedeutet "Aussaat". Der Brahmane führt seinen Namen, weil er aus der Familie der Bháradvája stammt und mit Feldbau sich beschäftigt.

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*2) parivesaná, nämlich die Verteilung der Speisen an die fünfhundert bei der Aussaat beschäftigten Arbeitsleute des Brahmanen (Komm. I. 290.3).

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*3) soraccam me pamocanam. Der Komm. I. 29819 hebt ausdrücklich hervor, daß hier arahattaphalam unter soraccam zu verstehen sei.

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*4) dhuradhorayha.

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*5) yogakkhema. Vgl. Bd. 2, S. 255, Note 1. Als Ausdruck für den Erlösungszustand wird skr. yogaksema auch in der Kathopanisad 2. 2 gebraucht.

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*6) Vgl. 7. 8. 7 und 7. 9. 11.






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