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S.7.14.
Der Großmächtige
Die Geschichte von dem
ursprünglich reichen Brahmanen Dhanapála wird im Komm. I. 306. 7 und
gleichlautend im Dhammada-Komm. IV. 7 ff. erzählt. Hier finden sich auch die
Verse yehi játehi, nandissam usw. Der alte Mann hat aus Gutmütigkeit sein
ganzes Vermögen an seine vier Söhne weggegeben und wird nun von ihnen und ihren
Frauen aus dem Hause verstoßen.
1.
Sávatthí ist der Schauplatz.
2.
Da nun begab sich ein großmächtiger Brahmane schäbig, in schäbiger Kleidung
dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem er sich dorthin begeben, begrüßte
er sich mit dem Erhabenen, und nachdem er mit ihm die (üblichen) Begrüßungen
und Höflichkeiten ausgetauscht, setzte er sich zur Seite nieder.
3.
Zu dem zur Seite sitzenden großmächtigen Brahmanen sprach dann der Erhabene
also: "Warum denn, o Brahmane, bist du schäbig, in schäbiger
Kleidung?"
4.
"Ich habe hier, Herr Gotama, vier Söhne, die jagen mich, eines Sinnes mit
ihren Frauen, aus dem Hause."
5.
"Da sollst du denn, o Brahmane, die folgenden Strophen lernen und in der
Versammlung (*1), wenn viel Volk beisammen ist und auch deine Söhne mit
dabei sitzen, vortragen:
"An
denen, wie sie geboren wurden, ich mich freute, und deren Dasein ich wünschte,
Sie
jagen mich weg (*2), eines Sinnes mit ihren Frauen, wie Hunde ein
Schwein.
Die
Bösen freilich, die Schlimmen reden mich an 'Väterchen, Väterchen',
Aber,
Teufel in Gestalt von Söhnen, lassen sie den alt Gewordenen im Stich.
Wie
ein altes Pferd ohne Futter von der Krippe weggejagt wird,
So
muß der greise Vater der Jungen in anderer Leute Häusern Almosen suchen.
Der
Stock (*3) ist da freilich besser für mich als die ungeratenen Söhne.
Er
scheucht einen bösartigen Ochsen fort und einen bösartigen Hund.
Im
Dunkeln geht er voran (*4), im Tiefen findet er den Grund (*5),
Vermöge
des Stockes hält man sich aufrecht, wenn man strauchelt."
6.
Nachdem nun der großmächtige Brahmane bei dem Erhabenen diese Strophen gelernt
hatte, trug er sie in der Versammlung vor, als viel Volk beisammen war und auch
die Söhne mit dabei saßen:
"An
denen, wie sie geboren wurden, ich mich freute, und deren Dasein ich wünschte,
Sie
jagen mich weg, eines Sinnes mit ihren Frauen, wie Hunde ein Schwein.
Die
Bösen freilich, die Schlimmen reden mich an, 'Väterchen, Väterchen',
Aber,
Teufel in Gestalt von Söhnen, lassen sie den alt Gewordenen im Stich.
Wie
ein altes Pferd ohne Futter von der Krippe weggejagt wird,
So
muß der greise Vater der Jungen in andrer Leute Häusern Almosen suchen.
Der
Stock ist da freilich beser für mich als die ungeratenen Söhne.
Er
scheucht einen bösartigen Ochsen fort und einen bösartigen Hund.
Im
Dunkeln geht er voran, im Tiefen findet er den Grund.
Vermöge
des Stockes hält man sich aufrecht, wenn man strauchelt."
7.
Da nun führten die Söhne den großmächtigen Brahmanen in das Haus, badeten ihn
und versahen ihn jeder mit einem Paar von Gewändern.
8.
Da nun nahm der großmächtige Brahmane ein Paar Gewänder und begab sich dorthin,
wo sich der Erhabene befand. Nachdem er sich dorthin begeben, begrüßte er sich
mit dem Erhabenen, und nachdem er mit ihm die (üblichen) Begrüßungen und
Höflichkeiten ausgetauscht, setzte er sich zur Seite nieder.
9.
Zur Seite sitzend sprach der großmächtige Brahmane zu dem Erhabenen also:
"Wir Brahmanen, Herr Gotama, suchen nach einem Lehrersold für den Lehrer.
Es möge der Herr Gotama meinen Lehrersold entgegen nehmen."
10.
Es nahm ihn aber der Erhabene entgegen aus Erbarmen.
11.
Da nun sprach der großmächtige Brahmane zu dem Erhabenen also:
"Wundervoll, Herr Gotama! usw.... (=7. 11.13). Als Laienanhänger soll mich
der Herr Gotama annehmen, der von heute an auf Lebenszeit zu ihm seine Zuflucht
genommen hat."
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