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S.8.2.
Unlust
1.
Einstmals weilte der ehrwürdige Vangísa in Álaví in dem (Kloster)
Aggálava-cetiya, zusammen mit dem ehrwürdigen Nigrodhakappa, seinem Meister.
2.
Zu jener Zeit nun pflegte der ehrwürdige Nigrodhakappa nach der Mahlzeit, vom
Almosengang zurückgekehrt, in die Klosterzelle sich zu begeben und sie (erst)
am Abend (wieder) zu verlassen oder am nächsten Tag zur (üblichen) Zeit
(*1).
3.
Zu jener Zeit aber überkam den ehrwürdigen Vangísa Unlust; Begierde verwirrte
sein Denken.
4.
Da nun kam dem ehrwürdigen Vangísa folgender Gedanke: "Zum Schaden
wahrlich gereicht es mir, nicht wahrlich gereicht es mir zum Gewinn - Schlimmes
wahrlich ist mir zu teil geworden, nicht Gutes wahrlich ist mir zu teil
geworden, daß mich Unlust überkommen hat, Begierde mein Denken verwirrt. Wie
könnte es da nur möglich sein, daß ein anderer die Unlust verscheuchte und Lust
in mir hervorriefe? Wie wäre es aber, wenn ich selber meine Unlust verscheuchte
und Lust in mir hervorriefe?"
5.
Da nun verscheuchte der ehrwürdige Vangísa selber seine Unlust und rief Lust in
sich hervor, und er sprach zu dieser Zeit die folgenden Strophen:
"Wer
Unlust und Lust (*2) aufgegeben hat
Und
völlig die Grübeleien, die am häuslichen Leben hängen,
Und
nach nichts mehr Verlangen hegt,
Ohne
Verlangen, ohne Neigung (*3) ist: der ist ein Bhikkhu.
Was
immer hier in der Welt, auf der Erde und im Luftraum,
Was
zu Form gelangt ist und in die (untere) Welt hinabreicht (*4),
Alles
das geht zugrunde, ist vergänglich:
Hat
man das erfaßt, so wandelt man mit denkender Seele (*5),
An
den Lebensgütern hängen die Menschen,
An
dem, was sie gesehen und gehört,
womit
sie in Berührung gekommen, was sie gedacht (*6).
Wer
aber das Verlangen aufgegeben hat, wunschlos,
Und
daran nicht haftet (*7), den nennt man einen Weisen.
Wer
an den sechs (Sinnesbereichen) hängt (*8), voll Grübelei,
Der
ist in die Unwahrheit des gewöhnlichen Menschentums geraten (*9);
Aber
nicht wird irgendwo an eine Sekte sich anschließen (*10),
Und
nicht wird Übles verkünden der Bhikkhu.
Tüchtig,
lange Nächte hindurch gesammelten Geistes,
Ohne
Heuchelei, verständig, von Mißgunst frei
Ist
der Weise den Weg zum Frieden gegangen,
Der
Erlösung teilhaft wartet er auf die dafür bestimmte Zeit (*11).''
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