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Samyutta Nikáya

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  • 10. Yakkha-Samyutta - Vom Yakkha
      • S.10.3. Súciloma
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S.10.3. Súciloma

 

Unser Sutta findet sich gleichlautend mit den Versen in Suttanipáta S. 47f. (Súcilomasutta). Dazu ist zu vergleichen der Kommentar Buddhaghosa's, Paramatthajotiká Bd. I, ed. Helmer Smith (1916), S. 301ff.

 

1. Einstmals weilte der Erhabene bei Gayá (*1), beim Tankitamañca (*2), in der Behausung des Yakkha Súciloma.

2. Zu jener Zeit aber gingen der Yakkha Khara und der Yakkha Súciloma (*3) unweit von dem Erhabenen vorüber.

3. Da nun sprach der Yakkha Khara zu dem Yakkha Súciloma also: "Der da ist ein Mönch (*4)."

4. "Der da ist kein Mönch, ein Mönchlein nur ist er, (wenigstens) bis ich in Erfahrung bringe, ob er ein Mönch ist oder aber ein Mönchlein."

5. Da nun begab sich der Yakkha Súciloma dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem er sich dorthin begeben hatte, bog er den Körper des Erhabenen zu sich her (*5).

6. Da nun bog der Erhabene seinen Körper von ihm weg.

7. Da nun sprach der Yakkha Súciloma zu dem Erhabenen also: "Fürchtest du dich vor mir, Mönch?"

8. "Ich fürchte mich nicht vor dir, mein Lieber; aber schon deine Berührung ist übel."

9. "Ich will eine Frage an dich richten, Mönch! Wenn du sie mir nicht beantworten wirst, werde ich dir den Geist verwirren (*6) oder dir das Herz in Stücke reißen oder dich bei den Füßen packen und über die Gangá hinüber werfen."
 

10. " Ich sehe freilich niemand, mein Lieber, in der Welt mit ihren Göttern, mit ihren Máras und mit ihren Brahmans, in dem Volke mit seinen Samanas und Brahmanas, mit seinen Göttern und Menschen, der mir den Geist verwirren oder das Herz mir in Stücke reißen oder mich bei den Füßen packen und über die Gangá hinüber werfen könnte. Aber frage du nur, mein Lieber, was du wünschest."

11. (Súciloma:)
"Begierde und Haß, wo haben sie ihren Ursprung?
Unlust, Lust, Sträuben der Härchen (*7), woher sind sie entstanden?
Woher sind die Herzensgedanken aufgetaucht,
(Die da sind), wie (wenn) Knaben eine Krähe freilassen (*8)?"

 

12. (Der Erhabene:)
"Begierde und Haß haben hier (*9) ihren Ursprung;
Unlust, Lust, Sträuben der Härchen sind hier entstanden.
Von hier sind die Herzensgedanken aufgetaucht,
(Die da sind) wie (wenn) Knaben eine Krähe freilassen.
Aus Begierde sind sie hervorgegangen, im eignen Ich entstanden,
wie die Verzweigungen eines Banianenbaumes (*10),
In großer Zahl haften sie an den sinnlichen Genüssen;
wie Lianen (*11) sind sie, die im Walde wuchern.
Die aber wissen, wo das seinen Ursprung hat,
Die treiben es aus - höre es, Yakkha! -
Sie überschreiten die Flut, die schwer zu überschreitende,
Die sie früher nicht überschritten haben, - zur Nimmerwiedergeburt."  

 

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*1) Gayá ist nach dem Komm. zum Sn. ein Dorf und ein Ländeplatz (tittham). Bei letzterem befand sich der Tankitamañca.

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*2) Der Komm. zum Sn. und der zum Samy. beschreiben den tankitamañca so: Vier Steine werden aufgerichtet und ein fünfter wird oben darauf gelegt. Es könnte damit ein primitiver Altar gemeint sein, auf dem die Leute dem Yakkha opferten.

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*3) Die Kommentare enthalten Legenden über die Vorgeschichte der beiden Yakkhas, durch welche Vergehen sie ihre Wiedergeburt als dämonische Wesen verschuldet haben. Es war das zur Zeit des Kassapa. Nach dem Samy. Komm. I. 353.13 war Súciloma damals ein Bhikkhu, nach dem Sn. Komm. aber ein Laie. Hier wird aber hinzugefügt: "die Samyuttabhánaká, d. h. die Erklärer des S. sagen, er war ein Bhikkhu, kein Laie." Das ist auffallend, da ja beide Kommentare, der zum Sn. und der zum Samy. dem Buddhaghosa zugeschrieben werden.

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*4) Ich übersetze hier samana so, um die Möglichkeit zu einer Wiedergabe der verkleinernden (und damit herabsetzenden) Wortform samanaka zu gewinnen.

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*5) upanámesi - apanámesi.

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*6) Der Komm. I. 355.7 sagt: Wenn die Dämonen (amanussá) einem Menschen den Verstand verwirren wollen, dann erscheinen sie ihm in schrecklicher Gestalt mit weißem Gesicht, roten Händen, flammenden Augen usw. oder sie erheben ein furchtbares Gebrüll, oder sie fahren ihm, wenn er spricht, mit der Hand in den Mund und zerdrücken sein Herz. Davon werden die Wesen wahnsinnig und geistesverwirrt.

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*7) Hier als Zeichen höchsten Wonnegefühls.

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*8) Das Original ist dunkel, die Ausdrucksweise äußerst knapp. Nach dem Komm. (I. 355-6) wäre das Bild von einem Kinderspiel hergenommen. Knaben haben eine Krähe gefangen, binden ihr eine lange Schnur an das Bein, lassen sie fliegen und ziehen sie an der Schnur wieder zu sich zurück. Der Gedanke wäre also der, daß nach Meinung des Yakkha unser Denken niemals frei, niemals erlöst wird.

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*9) D. h. im eigenen Ich, im Individuum selber und seiner Natur, im attabháva, wie der Komm. sagt.

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*10) Des durch seine Luftwurzeln charakterisierten nigrodha.

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*11) máluvá. Es ist das eine Lianenart, die mehrfach als Symbol schnellen Wachstums genannt wird. So Dhammapada 334. Sie umspinnt den Baum von der Wurzel bis zum Gipfel und zerstört ihn. Ebenso umspinnen und zerstören die Begierden das Denken des Menschen (Komm. I. 356.7).  






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