|
S.10.8.
Sudatta
Die erste Begegnung des
Anáthapindika mit dem Buddha wird Cullavagga VI. 4 (= Vin II. 154ff.) teilweise
in wörtlicher Übereinstimmung mit unserem Sutta erzählt.
1.
Einstmals weilte der Erhabene in Rájagaha, im Sítahaine (*1).
2.
Zu jener Zeit aber war der Hausherr Anáthapindika nach Rájagaha gekommen in
irgend einem Geschäft (*2).
3.
Es hörte aber der Hausherr Anáthapindika: ein Buddha ist in der Welt erstanden.
Sogleich hegte er den Wunsch, den Erhabenen zu sehen.
4.
Da nun kam dem Hausherrn Anáthapindika dieser Gedanke: "Es ist doch heute
nicht die rechte Zeit hinzugehen, um den Erhabenen zu sehen. Morgen will ich
dann zur rechten Zeit (*3) hingehen, den Erhabenen zu sehen."
Damit legte er sich mit auf den Buddha gerichteten Gedanken (zum Schlafe)
nieder. In der Nacht aber stand er dreimal auf in der Meinung, es sei schon
Tagesanbruch.
5.
Da nun begab sich der Hausherr Anáthapindika dorthin, wo sich das Tor zum
Sítahaine (*4) befand. Aber dämonische Wesen hielten das Tor
verschlossen.
6.
Wie da nun der Hausvater Anáthapindika aus der Stadt hinaus ging, entschwand
ihm das Tageslicht und Finsternis verbreitete sich. Es entstand ihm Angst,
Zittern, Hautschaudern. Da kam ihm der Wunsch, wieder umzukehren.
7.
Da nun ließ der Yakkha Sívaka, (selbst) unsichtbar (*5), das Wort
vernehmen:
"Hundert
Elefanten, hundert Rosse, hundert Wagen mit Maultieren bespannt,
Hundert tausend Mädchen, die ihren Juwelenohrschtmuck angelegt haben,
Sind nicht den sechzehnten Teil eines einzigen Schrittes (*6) wert
(*7).
Gehe hin, Hausherr! Gehe hin Hausherr!
Hingehen ist besser für dich als Umkehren (*8)."
8.
Da nun entschwand dem Hausherrn Anáthapindika die Finsternis, und Tageslicht
breitete sich aus. Die Angst, das Zittern, das Hautschaudern, das er gehabt,
beruhigte sich.
9-10.
Und zum zweiten mal... und zum dritten mal entschwand dem Hausherrn
Anáthapindika das Tageslicht und Finsternis verbreitete sich. Es entstand ihm
Angst, Zittern, Hautschaudern. Da kam ihm der Wunsch wieder umzukehren. Und zum
dritten mal ließ der Yakkha Sívaka, (selbst) unsichtbar, das Wort vernehmen:
"Hundert
Elefanten, hundert Rosse, hundert Wagen mit Maultieren bespannt,
Hundert tausend Mädchen, die ihren Juwelenohrschmuck angelegt haben,
Sind nicht den sechzehnten Teil eines einzigen Schrittes wert.
Gehe hin, Hausherr! Gehe hin, Hausherr! Hingehen ist besser für dich als
Umkehren."
11.
Da nun entschwand dem Hausherren Anáthapindika die Finsternis, und Tageslicht
breitete sich aus. Die Angst, das Zittern, das Hautschaudern, das er gehabt,
beruhigte sich.
12.
Da nun begab sich der Hausherr Anáthapindika dorthin, wo sich der Sítahain
befand.
13.
Zu jener Zeit aber war der Erhabene um die Zeit, da die Nacht hell wurde,
aufgestanden und erging sich im Freien.
14.
Es sah aber der Erhabene den Hausherrn Anáthapindika von ferne herankommen. Wie
er ihn sah, stieg er vom Wandelgang herab und setzte sich auf dem (für ihn)
bereiteten Sitze nieder. Nachdem er sich niedergesetzt hatte, sprach er zu dem
Hausherrn Anáthapindika also "Komm' her, Sudatta."
15.
Da nun dachte der Hausherr Anáthapindika: "Bei meinem Namen (*9) redet
der Erhabene mich an", und fiel auf der Stelle mit seinem Haupte zu den
Füßen des Erhabenen nieder und sprach zu dem Erhabenen (*10) also:
"Hat, Herr, der Erhabene wohl geruht?"
16.
"Immerdar wahrlich ruht wohl der Brahmane, der in das Nirvana einging.
Der nicht klebt an sinnlichen Genüssen, kühl geworden, ohne Lebensgüter.
Nachdem man alle Begierden abgeschnitten und die Pein des Herzens beseitigt
hat,
Ruht wohl der Befriedete, der den Frieden der Seele erreicht hat
(*11)."
(
|